{"id":2793,"date":"2013-01-19T17:45:40","date_gmt":"2013-01-19T15:45:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=2793"},"modified":"2013-01-19T17:45:40","modified_gmt":"2013-01-19T15:45:40","slug":"frankreich-mali-neo-kolonialkrieg-unter-gut-begruendetem-vorwand-der-islamistischen-terrorbekaempfung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=2793","title":{"rendered":"FRANKREICH &#8211; MALI Neo-Kolonialkrieg unter gut begr&#252;ndetem Vorwand der islamistischen Terrorbek&#228;mpfung"},"content":{"rendered":"<p style=\"margin-bottom: 0.5cm\">\n<h3>&#8222;<em>Nur die Terrorismusbek\u00e4mpfung ist unser Ziel<\/em>&#8220; Mit           diesen Worten verk\u00fcndete Frankreichs Pr\u00e4sident Francois           Hollande am 12. Januar, dass er der Bitte des amtierenden           malischen Interimspr\u00e4sidenten Dioncounda Traor\u00e9 um           unmittelbare milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung der ehemaligen           Kolonialmacht (Frankreich zog nach \u00fcber 67 Jahren 1960 ab)           nachgekommen sei.<!--more--> Die Bedeutung liegt vor allem auf dem           W\u00f6rtchen &#8222;nur&#8220;. Als ob er die Kritiker vom Anbeginn an           beschw\u00f6ren m\u00fcsste, wei\u00df er doch genau, dass das Gegenteil           dahinter steckt: n\u00e4mlich eine wahrscheinlich langfristige           Pr\u00e4senz <em>\u201e wir werden solange bleiben wie es notwendig ist\u201c <\/em><span style=\"font-style: normal\">der<\/span> franz\u00f6sischen           Truppen mit dem Hintergrund einen gesicherten Zugang zum Abbau           der Rohstoffe in dieser sehr reichhaltigen Region zu schaffen.           Zahlreiche Multis warten ungeduldig auf eine einigerma\u00dfen           gesicherte Auspl\u00fcnderung der nicht nur von den Chinesen           begehrten Rohstoffe s\u00fcdlich der Sahelzone.<\/h3>\n<p style=\"margin-bottom: 0.5cm\">\nZitat: General Vincent Desportes spricht dieses Ziel auch           offen aus: ( Le Monde 15. Januar 2013 )<br \/>\n&#8222;<em>Dieser Konflikt ist legitim und lebensnotwendig f\u00fcr die             Sicherheit der Franzosen (6000 leben in Bamako). Wir k\u00f6nnen             unsere Lebensweise und unseren Wohlstand nicht aufrecht             erhalten, wenn wir nicht bereit sind au\u00dferhalb des             nationalen Territoriums bei der Stabilisierung und             Krisenbew\u00e4ltigung teilzunehmen, wenn wir nicht die             Bedrohungen, die im Inland auf uns zukommen von der Wurzel             her ausrotten.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Der g\u00fcnstigste Zeitpunkt schien nun gekommen zu sein, die           Intervention umzusetzen, nachdem sie seit einem Jahr           vorbereitet worden war. Alles lag bestens auf dem Tisch: der           UN-Sicherheitsrat gab gr\u00fcnes Licht und die UN-Resolution 2071           bietet die Grundlage daf\u00fcr.<br \/>\nDie Westafrikanische Wirtschaftsunion Ecowas sollte 3500           Soldaten auf die Beine stellen, um die daniederliegende           malische Armee ( 6000 Soldaten, die kaum noch bezahlt worden           waren; daf\u00fcr aber putschten: Soldaten hatten gegen den           ehemaligen Pr\u00e4sidenten Amadou Toumani Tour\u00e9, im M\u00e4rz 2012 mit           der Begr\u00fcndung, er lie\u00dfe das Milit\u00e4r verkommen und setze sich           nicht f\u00fcr die Einheit des Landes ein, geputscht ) zu Hilfe zu           eilen. Es wird wohl noch einige Monate dauern bis dies           umgesetzt ist. Zur miserablen wirtschaftlichen Situation war           es in den letzten 15 Jahren vor allem auch durch die           Strukturanpassungsprogramme des IWF gekommen, der das Land in           die Schuldenzange nahm, was keine wirtschaftliche Entwicklung           erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p>Die drei islamistischen Gruppen :Al-Qaida im islamischen           Maghreb (Aqmi).und zwei Abspaltungen; Ansar al-Dine           (Verteidiger des Glaubens) sowie die eng mit dem Terrornetz           Al-Qaida verbundene Gruppe Mujao (Bewegung f\u00fcr Einheit und den           Dschihad in Westafrika), die den Norden Malis seit Juni 2012           unter Kontrolle hatten, nachdem sie die Tuareg, die als           s\u00e4kulare, laizistische Gruppe die Islamisten bek\u00e4mpfen, zuvor           einen unabh\u00e4ngiges Land ausgerufen hatten, ausschalteten und           die Bev\u00f6lkerung mit talibanschem Islam drangsalierten, hatten           gehofft, dass Frankreich nicht so rasch reagieren w\u00fcrde. Sie           waren drauf und dran auf die 500 km s\u00fcdlicher &#8211; von der           Schl\u00fcssel-Stadt Konna &#8211; gelegene Hauptstadt Bamako           vorzur\u00fccken, um aus dem Land auch ein Trainingslager f\u00fcr           Djihadk\u00e4mpfer zu machen und Vorbereitungen f\u00fcr Attentate in           Frankreich selber zu planen. Soweit die Bef\u00fcrchtungen           Frankreichs.Schon 2007 war die Gruppe Aqmi zu diesem Ziel           gegr\u00fcndet worden und sie hatte verlangt, dass Frankreich seine           Truppen aus Afghanistan abzieht.<\/p>\n<p>Seit Jahren plagen sich die franz\u00f6sischen Regierungen mit           Geiselnahmen durch terroristische Gruppen von Mauritanien bis           Somalia. Die am 11. Januar 2013 zeitgleich mit der           Milit\u00e4rintervention in Mali vom franz\u00f6sischen Geheimdienst           versuchte Geiselbefreiung in Somalia war ein Mi\u00dferfolg. Zwei           Tote auf der franz\u00f6sischen Seite und 17 Tote auf Seite der           Geiselnehmer.Von den 8 derzeit in Geiselhaft befindlichen           Franzosen sind 7 in der Sahelzone.<\/p>\n<p>Und Francois Hollande sch\u00fcttete weiter Wasser auf die M\u00fchlen           der Terroristen, indem er in einer Pressekonferenz am 16.           Januar auf die Frage eines Journalisten, was mit den           Djihadisten geschehen soll, antwortete: <em>&#8222;zerst\u00f6ren, und             wenn es geht werden wir auch Gefangene nehmen.<\/em>&#8220;<\/p>\n<p>Inzwischen beginnt sich die Spirale : Gewalt durch Krieg,           Terror als Anwort, Verst\u00e4rkung der Intervention, neue           Geiselnahme, schneller zu drehen. Am 16. Januar kam es zu           einer weiteren Geiselnahme in Algerien in einer an der           libyschen Grenze gelegenen Gasf\u00f6rderst\u00e4tte IN AMENAS. Der           F\u00fchrer der algerischen Al Qaidagruppe Mochtar Belmochtar           bekannte sich zur Geiselnahme und begr\u00fcndete sie damit, dass           dies eine Reaktion auf die von der algerischen Regierung           gestatteten \u00dcberflugsrechte f\u00fcr die franz\u00f6sischen Kampfflieger           nach Mali ist. Sie forderten den sofortigen Abzug der           franz\u00f6sischen Milit\u00e4rs aus Mali.<br \/>\nAuch diese Geiselnahme endete blutig \u2013 dutzende Geiseln sowie           zahlreiche Geiselnehmer kamen beim Befreiungsversuch am Tag           nach der Geiselnahme durch die algerische Luftwaffe ums Leben.           Nach der milit\u00e4rischen Internationalisierung des Konfliktes in           Mali ist nun den bewaffneten islamistischen Gruppen trotzdem           die Ausweitung auf internationaler Ebene gelungen.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><strong><br \/>\nDer Weg f\u00fchrt direkt von und wegen der Libyenbombardements               vor eineinhalb Jahren zur Intervention in Mali heute<\/strong><\/span><\/p>\n<p>General Vincent Despotes meint diesbez\u00fcglich: <em>&#8222;Es gibt             tausende gut bewaffnete K\u00e4mpfer nur deswegen, weil sie die             Waffenlager Gadafis im Libyenkrieg leeren konnten. In diesem             Sinne ist unsere Intervention in Mali nur der 2. Teil des             Krieges in Libyen.Wenn es den Libyenkrieg nicht gegeben             h\u00e4tte, g\u00e4be es keinen Krieg in Mali.Die malischen             Tuareg-S\u00f6ldner Gadafis waren es, die nach Nordmali             zur\u00fcckgekehrt sind und diesen destabilisiert haben.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Viele Kriegsunterst\u00fctzer<br \/>\nObwohl Pr\u00e4sident Hollande ohne vorherige Debatte im Parlament           die Intervention in Mali beschlo\u00df, wurde sie am 16. Januar von           allen Parteien im Parlament und im Senat bef\u00fcrwortet. KP und           Gr\u00fcne verurteilen die Intervention nicht explizit.<\/p>\n<p>Aktuell wird die Intervention in der Bev\u00f6lkerung breitest           akzeptiert und auch in Mali selbst, da den 15 Millionen           Bewohnern Malis, &#8211; davon die H\u00e4lfte unter 15 Jahre alt &#8211; die           Anwesenheit einer ehemaligen Kolonialmacht lieber ist, als die           Unterdr\u00fcckung durch die Salafisten.<br \/>\nDie USA ist ganz daf\u00fcr und unterst\u00fctzt vor allem mit           Nachrichtendiensten, die den Franzosen fehlen. GB und D           schicken zwar keine Truppen, sind jedoch mit der Logistik           dabei.<\/p>\n<p>Wenige Gegner<br \/>\nKlar dagegen hat sich die NPA Neue Antikapitalistische Partei           und M\u00e9lenchon von der Linksfront hat sich kritisch ge\u00e4u\u00dfert.<br \/>\n&#8222;Die NPA verurteilt die von Hollande beschlossene           Milita\u0308rintervention, die einmal mehr der Bevo\u0308lkerung schaden           wird. So werden sich die Malier sicher nicht von jeder Art des           Fundamentalismus befreien ko\u0308nnen. &#8220;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\"><strong>Welche Strategie               verfolgt Frankreich gegen\u00fcber diesen drei Gruppierungen<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Die Anrainerstaaten sollen angehalten werden die Grenzen zu           schlie\u00dfen, was bisher nur Algerien mit seiner \u00fcber 1300 km           langen S\u00fcdgrenze gemacht hat. Die Al Qaidak\u00e4mpfer sollen           eingekesselt und unsch\u00e4dlich gemacht werden. Diese Strategie           Frankreichs k\u00f6nnte wahrscheinlich deswegen nicht aufgehen,           weil den leicht bewaffneten sehr mobilen Gruppierungen ein           W\u00fcstengebiet nordwestlich in Mali so gro\u00df wie ganz Frankreich           zur Verf\u00fcgung steht und da sie mit ihrer Guerillataktik keine           Angriffsfl\u00e4che f\u00fcr eine klassische Armee bilden, k\u00f6nnten sie           untertauchen.<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.5cm\">marx21.de &#8211; Franz\u00f6sische Linke           gegen Krieg in Mali<br \/>\n<a href=\"https:\/\/service.gmx.net\/dereferrer\/?target=http%3A%2F%2Fmarx21.de%2Fcontent%2Fview%2F1825%2F32%2F&amp;lang=de\" target=\"_blank\">http:\/\/marx21.de\/content\/view\/1825\/32\/<\/a><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0.5cm\">Johann Sch\u00f6gler 17. 01. 2013<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Nur die Terrorismusbek\u00e4mpfung ist unser Ziel&#8220; Mit diesen Worten verk\u00fcndete Frankreichs Pr\u00e4sident Francois Hollande am 12. Januar, dass er der Bitte des amtierenden malischen Interimspr\u00e4sidenten Dioncounda Traor\u00e9 um unmittelbare milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung der ehemaligen Kolonialmacht (Frankreich zog nach \u00fcber 67 Jahren 1960 ab) nachgekommen sei.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-2793","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-afrikanischer-raum"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2793","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2793"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2793\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2793"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2793"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2793"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}