{"id":5142,"date":"2019-07-29T13:35:07","date_gmt":"2019-07-29T13:35:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=5142"},"modified":"2019-07-29T13:35:07","modified_gmt":"2019-07-29T13:35:07","slug":"vermischt-kritik-am-staat-israel-nicht-mit-antisemitismus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=5142","title":{"rendered":"&#8222;Vermischt Kritik am Staat Israel nicht mit Antisemitismus!&#8220;"},"content":{"rendered":"<header id=\"content_start\" class=\"article__header\">\n<h1 class=\"article__headline\"><\/h1>\n<p class=\"article__lead\">34 israelische Gelehrte appellieren an Europa, Israel nicht gegen Kritik zu immunisieren. Ministerpr\u00e4sident Netanjahu habe hart daran gearbeitet, beides zu vermischen, um Israel-Kritik einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<\/header>\n<p><!--more--><\/p>\n<div class=\"article__share-wrapper js-sticky sticky--dummy\"><\/div>\n<div class=\"article__share-wrapper js-sticky sticky--element sticky\" data-trigger-offset-leave=\"70\" data-trigger-offset-enter=\"70\" data-trigger=\".article__main\" data-initialized=\"1\"><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"textsizer\"><\/div>\n<div class=\"article__image\">\n<div class=\"article__figure\">\n<figure class=\"article__media\">\n<div class=\"article__media-media zoomable js-zoomable-image\" data-initialized=\"1\">\n<div class=\"intrinsic ratio5-3\"><img decoding=\"async\" class=\"zoomable__image\" title=\"Archivbild von der Demonstration Tausender Israelis gegen die Feuerpause auf Gaza. \/ Bild: REUTERS\" src=\"https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_620\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg\" sizes=\"(max-width: 39.99em) calc(100vw - 20px), (max-width: 63.99em) and (min-width: 40em) calc(100vw - 162px), (min-width: 64em) 620px, 320px\" srcset=\"https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_220\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg 220w,https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_310\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg 310w,https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_380\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg 380w,https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_400\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg 400w,https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_450\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg 450w,https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_475\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg 475w,https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_485\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg 485w,https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_500\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg 500w,https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_620\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg 620w,https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_640\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg 640w,https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_800\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg 800w,https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_920\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg 920w,https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_1024\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg 1024w,https:\/\/media.diepresse.com\/images\/uploads_1152\/b\/7\/2\/5532530\/2C3F4991-3646-484F-92FD-C7C1673AF1B5_v0_h.jpg 1152w\" alt=\"Archivbild von der Demonstration Tausender Israelis gegen die Feuerpause auf Gaza.\" \/><\/div>\n<\/div><figcaption class=\"article__media-caption\">Archivbild von der Demonstration Tausender Israelis gegen die Feuerpause auf Gaza. \u2013 REUTERS<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"article__byline\"><\/div>\n<div class=\"article__byline\">\n<div class=\"badge__commentcount badge__commentcount--byline\"><a class=\"js-pckg-smoothscroll js-comments-counter\" href=\"https:\/\/diepresse.com\/home\/ausland\/aussenpolitik\/5532530\/Vermischt-Kritik-am-Staat-Israel-nicht-mit-Antisemitismus?fbclid=IwAR34BtRTz6UNWlcp2Uj7-kD-DTUQU_NcGbNOvpjJpe7KVBShGtiKm860w9Q#kommentare\" data-content-id=\"5532530\" data-initialized=\"1\"> \u200a<span class=\"comments-count\">6<\/span> <span class=\"hide-on-small-screen comments-word\">Kommentare<\/span> <\/a><\/div>\n<p><span class=\"article__timestamp\">19.11.2018 um 14:08<\/span><\/div>\n<div id=\"content-body\" class=\"article__body\">\n<p>Am Mittwoch l\u00e4dt die Bundesregierung zu einer Konferenz unter dem Titel &#8222;Europa jenseits von Antisemitismus und Antizionismus &#8211; Sicherung j\u00fcdischen Lebens in Europa&#8220;. Auch der israelische Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu hatte sich urspr\u00fcnglich dazu angek\u00fcndigt, doch er <a href=\"https:\/\/diepresse.com\/home\/ausland\/aussenpolitik\/5532642\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">k\u00e4mpft derzeit mit einer instabilen Regierung<\/a> und bleibt in Israel, auch wenn er die Krise vorerst abwenden konnte. In einem offenen Brief wenden sich 35 israelische Gelehrte nun an Europa. Sie konstatieren ein &#8222;Erstarken des Antisemtismus&#8220;. Die EU solle sich aber daf\u00fcr einsetzen, dass die Bek\u00e4mpfung von Antisemitismus nicht daf\u00fcr instrumentalisiert werde, Kritik an Verletzungen der pal\u00e4stinensichen Menschenrechte zu unterdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Renommierte Professoren wie Jose Brunner von der Universtit\u00e4t Tel Aviv, die Soziologin Eva Illouz oder der Historike Moshe Zimmermann und 31 weitere Gelehrte, darunter gro\u00dfteils Historiker, erinnern in ihrem Brief daran, dass der Staat Israel seit \u00fcber 50 Jahren eine Besatzungsmacht ist. Europa m\u00fcsse entschieden alle Versuche ablehnen, die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung anzugreifen, oder &#8222;Kritik an Israel durch die falsche Gleichsetzung mit Antisemitismus zum Schweigen zu bringen.<\/p>\n<div id=\"vi-ai\" class=\"overflow-x--hidden push-half--bottom\"><\/div>\n<p>Kritik \u00fcben die Wissenschaftler auch an der Beschreibung der Konferenz. Diese sei unter anderem mit folgendem Satz angek\u00fcndigt worden: &#8222;Antisemitismus findet seinen Ausdruck sehr oft in \u00fcbertriebener und unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfiger Kritik am Staat Israel.&#8220; Genau das wolle man bek\u00e4mpfen, dass Israel-Kritik mit Antisemitismus in Verbindung gebracht werde. Auch die Gleichsetzung von Antizionismus und Antisemitismus st\u00f6\u00dft auf Kritik.<\/p>\n<p>Au\u00dfenministerin Karin Kneissl hatte am Sonntag in einem am Wochenende erschienenen Interview in der &#8222;Times of Israel&#8220; erkl\u00e4rt, dass bei der Konferenz &#8222;explizit&#8220; auch der Antizionismus (Ablehnung des Staates Israel, Anm.) angesprochen wird. Der Antizionismus habe n\u00e4mlich &#8222;ein starkes antisemitisches Element&#8220;, sagte sie. &#8222;Wir m\u00fcssen nicht eigens betonen, dass wir sowohl Antisemitismus als auch Antizionismus ablehnen m\u00fcssen.&#8220; Letzteres ist auch auf Widerspruch der Pal\u00e4stinenser gesto\u00dfen. Deren Botschafter in Wien, Salah Abdel Shafi, forderte am Freitag in einer Aussendung, dass Antisemitismus und Antizionismus &#8222;strikt von einander getrennt werden&#8220; m\u00fcssen, weil der Zionismus &#8222;eine politische, koloniale Bewegung darstellt&#8220; und es &#8222;integraler Bestandteil von Meinungsfreiheit&#8220; sei, die Politik des Staates Israel kritisieren zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Lesen Sie hier den Brief der israelischen Gelehrten:<\/p>\n<div class=\"article-inline article-inline--factbox article-inline--framed article-inline--factbox-wide\">\n<h3 class=\"article-inline__headline\">Zu Europa sagen wir: Vermischt Kritik an Israel nicht mit Antisemitismus<\/h3>\n<div class=\"article-inline__content\">\n<p>Im Kontext ihres EU-Ratsvorsitzes wird die \u00f6sterreichische Regierung am 21. November eine hochrangig besetzte Konferenz unter dem Titel \u201eEuropa jenseits von Antisemitismus und Antizionismus \u2013 Sicherung j\u00fcdischen Lebens in Europa\u201c abhalten.<\/p>\n<p>Wir unterst\u00fctzen voll und ganz den kompromisslosen Kampf der EU gegen Antisemitismus. Das Erstarken des Antisemitismus erf\u00fcllt uns mit Sorge. Aus der Geschichte wissen wir, dass dies oft Vorbote von Katastrophen f\u00fcr die gesamte Menschheit war. Das Erstarken des Antisemitismus ist eine reelle Gefahr und sollte der gegenw\u00e4rtigen europ\u00e4ischen Politik ernsthaft zu denken geben.<\/p>\n<p>Die EU steht aber auch f\u00fcr Menschenrechte ein und muss diese genauso energisch sch\u00fctzen wie sie den Antisemitismus bek\u00e4mpft. Die Bek\u00e4mpfung des Antisemitismus sollte nicht daf\u00fcr instrumentalisiert werden, legitime Kritik an der israelischen Besatzung und an schweren Verletzungen pal\u00e4stinensischer Menschenrechte zu unterdr\u00fccken.<\/p>\n<p>Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu h\u00e4tte auf der Konferenz in \u00d6sterreich sprechen sollen, bis er seine Reise absagte, um seine Regierung zu stabilisieren. Er hat hart daran gearbeitet, Kritik am israelischen Staat mit Antisemitismus zu vermischen.<\/p>\n<p>Zu unserer tiefen Besorgnis sehen wir diese Vermischung auch in der offiziellen Ank\u00fcndigung der Konferenz durch die \u00f6sterreichische Regierung. Dort hei\u00dft es: \u201eAntisemitismus findet seinen Ausdruck sehr oft in \u00fcbertriebener und unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfiger Kritik am Staat Israel.\u201c<\/p>\n<p>Diese Worte geben die Antisemitismusdefinition der Internationalen Allianz f\u00fcr Holocaust-Gedenken (IHRA) wieder. Mehrere Beispiele f\u00fcr zeitgen\u00f6ssischen Antisemitismus, die sich der Definition anschlie\u00dfen, beziehen sich auf harsche Kritik an Israel. Im Ergebnis kann die Definition gef\u00e4hrlich instrumentalisiert werden, um Israel Immunit\u00e4t gegen Kritik an schwerwiegenden und verbreiteten Menschen- und V\u00f6lkerrechtsverletzungen zu verschaffen \u2013 Kritik, die f\u00fcr legitim erachtet wird, wenn sie sich gegen andere L\u00e4nder richtet. Das schreckt jedwede Kritik an Israel ab.<\/p>\n<p>Die Ank\u00fcndigung setzt au\u00dferdem Antizionismus mit Antisemitismus gleich. Wie allen modernen j\u00fcdischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts widersetzten sich jedoch auch dem Zionismus viele J\u00fcdinnen und Juden heftig, ebenso wie Nichtjuden, die nicht antisemitisch waren. Zahlreiche Opfer des Holocaust waren gegen den Zionismus. Es ist unsinnig und unangemessen, Antizionismus automatisch mit Antisemitismus gleichzusetzen.<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen auch nicht vergessen, dass der Staat Israel seit \u00fcber 50 Jahren eine Besatzungsmacht ist. Millionen von Pal\u00e4stinenserinnen und Pal\u00e4stinensern unter Besatzung entbehren ihrer Grundrechte, Freiheit und W\u00fcrde. Gerade in Zeiten, in denen die israelische Besatzung sich in Annexion verwandelt, ist es notwendiger denn je, dass Europa alle Versuche entschieden ablehnt, die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung anzugreifen oder Kritik an Israel durch die falsche Gleichsetzung mit Antisemitismus zum Schweigen zu bringen.<\/p>\n<p>Europa muss dies auch f\u00fcr die eigene Glaubw\u00fcrdigkeit und die Wirksamkeit seiner Bek\u00e4mpfung des Antisemitismus tun. Die Ausweitung dieses Kampfes zum Schutz des israelischen Staates vor Kritik tr\u00e4gt zu der Fehlwahrnehmung bei, dass J\u00fcdinnen und Juden mit Israel gleichzusetzen seien und deshalb verantwortlich f\u00fcr die Handlungen dieses Staates w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Als israelische Gelehrte, deren Mehrheit j\u00fcdische Geschichte erforscht und lehrt, sagen wir zu Europa: Bek\u00e4mpft den Antisemitismus unnachgiebig, um j\u00fcdisches Leben in Europa zu sch\u00fctzen, und erm\u00f6glicht, dass es zur Bl\u00fcte gelangt. Erhaltet dabei die klare Unterscheidung zwischen Kritik am Staat Israel, so harsch sie auch sein m\u00f6ge, und Antisemitismus aufrecht. Vermischt nicht Antizionismus mit Antisemitismus. Und sch\u00fctzt die Rede- und Meinungsfreiheit derjenigen, die die israelische Besatzung ablehnen und darauf bestehen, dass sie endet.<\/p>\n<p>https:\/\/diepresse.com\/home\/ausland\/aussenpolitik\/5532530\/Vermischt-Kritik-am-Staat-Israel-nicht-mit-Antisemitismus?fbclid=IwAR34BtRTz6UNWlcp2Uj7-kD-DTUQU_NcGbNOvpjJpe7KVBShGtiKm860w9Q#kommentare<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>34 israelische Gelehrte appellieren an Europa, Israel nicht gegen Kritik zu immunisieren. 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