{"id":5765,"date":"2020-03-27T12:23:01","date_gmt":"2020-03-27T12:23:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=5765"},"modified":"2020-03-27T12:23:01","modified_gmt":"2020-03-27T12:23:01","slug":"ungleichheit-toetet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=5765","title":{"rendered":"UNGLEICHHEIT T\u00d6TET"},"content":{"rendered":"<h4 class=\"h1\"><span class=\"teaser\">Corona wird den Globalen S\u00fcden weitaus h\u00e4rter treffen als die Industriestaaten. Es drohen massive politische Unruhen und Instabilit\u00e4t.<\/span><\/h4>\n<p>Die Corona-Berichterstattung fokussiert sich naheliegenderweise auf die gesundheitlichen Konsequenzen des neuartigen Virus. Dabei wird eine zentrale Einsicht oft vergessen: <em><strong>Gesundheit wirkt \u2013 ebenso wie Smog oder der Klimawandel \u2013 sozial nicht neutra<\/strong><\/em>l. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Staaten in Lateinamerika, die durch extreme soziale Ungleichheiten sowie segregierte Gesundheitssysteme gepr\u00e4gt sind. Die Region weist zusammen mit dem s\u00fcdlichen Afrika die weltweit h\u00f6chsten Ungleichheitswerte auf. Dies wirkt sich ganz konkret auf den Gesundheitszustand aus.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<div class=\"fe-author\">Von <a title=\"Autorenseite von Stefan Peters\" href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/ipg\/autorinnen-und-autoren\/autor\/ipg-author\/detail\/Author\/stefan-peters\/\">Stefan Peters<\/a> | <time datetime=\"2020-03-26\"> 26.03.202, ein Beitrag aus <a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/regionen\/global\/artikel\/detail\/ungleichheit-toetet-4191\/?utm_campaign=de_40_20200327&amp;utm_medium=email&amp;utm_source=newsletter\">IPG\/FriedrichEbertStiftung <\/a><\/time><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure class=\"mainImg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"img-responsive\" src=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/fileadmin\/_processed_\/3\/8\/csm_81981026_Peters_b261347d6b.jpg\" alt=\"DPA\" width=\"1014\" height=\"431\" \/><\/p>\n<footer class=\"copyright\"><small>DPA\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/small>Auf der s\u00fcdlichen Halbkugel keine Seltenheit: Moderne Hochh\u00e4user und Slumviertel nebeneinander.<\/footer>\n<\/figure>\n<div class=\"row\">\n<div class=\"col-sm-9\">\n<div class=\"articleBody\">\n<p>In weiten Teilen der Welt ist das \u00f6ffentliche Leben l\u00e4ngst zum Erliegen gekommen, Ausgangssperren pr\u00e4gen den Alltag. Weitere Empfehlungen zur Eind\u00e4mmung der Corona-Epidemie umfassen die Einhaltung strikter Hygienevorschriften, die Meidung des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs, Arbeit im <em>Home Office<\/em> beziehungsweise den Verzicht auf die Pflege von Sozialkontakten. Alle diese Ma\u00dfnahmen sind richtig. Sie haben jedoch eine zentrale Leerstelle: Sie abstrahieren von den Lebensbedingungen des Gro\u00dfteils der Weltbev\u00f6lkerung. Mit Blick auf den Globalen S\u00fcden wird die Mehrzahl der Todesopfer nicht direkt dem Corona-Virus, sondern indirekt den damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen zum Opfer fallen. Um dies zu verhindern, sind schnell mutige Entscheidungen zur wirtschaftlichen und sozialen Abfederung der Krise notwendig.<\/p>\n<p>Die Weltwirtschaft befindet sich in der Corona-Schockstarre. Die Produktion liegt am Boden. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr finden sich einerseits in den Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung des Virus. Andererseits streut die Unterbrechung von Lieferketten in der globalen Wirtschaft zus\u00e4tzlichen Sand ins Getriebe. Corona wirkt praktisch wie ein Generalstreik ohne Verhandlungstisch. Zudem bricht in vielen Bereichen die Nachfrage ein. Die Menschen bleiben zu Hause und \u00fcben sich in Konsumverzicht. Dieser erzwungene Wandel zu einem post-materiellen Lebensstil hat einen Namen: \u201eDegrowth by desaster\u201c (Peter Victor).<\/p>\n<p>Die Weltwirtschaft wird im Jahr 2020 in eine tiefe Rezession fallen. Wir m\u00fcssen uns auf ein zweistelliges Negativwachstum einstellen. Dennoch gilt: Die Krise l\u00e4uft f\u00fcr die Wirtschaft im Globalen Norden allenfalls auf eine schwere Grippe heraus. Die Hauptlast des wirtschaftlichen Abschwungs wird auf den L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens liegen. Der drastische R\u00fcckgang der Rohstoffpreise und des Tourismus sowie der R\u00fcckgang der R\u00fcck\u00fcberweisungen von Arbeitsmigranten l\u00e4sst bereits jetzt die Staats- und Deviseneinnahmen eines Gro\u00dfteils dieser Staaten einbrechen.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Die Versorgungslage kann sich schnell anspannen, Handelsbilanzdefizite und Schulden wachsen. Vor allem aber schie\u00dfen die Preise f\u00fcr Konsumg\u00fcter und Lebensmittel in die H\u00f6he. Das versch\u00e4rft die soziale Krise.\u00a0<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Gleichzeitig haben viele der L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens im Zuge der Weltmarkt\u00f6ffnung ihre Kapazit\u00e4ten zur Eigenversorgung mit Lebensmitteln und Konsumg\u00fctern verloren und sind abh\u00e4ngig von Importen. Doch aktuell befindet sich der Welthandel auf Sparflamme und zudem haben die meisten W\u00e4hrungen des Globalen S\u00fcdens in den vergangenen Wochen gegen\u00fcber dem Euro und dem Dollar massiv an Wert verloren. Als Konsequenz kann sich die Versorgungslage schnell anspannen oder die Handelsbilanzdefizite und Schulden wachsen. Vor allem aber schie\u00dfen die Preise f\u00fcr Konsumg\u00fcter und Lebensmittel in die H\u00f6he. Dies sorgt f\u00fcr eine weitere Versch\u00e4rfung der sozialen Krise.<\/p>\n<p>Die Corona-Berichterstattung fokussiert sich naheliegenderweise auf die gesundheitlichen Konsequenzen des neuartigen Virus. Dabei wird eine zentrale Einsicht oft vergessen: Gesundheit wirkt \u2013 ebenso wie Smog oder der Klimawandel \u2013 sozial nicht neutral. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Staaten in Lateinamerika, die durch extreme soziale Ungleichheiten sowie segregierte Gesundheitssysteme gepr\u00e4gt sind. Die Region weist zusammen mit dem s\u00fcdlichen Afrika die weltweit h\u00f6chsten Ungleichheitswerte auf. Dies wirkt sich ganz konkret auf den Gesundheitszustand aus.<\/p>\n<p>Sozial benachteiligte Bev\u00f6lkerungsgruppen sind \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig von gesundheitlichen Einschr\u00e4nkungen betroffen und damit in der aktuellen Corona-Krise einem h\u00f6heren Risiko ausgesetzt. Zudem ist ihr Zugang zum Gesundheitssystem ohnehin ungen\u00fcgend und wird sich im Zuge der Ausbreitung des Corona-Virus noch weiter verschlechtern. Denn die Pandemie stellt die bestenfalls wackeligen und prek\u00e4ren Gesundheitssysteme in Lateinamerika unter einen immensen Stresstest.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Die allseits eingeforderten Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen sind f\u00fcr viele Menschen realit\u00e4tsfern, denn sie haben einen Mittelschichtsbias.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Dabei gilt es zu beachten, dass die Gesundheitsversorgung \u2013 entgegen h\u00e4ufigen Vorurteilen \u2013 in vielen L\u00e4ndern der Region nicht per se schlecht ist. Im Gegenteil: Es handelt sich vielmehr um eine Zwei-Klassen-Medizin. Gut ausgestattete Privatkliniken in den wohlhabenden Vierteln der Metropolen stehen dem schlechten Zustand vieler \u00f6ffentlicher Krankenh\u00e4user und einem eklatanten Mangel an ad\u00e4quater Gesundheitsversorgung auf dem Land gegen\u00fcber. Bei einem schweren Krankheitsverlauf entscheiden hier weniger das Alter oder die Vorerkrankungen, sondern das Bankkonto und der Wohnort \u00fcber Leben und Tod.<\/p>\n<p>Zudem sind die allseits eingeforderten Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen nicht nur in Lateinamerika f\u00fcr viele Menschen realit\u00e4tsfern beziehungsweise haben einen Mittelschichtsbias. Laut den Vereinten Nationen hat etwa ein Viertel der Weltbev\u00f6lkerung nur eingeschr\u00e4nkten Zugang zu sauberem Wasser. Die Einhaltung der Hygieniestandards scheitert hier an den Lebensbedingungen. Auch die Unannehmlichkeiten von Ausgangsperren d\u00fcrften in weitl\u00e4ufigen Apartments mit Terrasse verschmerzbarer sein als in kleinen und oft von Armut gepr\u00e4gten Unterk\u00fcnften in den st\u00e4dtischen Marginalvierteln.<\/p>\n<p>In Lateinamerika sind knapp 50 Prozent der Besch\u00e4ftigten im informellen Sektor t\u00e4tig und weitere sind prek\u00e4r besch\u00e4ftigt. Es handelt sich um Menschen, die weder nennenswerte R\u00fccklagen noch eine soziale Absicherung haben. Diese Menschen k\u00f6nnen sich einen Luxus wie den Verzicht auf den \u00f6ffentlichen Nahverkehr, die Umstellung auf <em>Home Office<\/em> oder eine Selbstisolierung kaum leisten.<\/p>\n<blockquote><p><strong>F\u00fcr die kommenden Monate ist mit massiven politischen Unruhen, Instabilit\u00e4t und Pl\u00fcnderungen zu rechnen. Corona wird zu einem Problem der \u00f6ffentlichen Ordnung.<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Schlie\u00dfung von Schulen zieht nicht nur ein Betreuungsproblem nach sich. Gerade in der armen Bev\u00f6lkerung ist oft die kostenlose Schulspeisung der Kinder ein fundamentaler Beitrag zur Sicherstellung der Ern\u00e4hrung. Steigende Preise f\u00fcr Lebensmittel in Folge des Absturzes der Landesw\u00e4hrungen und von Hamsterk\u00e4ufen lassen weitere Einschnitte bef\u00fcrchten. Soziale Abfederungsmechanismen sind jedoch kaum oder gar nicht vorhanden und scheinen bisher keine politische Priorit\u00e4t zu besitzen.<\/p>\n<p>Als Folge der Corona-Krise werden Armut und extreme Armut in die H\u00f6he schnellen. Die soziale Frage hat schon vor der aktuellen Krise in vielen L\u00e4ndern Lateinamerikas zu massiven sozialen Protesten gef\u00fchrt, die von den Regierungen mit unterschiedlicher Intensit\u00e4t niedergeschlagen wurden. F\u00fcr die kommenden Monate ist nicht nur mit einer Zuspitzung der Situation, sondern auch mit massiven politischen Unruhen, Instabilit\u00e4t und Pl\u00fcnderungen zu rechnen. Corona wird zu einem Problem der \u00f6ffentlichen Ordnung und kann Chaos s\u00e4en. Es steht zu bef\u00fcrchten, dass die Politik eine Antwort nicht etwa in einer sozialen Bearbeitung der Krise, sondern mittels schlichter Repression suchen wird und mit Verweis auf die Bek\u00e4mpfung von Corona rechtsstaatliche Standards geopfert werden.<\/p>\n<p>Eine fl\u00e4chendeckende soziale Grundsicherung gibt es nicht zum Nulltarif. Es braucht zus\u00e4tzliche Mittel zur Abfederung der sozialen Krise. Diese m\u00fcssen in einen Sonderfonds zur Sicherstellung der sozialen Grundsicherung flie\u00dfen. Hieraus k\u00f6nnen dann schnelle und gezielte Direkthilfen f\u00fcr die millionenfachen H\u00e4rtef\u00e4lle finanziert werden. Mittel- und langfristig braucht es zur Krisenpr\u00e4vention hingegen die F\u00f6rderung von guter Arbeit und sozialen Rechten sowie eine Neuausrichtung des Entwicklungsmodells.<\/p>\n<p>Auf dem ersten Blick fehlen den lateinamerikanischen Staaten hierf\u00fcr die Mittel. Doch Spielr\u00e4ume sind vorhanden. <em>Erstens<\/em> gibt es Raum f\u00fcr Haushaltsumschichtungen. Laut aktuellem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (SIPRI) stiegen die R\u00fcstungsausgaben in der Region in der j\u00fcngsten Vergangenheit deutlich an. Das Corona-Virus wird aber kaum mit U-Booten oder Kampfhubschraubern besiegt. Gelder f\u00fcr Waffenk\u00e4ufe m\u00fcssen dringend eingefroren und f\u00fcr die Finanzierung der Gesundheits- und Sozialsysteme genutzt werden.<\/p>\n<p><em>Zweitens<\/em> leisten sich die lateinamerikanischen Staaten seit jeher den Luxus, auf eine effektive Besteuerung der Wohlhabenden weitgehend zu verzichten. In der Corona-Krise m\u00fcssen die lateinamerikanischen Eliten in die gesellschaftliche Pflicht genommen werden. Eine \u00dcberwindung der Pandemie erfordert gesamtgesellschaftliche L\u00f6sungsans\u00e4tze mit gro\u00dfkalibrigen Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung der Krise und Pr\u00e4vention einer gesundheitlichen und sozialen Katastrophe. Der K\u00f6nigsweg liegt hier in der Einf\u00fchrung einer effektiven Besteuerung hoher Einkommen. Dies muss kurzfristig von einer einmaligen Verm\u00f6gensabgabe begleitet werden.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Wer eine wirtschaftliche und soziale Katastrophe sowie massive politische Instabilit\u00e4t vermeiden m\u00f6chte, muss jetzt mehr denn je auf internationale Kooperation und eine soziale Weltinnenpolitik setzen<\/strong>.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Abfederung der sozialen Folgen der Pandemie wird \u2013 <em>drittens<\/em> \u2013 nicht allein auf nationaler Ebene m\u00f6glich sein. Genauso wie das Virus nationale Grenzen spielend \u00fcberschreitet, erfordern auch die Gegenma\u00dfnahmen internationale Koordination. Wer eine wirtschaftliche und soziale Katastrophe sowie massive politische Instabilit\u00e4t vermeiden m\u00f6chte, muss jetzt mehr denn je auf internationale Kooperation und eine soziale Weltinnenpolitik setzen. Diese Einsicht ist gleichwohl bei den Staats- und Regierungschefs noch nicht angekommen.<\/p>\n<p>Nationale Alleing\u00e4nge pr\u00e4gen das Bild und belasten schon jetzt die Post-Corona-Zeit mit der Hypothek eines diplomatischen Scherbenhaufens. Dabei ist heute mehr denn je internationale Zusammenarbeit und Solidarit\u00e4t erforderlich. Dies erfordert gro\u00dfz\u00fcgige Unterst\u00fctzung f\u00fcr Krisenstaaten. In diesem Licht erweist sich die Verweigerung finanzieller Hilfen des IWF f\u00fcr Venezuela als handfester Skandal, der die \u2013 vollkommen richtige \u2013 Anklage von Menschenrechtsverletzungen in dem Land als Krokodilstr\u00e4nen entlarvt. Der Fokus liegt weiter auf <em>Regime Change<\/em>, und daf\u00fcr werden leichtfertig Menschenleben geopfert.<\/p>\n<p>Dabei ist es gerade die internationale Gemeinschaft, die in dieser Krise das Heft des Handels in die Hand nehmen und mit schnellen, unb\u00fcrokratischen und weitreichenden Entscheidungen die notwendigen Mittel zur Abfederung der sozialen Konsequenzen der Corona-Pandemie zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnte. Ein internationaler Notfonds unter Einbindung von IWF und Weltbank k\u00f6nnte in der aktuellen globalen Corona-Krise ein Fanal f\u00fcr eine Neugestaltung der internationalen Politik sein.<\/p>\n<p>Sollte die internationale Gemeinschaft die endlosen Bekenntnisse zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (<em>Sustainable Development Goals<\/em>) ernst meinen, m\u00fcssen jetzt mutige Entscheidungen getroffen und breit ausfinanziert werden. Andernfalls sind die Ziele f\u00fcr 2030 bereits Ende 2020 Makulatur. Es muss jetzt rasch und entschlossen gehandelt werden.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Corona wird den Globalen S\u00fcden weitaus h\u00e4rter treffen als die Industriestaaten. Es drohen massive politische Unruhen und Instabilit\u00e4t. Die Corona-Berichterstattung fokussiert sich naheliegenderweise auf die gesundheitlichen Konsequenzen des neuartigen Virus. Dabei wird eine zentrale Einsicht oft vergessen: Gesundheit wirkt \u2013 ebenso wie Smog oder der Klimawandel \u2013 sozial nicht neutral. 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