{"id":1336,"date":"2010-07-15T17:32:20","date_gmt":"2010-07-15T15:32:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=1336"},"modified":"2010-07-15T17:32:20","modified_gmt":"2010-07-15T15:32:20","slug":"eindruecke-vom-europaeischen-sozialforum-esf-in-istanbul","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=1336","title":{"rendered":"Eindr&#252;cke vom Europ&#228;ischen Sozialforum (ESF) in Istanbul"},"content":{"rendered":"<div>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Demo des ESF in Istanbul Sa. 3. Juli<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">Zum Abschluss des 6. europ\u00e4ischen Sozialforums in Istanbul demonstrierten 6 bis 7000 GlobalisierungskritikerInnen \u2013 vor allem Jugendliche \u2013 von Osmanbey zum zentralen Platz der Stadt, dem Taksim-Platz. Es war eine entschlossene, entspannte, dynamische, farbenpr\u00e4chtige, lautstark verlaufende Demonstration, in der vor allem die Kurden und die Arbeiter der Automobilbranche TUMITIS den gr\u00f6\u00dften Bock bildeten. Sie wurden auch von der Polizei eng \u00fcberwacht. Aber auch die griechischen AktivistInnen, jene von Euromarsch, Attac, die belgischen Gewerkschafter waren zahlreich vertreten. Dass nicht zehntausende \u2013 vor allem aus verschiedenen sozialen Bewegungen des Landes &#8211; wie bei den letzten europ\u00e4ischen Sozialforen mobilisiert werden konnten, h\u00e4ngt letztlich auch damit zusammen, dass das Vorbereitungskomitee im Vorfeld alle H\u00e4nde voll zu tun hatte, um dieses Sozialforum so inhaltlich gut wie es dann tats\u00e4chlich verlief \u00fcber die B\u00fchne zu bringen.<\/p>\n<h2><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"ESF\" src=\"http:\/\/lh4.ggpht.com\/_BOyfjfRHgkg\/TDOHelICOdI\/AAAAAAAAALY\/sTWxwJPF5_A\/s640\/esf%20%20istanbul%202010%20169.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"360\" \/><\/h2>\n<h4><a href=\"http:\/\/picasaweb.google.com\/103275713294742574150\/DropBox?authkey=Gv1sRgCPuW_v3X8JvTJQ&amp;feat=directlink\">Bilderstrecke   vom Europ\u00e4ischen Sozialforum (ESF) in Istanbul<\/a><\/h4>\n<p>Ein Bravo an alle OrganisatorInnen, dass dieses 6. Europ\u00e4ische     Sozialforum trotz aller finanziellen, organisatorischen und logistischen     Probleme wie \u00dcbersetzungsschwierigkeiten usf. in einer 13    Millionenstadt  &#8211; das erste Mal au\u00dferhalb eines EU-Landes &#8211; f\u00fcr die    5.000 TeilnehmerInnen  aus 39 L\u00e4ndern so zufriedenstellend durchgef\u00fchrt    werden konnte. (siehe  Programm\u2026.)  Drei Tage hindurch    Veranstaltungen, 90 pro Tag, 3 mal dreist\u00fcndige Module, an denen jeweils    ca. 80 bis 250 AktivistInnen teilnahmen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span id=\"more-639\"> <\/span><\/p>\n<p>EINE VORSICHTIGE BILANZ?<\/p>\n<p>Nein Bilanzen wird es viele geben; jene vor  Ort, in den einzelnen    L\u00e4ndern, in den verschiedenen Organisationen und  eine gemeinsame im    Oktober oder November in Paris, wie angek\u00fcndigt im  kurzen,    pr\u00e4gnant-entschlossenen Abschluss-Aufruf der Sozialen Bewegungen.     (siehe \u2026)   Eine Hauptthematik der zahlreichen intensiven Diskussionen    \u201cWie  gemeinsam mobilisieren gegen ihre Krise, die wir nicht bezahlen    werden?\u201d  oder \u201cWie konkret die Verbindung zwischen Arbeiterschaft und    \u00d6kologie\u00a0  die \u00f6ko-soziale Frage) herstellen angesichts der   Widerspr\u00fcche  der  kapitalistischen Krisenbereinigung hinsichtlich    Wirtschaftswachstum,  Arbeitspl\u00e4tze\u2026 wie die weltweite \u00d6kofrage und    die Arbeiterschaft so  verbinden, dass das DIVIDE ET IMPERA der    Herrschenden nicht so einfach  greifen kann\u201d?<\/p>\n<p>KRITIK am FORUMSPROZESS<\/p>\n<p>Neben den zahlreichen Diskussionen \u00fcber die kapitalistische Krise und     einen Ausweg, der nicht auf Kosten der Bev\u00f6lkerungen geht, gab es   auch   mehrere Veranstaltungen zur kritischen Betrachtung des Verlaufs   der  erst  seit 8 Jahren existierenden europ\u00e4ischen Sozalforen (2002    Florenz), denn  die Teilnehmerzahlen sind jedes Mal r\u00fcckl\u00e4ufig. (Malm\u00f6    2008:   6.000,  Istanbul 2010:   5.000 ).   Einer der Hauptgr\u00fcnde liegt    in der von vielen nicht direkt erkennbaren  Wirkung der Sozialforen  als   Vernetzungsstruktur, als Kl\u00e4rungsprozess von  Inhalten zwischen  den   verschiedenen Gruppen, die sich sonst nie an einen  Tisch setzen  w\u00fcrden.   In der Koordination von Aktionen und gemeinsamen  Entwicklung  von   Alternativen zum krisengesch\u00fcttelten, \u00f6kologisch in der  Sackgasse    befindlichen Kapitalismus.<\/p>\n<p>An der Organisation von Protestveranstaltungen zu den G8 bzw. G20     Gipfeln, Klimagipfel, WTO Treffen waren vor allem Leute aus der     Sozialforumsbewegung beteiligt.   Die Charta von Porto Alegre (siehe    \u2026), die auch den kontinentalen  Foren zu Grunde liegt, l\u00e4uft nicht auf    Entscheidungen von Aktionen  hinaus. Es sollte der Vereinnahmung der    autonomen Sozialforenbewegung  durch Gro\u00dfparteien ein Riegel    vorgeschoben werden. Dies ist gelungen. Es hatte  aber auch zur Folge,    dass die Treffen der Sozialen Bewegungen im  Anschluss an das  offizielle   Forum den Aufgaben einer kontinuierlichen  internationalen    Aktionsstruktur nicht mehr gewachsen waren.  Chico Whitaker &#8211; einer  der   Verfasser der Charta &#8211; wies in diesem  Zusammenhang darauf hin,  dass  die  Sozialforumsbewegung sich  international (ausgenommen in  Europa)   ausweitet. Im Jahre 2010 finden  allein 42 Sozialforen rund um  die Welt   statt. Das 2. US-Sozialforum in  Detroit war mit 15.000  Besuchern und   auch das 1. Mesopotamische  Sozialforum mit 10.000  Leuten eher gut   besucht. Der vor zehn Jahren  begonnene Slogan \u201cEine  andere Welt ist   m\u00f6glich\u201d, wird auf Grund der  Systemkrise zu \u201cEine  andere Welt ist   dringend n\u00f6tig\u201d.<\/p>\n<p>Johann Sch\u00f6gler<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Demo des ESF in Istanbul Sa. 3. 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