{"id":1963,"date":"2012-02-21T13:12:03","date_gmt":"2012-02-21T11:12:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=1963"},"modified":"2012-02-21T13:12:03","modified_gmt":"2012-02-21T11:12:03","slug":"kriegskolonialismus-als-entwicklungshilfe-fuer-somalia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=1963","title":{"rendered":"Kriegskolonialismus als Entwicklungshilfe f&#252;r Somalia"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #008000;\"><em>&#8222;Von Anbeginn an hatte die AMISOM-Mission die volle Unterst\u00fctzung der USA und  der EU, die in ihr die M\u00f6glichkeit sehen, milit\u00e4risch in den Konflikt   einzugreifen, ohne westliche Soldaten nach Somalia schicken zu m\u00fcssen.<strong> <strong>Die Finanzierung der Mission \u00fcbernahmen die EU  &#8211; die ihren Beitrag   vorrangig aus dem Entwicklungshilfetopf bezahlt &#8211; und die USA. Die   EU-Gelder werden vor allem f\u00fcr die Ausbildung und die L\u00f6hne der   AMISOM-Soldaten verwendet<\/strong><\/strong><strong>.&#8220;<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><em><strong><!--more--><\/strong><\/em><\/p>\n<h2><a title=\"Permanent Link to Die vielen Formen des Krieges am Horn von Afrika\" rel=\"bookmark\" href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2012\/02\/14\/die-vielen-formen-des-krieges-am-horn-von-afrika\/\">Die vielen Formen des Krieges am Horn von Afrika<\/a><\/h2>\n<p>von: Jonna Sch\u00fcrkes | Ver\u00f6ffentlicht am: 14. Februar 2012<\/p>\n<p><strong>Die j\u00fcngsten Sicherheitsstrategien der Europ\u00e4ischen Union, der USA,  Deutschlands und anderer westlicher Staaten skizzieren das Bild einer  Welt voller diffuser Bedrohungen. Dennoch scheint das neue strategische  Konzept der EU f\u00fcr die Region am Horn von Afrika (verabschiedet Mitte  November 2011) eine Quelle dieser Bedrohungen lokalisiert zu haben:<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong>\u201eDas strategische Konzept erkennt die Notwendigkeit an, die  B\u00fcrger Europas  vor den Bedrohungen, die von Teilen dieser Region ausgehen, zu sch\u00fctzen. Dazu geh\u00f6ren der Terrorismus, die Piraterie, die Verbreitung von  Waffen, ebenso gemeinsame Herausforderungen wie die Migration und der  Klimawandel.&#8220;[1]<\/p>\n<p>Auch die Ursachen der Bedrohungen sind identifiziert: Die  Jugendarbeitslosigkeit f\u00fchre zu einer \u201eRadikalisierung oder  Mobilisierung durch politische Gruppen, die es f\u00fcr angebracht halten,  externe Kr\u00e4fte f\u00fcr interne Probleme verantwortlich zu machen&#8220;. Die  Migration sei vor allem in hohen Geburtenraten, politischen Unruhen und  dem traditionellem Nomadismus begr\u00fcndet, die \u201eAbwesenheit von  Rechtsstaatlichkeit und das administrative Vakuum in Somalia&#8220; sei ebenso wie die schlechte Regierungsf\u00fchrung in der Region f\u00fcr Terrorismus und  Piraterie verantwortlich etc.<\/p>\n<p>Die Antwort der EU ist, die unterschiedlichen Instrumente &#8211; von der  Entwicklungshilfe bis hin zur milit\u00e4rischen Intervention &#8211; zu b\u00fcndeln,  mit dem Ziel diese Bedrohungen abzuwenden bzw. zumindest daf\u00fcr zu  sorgen, \u201edass die Unsicherheit in der Region nicht andere au\u00dferhalb  deren Grenzen bedroht&#8220;.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hat die EU mit der B\u00fcndelung ihrer unterschiedlichen  Instrumente bereits begonnen: Derzeit laufen zwei EU-Missionen am Horn  von Afrika, eine weitere ist in der konkreten Ausplanung. Die  Koordination der zivilen und milit\u00e4rischen Instrumente soll ein  \u201eOperationszentrum f\u00fcr das Horn von Afrika&#8220; \u00fcbernehmen, das seine  Zentrale offenbar in Uganda haben wird.[2]   Dar\u00fcber hinaus unterst\u00fctzt die EU bzw. ihre Mitgliedsstaaten auf  verschiedenste Weise all jene Kr\u00e4fte in der Region, bei denen die  Hoffnung besteht, sie nutzen diese Hilfe, um die Interessen des Westens  am Horn von Afrika durchzusetzen.<\/p>\n<p>Es sind allerdings nicht nur die EUrop\u00e4ischen Staaten, die versuchen,  die Region unter Kontrolle zu bringen. Vielmehr tummeln sich in und vor  Somalia unz\u00e4hlige ausl\u00e4ndische Truppen, Milit\u00e4r- Polizei- und  Geheimdienstberater, die alle mehr oder weniger unterschiedliche  Interessen verfolgen.<\/p>\n<p>Der Versuch der zahlreichen Akteure, die Kontrolle \u00fcber Somalia, den  Golf von Aden und das gesamte Horn von Afrika zu erlangen, f\u00fchrt nicht  nur zu einer Militarisierung der Region und zur Eskalation der dortigen  Konflikte, sondern legt auch den Grundstein f\u00fcr zuk\u00fcnftige  Auseinandersetzungen. Das Wohl der Bev\u00f6lkerung in Somalia und den  anderen Staaten am Horn von Afrika bleibt dabei auf der Strecke.<\/p>\n<p><strong>Die Hungersnot &#8211; eine Gelegenheit den B\u00fcrgerkrieg milit\u00e4risch zu gewinnen?<br \/>\n<\/strong><br \/>\nNachdem die somalische \u00dcbergangsregierung (TFG) auch mit der  Unterst\u00fctzung von mehreren tausend Soldaten der Mission der  Afrikanischen Union f\u00fcr Somalia (AMISOM) lange Zeit nur das Viertel um  den Regierungspalast und den Hafen kontrollierte, wurde im August 2011  die \u201eAl Shabaab&#8220; offiziell aus der Hauptstadt vertrieben. Seither wird  Mogadischu offenbar von der AMISOM und den \u201eSicherheitskr\u00e4ften&#8220; der TFG  kontrolliert.[3]   Bei der Al Shabaab handelt es sich um einen Teil der  Union Islamischer Gerichtsh\u00f6fe (UIC), welche 2006\/2007 durch die  milit\u00e4rische Intervention \u00c4thiopiens  mit westlicher Unterst\u00fctzung  gest\u00fcrzt worden war. Im Anschluss zerbrach die UIC, wobei sich ein Teil  an den Friedensverhandlungen von Dschibuti 2008 und an der dort neu  aufgestellten \u00dcbergangsregierung beteiligte. Die Al Shabaab[4] hingegen  f\u00fchrte den bewaffneten Kampf gegen die TFG fort.<\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr den jetzigen R\u00fcckzug aus Mogadischu wird vor allem in  einer generellen Schw\u00e4chung der Al Shabaab gesehen. Ursache daf\u00fcr sei  die Hungersnot, welche in der zweiten H\u00e4lfte 2011 in Ostafrika und vor  allem in Somalia herrschte. Die Unterst\u00fctzung der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die  Miliz sei vor allem aufgrund der Tatsache geschwunden, dass Menschen in  den von der Al Shabaab kontrollierten Gebieten kaum Hilfe durch  internationale Hilfsorganisationen erhalten h\u00e4tten. Diese h\u00e4tten  horrende Bestechungsgelder an die lokalen Herrscher zahlen m\u00fcssen bzw.  ihnen sei komplett der Zugang zu den Gebieten verweigert worden. Die Al  Shabaab argumentierte, die Hilfsorganisationen nutzten die Not der  Menschen f\u00fcr missionarische Ziele und zur Schw\u00e4chung der Al Shabaab.[5]  Zumindest im letzteren Punkt scheint die Bef\u00fcrchtung nicht ganz  unbegr\u00fcndet zu sein, wurde doch von verschiedener Seite davon  gesprochen, die akute Nahrungsmittelknappheit w\u00fcrde den (milit\u00e4rischen)  Sieg \u00fcber die Miliz erm\u00f6glichen: \u201eDie Hungersnot ist eine Gelegenheit,  unsere Kontrolle auszuweiten, sagte der Premier-Minister Abdiweli  Mohamed Ali der [us-amerikanischen Zeitschrift] Time. \u2018Je schw\u00e4cher [Al  Shabaab] ist, desto mehr werden wir erreichen&#8216;. Ein Milit\u00e4rberater der  TFG best\u00e4tigte, dass die TFG verhindern wolle, dass Hilfsg\u00fcter bis zum  Sieg \u00fcber die Al Shabaab nach S\u00fcdsomalia gebracht w\u00fcrden. Diesen Punkt  unterstreichend sagte General Yusuf Mohammed Siad, besser bekannt als  Inda&#8217;ade: \u2018Wir k\u00f6nnen dort keine Lebensmittel hinbringen. Sie haben  nichts, sie k\u00f6nnen nicht k\u00e4mpfen. Was wir jetzt tun m\u00fcssen, ist sie zu  vertreiben. Danach werden wir Lebensmittel dort hinbringen'&#8220;[6] Auch  Hilfsorganisationen wie die Deutsche Welthungerhilfe sahen in der  Hungerkatastrophe ein \u201eGelegenheitsfenster&#8220; zur Schw\u00e4chung und  Vertreibung der Al Shabaab.[7]<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr, dass die Nahrungshilfe nicht in den Gebieten der Al Shabaab ankam, lagen also nicht nur am Verhalten dieser Miliz. Zumal  vor allem us-amerikanische Organisationen offenbar bef\u00fcrchten mussten,  juristisch belangt zu werden, sollten sie die Bev\u00f6lkerung in eben jenen  Gebieten unterst\u00fctzen. 2008 wurde die Miliz aufgrund ihrer mutma\u00dflichen  Verbindungen zu Al Qaida in den USA auf die Liste der  Terrororganisationen gesetzt. Dies verbietet es NGOs, diese Gruppe &#8211;  auch indirekt &#8211; zu unterst\u00fctzten.[8] Ein Reporter der BBC berichtete  Anfang August 2011: [&#8230;] ich habe mit vielen lokalen und internationalen  NGOs gesprochen, die beachtlichen Erfolg dabei hatten, die Hungernden in den Al Shabaab Gebieten zu versorgen, ohne \u2018Steuern&#8216; an die lokalen  Machthaber zahlen zu m\u00fcssen. Privat sagten mir viele, die Restriktionen  durch die US-Gesetzgebung sei das eigentliche Hindernis&#8220;[9] Auch wenn  die US-Regierung die Restriktionen im August 2011 aufhob[10], \u201ezeigten  sich die Organisationen weiterhin besorgt, dass sie dennoch gegen  us-amerikanische Gesetze versto\u00dfen oder dem Angriff durch Parteien in  den USA ausgesetzt sein k\u00f6nnten. Daher blieben viele Organisationen  unt\u00e4tig, anstatt den hungernden Menschen die verzweifelt ben\u00f6tigte Hilfe zu gew\u00e4hrleisten&#8220;.[11]<\/p>\n<p>In Reaktion darauf ver\u00f6ffentlichten am 21. September 2011 zwanzig  Hilfsorganisationen einen offenen Brief, in dem sie dazu aufforderten,  s\u00e4mtliche Hindernisse f\u00fcr Hilfsma\u00dfnahmen auch von Seiten der  \u201eGeberstaaten&#8220; zu beseitigen. Zudem forderten sie dazu auf, die  Gelegenheit zu nutzen, um mit der Al Shabaab einen Waffenstillstand  auszuhandeln.[12] Dem wurde der deutschen Bundesregierung zufolge  allerdings nicht entsprochen. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage  im Bundestag erkl\u00e4rte sie, dass sie keinerlei Initiative ergriffen habe, um auf ein solches Abkommen hinzuwirken. Auch seien ihr keine anderen  Staaten oder Organisationen bekannt, die dies versucht h\u00e4tten.[13]<br \/>\n<strong><br \/>\nTerrorgefahr im Eigenbau &#8211; Kenias Einmarsch in Somalia<\/strong><\/p>\n<p>Ganz im Gegenteil: Sowohl der kenianische Pr\u00e4sident, Mwai Kibaki, als auch der \u00e4thiopische Premier, Meles Zenawi, &#8211; beides enge Verb\u00fcndete  der EU und der USA &#8211; schickten w\u00e4hrend der Hungerkrise Soldaten ins  Nachbarland. Kurz vor dem Einmarsch in Somalia erkl\u00e4rte Kibaki: \u201eDer  k\u00fcrzlich erfolgte R\u00fcckzug der Al Shabaab aus der somalischen Hauptstadt  Mogadischu ist eine g\u00fcnstige Gelegenheit f\u00fcr die Internationale  Gemeinschaft, ihre Anstrengungen zu erneuern. Dadurch dass Al Shabaab  Hilfsorganisationen den Zugang zu den [von der Hungerkatastrophe  besonders betroffenen] Regionen verweigert und tausende von Leben in  Gefahr gebracht hat, verliert die Gruppe an Unterst\u00fctzern&#8220;.[14] Mitte  Oktober 2011 startete dann die Operation Linda Nchi. Mehrere tausend  kenianische Soldaten marschierten nach Somalia ein. Ausl\u00f6ser war  offiziell die Entf\u00fchrung zweier spanischer Mitarbeiterinnen von \u00c4rzte  ohne Grenzen aus Dadaab, dem gr\u00f6\u00dften Lager f\u00fcr somalische Fl\u00fcchtlinge in Kenia. Sie seien von Al Shabaab-K\u00e4mpfern in die Hafenstadt Kismayo  verschleppt worden. Die Offensive war aber offenbar schon l\u00e4ngere Zeit  geplant: \u201eVerschiedene Quellen stimmen darin \u00fcberein, dass die  kenianische Intervention schon 2010 diskutiert und entschieden wurde und dann mit westlichen Partnern, vor allem den USA, aber auch Frankreich  abgesprochen wurde. Nairobi scheint die Entf\u00fchrungen der Ausl\u00e4nder durch somalische Truppen als Ausrede genutzt zu haben, eine bereits  beschlossene Operation zu starten.&#8220;[15]<\/p>\n<p>International wurde die milit\u00e4rische Intervention kaum kritisiert.  Weder die Europ\u00e4ische Union, noch die USA oder die UN verurteilten  \u00f6ffentlich das Vorgehen. Nur der Pr\u00e4sident Somalias Sharif Sheikh Ahmed  erkl\u00e4rte, man k\u00f6nne den Angriff auf die Souver\u00e4nit\u00e4t Somalias nicht  akzeptieren.[16] Andere Mitglieder der TFG begr\u00fc\u00dften hingegen den  Einmarsch der Truppen.<\/p>\n<p>Seit Jahren hat Kenia vor allem mit der Ausbildung und Bewaffnung von somalischen Milizen[17], die im Grenzgebiet zu Kenia gegen die Al  Shabab k\u00e4mpfen, versucht, diese Miliz aus der Region zu vertreiben.[18]  Da dies offensichtlich nicht den gew\u00fcnschten Erfolg brachte, soll nun  das kenianische Milit\u00e4r eine Pufferzone zur kenianischen Grenze  schaffen, aus der Al Shabaab vertrieben werden soll. Dies soll sowohl  die Angriffe durch diese Gruppe in Kenia erschweren als auch die  Voraussetzung daf\u00fcr schaffen, in dieser Zone Fl\u00fcchtlingslager aufbauen  zu k\u00f6nnen, um zu verhindern, dass weiterhin Menschen aus Somalia nach  Kenia fl\u00fcchten.[19] In der Region soll dann eine autonome Region  entstehen, mit der Hauptstadt Kismayo und unter der Herrschaft von  Mohamed Abdi Mohamed, ehemaliger Verteidigungsminister der TFG  &#8211; so die Vorstellung der kenianischen Regierung.[20] Nicht nur die derzeitige  somalische \u00dcbergangsregierung, auch die Regierung \u00c4thiopiens ist \u00fcber  diese Ziele Kenias nicht besonders erfreut[21]. K\u00fcnftige (gewaltsame)  Konflikte sind daher vorprogrammiert.<\/p>\n<p>Mit der logistischen Unterst\u00fctzung Frankreichs,[22] das die  kenianischen Truppen und deren Ausr\u00fcstung von Nairobi an die Grenze zu  Somalia verlegte, konnte die Armee innerhalb kurzer Zeit die Al Shabaab  aus einigen wichtigen St\u00e4dten vertreiben. Die Intervention und die  K\u00e4mpfe gegen die Miliz verursachten sowohl bei der somalischen als auch  der kenianischen Bev\u00f6lkerung weiteres Leid. Immer wieder wurden auch  Zivilisten vom kenianischen Milit\u00e4r unter Beschuss genommen und get\u00f6tet: So beispielsweise am 30. Oktober 2011, als Bomben \u00fcber dem  Fl\u00fcchtlingslager Jibil abgeworfen wurden. Grund daf\u00fcr war  offensichtlich, dass sich in der N\u00e4he des Lagers ein St\u00fctzpunkt der Al  Shabaab befand und manche Milizion\u00e4re im Fl\u00fcchtlingslager Schutz  suchten. Die K\u00e4mpfe haben aber vor allem daf\u00fcr gesorgt, dass Menschen  erneut fliehen mussten. Vor allem nach Kismayo fl\u00fcchten immer mehr  Menschen, die allerdings dort kaum versorgt werden k\u00f6nnen.[23] Das Ziel  der kenianischen Armee ist diese Hafenstadt, die aber gleichzeitig die  wichtigste Einnahmequelle und wichtigster Standort der Al Shabaab ist.  Daher ist zu bef\u00fcrchten, dass bei dem Kampf um Kismayo erneut Zivilisten zu Schaden kommen. Die Reaktionen der Internationalen Gemeinschaft  zeigen, dass nicht nur Frankreich und die USA die Intervention  stillschweigend akzeptieren: \u201eEinzig die EU-Kommissarin f\u00fcr humanit\u00e4re  Hilfe, Kristalina Georgieva, forderte die Konfliktparteien auf,  Zivilisten zu schonen. Diese zaghafte Mahnung verhallte ebenso ungeh\u00f6rt  wie ein Statement des UN-Kinderhilfswerk (UNICEF), wonach in den  umk\u00e4mpften Gebieten zunehmend Kinder im Kreuzfeuer ums Leben  kommen&#8220;.[24]<\/p>\n<p>Offizielle Begr\u00fcndung der milit\u00e4rischen Intervention in Somalia war  die Bef\u00fcrchtung, Al Shabaab k\u00f6nnte in Kenia zunehmend Anschl\u00e4ge ver\u00fcben  und Ausl\u00e4nder entf\u00fchren. Beides wurde vor allem als sch\u00e4dlich f\u00fcr den  kenianischen Tourismussektor angesehen. Allerdings hat sich die Gefahr  von Anschl\u00e4gen durch die Al Shabaab mit dem Einmarsch in Somalia  deutlich erh\u00f6ht. Bereits wenige Tage nach dem Beginn der Operation Linda Nchi explodierten in Nairobi zwei Bomben, die Al Shabaab wurde daf\u00fcr  verantwortlich gemacht. Im Dezember 2011 hat es, der  UN-Nachrichtenagentur IRIN zufolge, mindestens 15 Anschl\u00e4ge in  Fl\u00fcchtlingslagern in Kenia und auf kenianische Sicherheitskr\u00e4fte  gegeben.[25] Diese \u201everst\u00e4rkte Terrorgefahr&#8220; nutzt Kibaki wiederum, um  repressiver gegen tats\u00e4chliche oder vermeintliche Anh\u00e4nger von Al  Shabaab in Kenia vorzugehen. Davon betroffen sind besonders somalische  Kenianer, die von Sicherheitskr\u00e4ften zunehmend drangsaliert werden.[26]  Auch in anderer Hinsicht k\u00f6nnte der Schuss nach hinten losgehen &#8211; die Al Shabaab k\u00f6nnte durch die kenianische Armee gest\u00e4rkt werden, wenn es ihr gelingt sich &#8211; \u00e4hnlich wie 2006 &#8211; als Verteidiger einer nationalen  Einheit und gegen die gewaltsame Intervention der Nachbarstaaten zu  pr\u00e4sentieren.<br \/>\n<strong><br \/>\nErneute \u00e4thiopische Besatzung<\/strong><\/p>\n<p>Die Al Shabaab verdankt ihre einstige Popularit\u00e4t nicht zuletzt der  milit\u00e4rischen Intervention \u00c4thiopiens 2006 bi 2008. Nach dem Sturz der  Union Islamischer Gerichtsh\u00f6fe und der anschlie\u00dfenden Besatzung des  Landes durch \u00e4thiopische Truppen wurde im 2008 geschlossenen  Friedensvertrag von Dschibuti explizit festgeschrieben, dass zwar eine  mit UN-Mandat versehene Truppe entsandt werden sollte, um die TFG zu  sch\u00fctzen. Soldaten der Nachbarstaaten Somalias waren von einer solchen  Truppe allerdings explizit ausgeschlossen. Dennoch hat \u00c4thiopien seither immer wieder, auch milit\u00e4risch, mehr oder weniger direkt in den  Konflikt in Somalia eingegriffen. Anfang 2010 bildete und r\u00fcstete  \u00c4thiopien, finanziert in erster Linie durch Deutschland, 1000 Polizisten f\u00fcr die TFG aus. Der Bundesregierung zufolge sollten diese Polizisten  nach Mogadischu gebracht werden[27], um dort der TFG unterstellt zu  werden. Allerdings kamen sie dort bis heute nicht an, sondern befanden  sich zumindest Mitte 2010 in der Provinz Gedo, die sowohl an Kenia als  auch an \u00c4thiopien angrenzt.[28] Die Region wird beherrscht von einer  Miliz namens Ahlu Sunna Wal Jama&#8217;a (ASWJ), die dort gemeinsam mit  \u00c4thiopien gegen die Al Shabaab k\u00e4mpft. Auf Vermittlung der \u00e4thiopischen  Regierung war kurz vor der Verbringung der 1000 Polizisten nach Gedo ein Abkommen zwischen der TFG und der ASWJ geschlossen worden, worin die  International Crisis Group allerdings vor allem ein Zweckb\u00fcndnis sieht,  das auch schnell wieder auseinanderbrechen k\u00f6nnte: \u201eDie Beziehungen  zwischen ASWJ und der TFG sind gepr\u00e4gt durch Misstrauen und der  Notwenigkeit sich gegen Al Shabaab zusammenzutun&#8220;.[29]<\/p>\n<p>2011 gab es immer wieder lang anhaltende K\u00e4mpfe zwischen der ASWJ und der Al Shabaab, bei denen nicht nur Hunderte von Zivilisten  starben,[30] sondern auch Tausende von Menschen, die zuvor aufgrund der  Hungersnot in die Region geflohen waren, erneut vertrieben wurden.[31]  Im November 2011 schlie\u00dflich marschierte auch die \u00e4thiopische Armee in  Somalia offiziell ein, um sowohl die ASWJ als auch die kenianische Armee zu unterst\u00fctzen. Seither befinden sich mehrere tausend \u00e4thiopische  Soldaten in Somalia, die Ende 2011 die Stadt Beledweyne einnahmen.  Erneut starben Zivilisten und etliche weitere wurden vertrieben.[32] Der \u00e4thiopische Premier Zenawi k\u00fcndigte bereits an, man gedenke die Truppen solange in Somalia zu stationieren, bis die AMISOM die Region  kontrolliere.[33]<\/p>\n<p>Von der Internationalen Gemeinschaft war abermals kaum Kritik an dem  Vorgehen der \u00e4thiopischen Regierung zu h\u00f6ren. Der US-Staatssekret\u00e4r f\u00fcr  afrikanische Angelegenheiten, Johnnie Carson, hatte zwar Ende 2011 Kenia und \u00c4thiopien darauf hingewiesen, dass das unilaterale Vorgehen der  beiden L\u00e4nder in Somalia insofern gef\u00e4hrlich sein k\u00f6nnte, als dass die  Unterst\u00fctzung f\u00fcr Al Shabaab in der somalischen Bev\u00f6lkerung wieder  zunehmen k\u00f6nnte. Viel besser sei es, wenn sich die \u00e4thiopischen und  kenianischen Truppen an der AMISOM beteiligen w\u00fcrden.[34] Davon  abgesehen, dass Carson damit lediglich den Rahmen des milit\u00e4rischen  Eingreifens, nicht aber das Eingreifen an sich kritisierte, rief er  nicht nur die Regierungen der beiden Nachbarstaaten Somalias, sondern  auch die AMISOM selbst dazu auf, gegen eine grundlegende \u00dcbereinkunft  des Friedensvertrags von Dschibuti zu versto\u00dfen.<br \/>\n<strong><br \/>\nAMISOM und die internationale Besatzung Mogadischus.<\/strong><\/p>\n<p>Die Truppen der AMISOM wurden bisher ausschlie\u00dflich in Mogadischu  eingesetzt. Ihre Aufgabe besteht darin, die \u00dcbergangsregierung mit  \u201eallen notwendigen Mitteln&#8220; zu sch\u00fctzen. Faktisch ersetzte sie die  \u00e4thiopischen Truppen, die aufgrund des Friedensvertrags von Dschibuti,  Somalia 2008 verlassen mussten. Insofern verwundert es nicht, dass Al  Shabaab, die an den Friedensverhandlungen und vor allem auch an der  Vergabe von Posten innerhalb der neuen \u00dcbergangsregierung nicht  beteiligt war, die AU-Mission als eine \u201eFortsetzung der Besatzung durch  \u00c4thiopien&#8220; bezeichnet.[35] Damit handelte es sich bei der Truppe von  Anfang an in keinster Weise um eine neutrale \u201eFriedensmission&#8220;, was dazu f\u00fchrte, dass die AMISOM-Truppen fast t\u00e4glich gegen die Al Shabaab in  Mogadischu k\u00e4mpften. Beide Kriegsparteien beschossen dabei immer wieder  wahllos Wohngebiete und M\u00e4rkte[36]. Wie viele Zivilisten dabei get\u00f6tet  wurden, ist vollkommen unklar.<\/p>\n<p>Von Anbeginn an hatte die Mission die volle Unterst\u00fctzung der USA und der EU, die in ihr die M\u00f6glichkeit sehen, milit\u00e4risch in den Konflikt  einzugreifen, ohne westliche Soldaten nach Somalia schicken zu m\u00fcssen.<strong> Die Finanzierung der Mission \u00fcbernahmen die EU  &#8211; die ihren Beitrag  vorrangig aus dem Entwicklungshilfetopf bezahlt &#8211; und die USA. Die  EU-Gelder werden vor allem f\u00fcr die Ausbildung und die L\u00f6hne der  AMISOM-Soldaten verwendet<\/strong>. Die USA bezahlt in erster Linie die  Ausr\u00fcstung. Neben der direkten Finanzierung der Mission spielen auch die von der EU und den USA finanzierten und teilweise geleiteten  Ausbildungszentren und -lehrg\u00e4nge f\u00fcr Soldaten aus Ostafrika eine  wichtige Rolle.[37]<\/p>\n<p>Bis Ende 2010 bestand die Mission nur aus wenigen tausend ugandischen und burundischen Soldaten. Erst nach dem Anschlag der Al Shabaab in der ugandischen Hauptstadt Kampala im Juni 2010, bei dem 70 Menschen  get\u00f6tet wurden, stockte Uganda die Truppen auf, sodass bis Ende 2010 die Mandatsobergrenze von 8000 Soldaten erreicht war. Der UN-Sicherheitsrat mandatierte daraufhin die Entsendung von bis zu 12.000 Truppen. Dabei  bleibt er deutlich unter der Forderung der Afrikanischen Union und der  Regionalorganisation f\u00fcr Ostafrika (IGAD), die eine Aufstockung auf  20.000 Soldaten und die Ausweitung des Mandats auf ganz Somalia  gefordert hatten[38]. Seit Ende 2011 sind fast 10.000 AMISOM-Soldaten in Mogadischu stationiert. Dazu z\u00e4hlen inzwischen auch 200 Soldaten aus  Dschibuti[39], womit erstmals Truppen eines Nachbarstaates an der  Mission teilnehmen. Es gibt zudem Pl\u00e4ne, die kenianischen Soldaten, die  sich in Somalia befinden, der AMISOM zu unterstellen. Das kenianische  Parlament hat dies bereits im Dezember 2011 genehmigt. Ein solcher  Schritt w\u00fcrde allerdings nicht nur eine weitere Verletzung des  Friedensvertrags von Dschibuti bedeuten. Es w\u00e4re auch zu erwarten, dass  die AMISOM &#8211; und mit ihr die TFG &#8211; weiter an R\u00fcckhalt in der Bev\u00f6lkerung verlieren w\u00fcrde.[40]<\/p>\n<p>Bei Al Shabaab und AMISOM handelt es sich allerdings nicht um die  einzigen bewaffneten Gruppen in Mogadischu. Es kommen weitere  \u201eSicherheitskr\u00e4fte&#8220; und Milizen hinzu: Die Internationale Gemeinschaft  hat sich zum Ziel gesetzt, der TFG einen Sicherheitsapparat an die Hand  zu geben, der langfristig die Kontrolle im Land \u00fcbernehmen soll. Die  International Crisis Group sch\u00e4tzte die St\u00e4rke der \u201eSicherheitskr\u00e4fte&#8220; &#8211; eine Unterscheidung zwischen Polizei und Armee ist selbst der  Bundesregierung zufolge kaum m\u00f6glich[41] &#8211; Mitte 2010 auf insgesamt 3000 Mann, wobei die Beurteilung des Zustands der Sicherheitskr\u00e4fte nicht  besonders positiv ausfiel: \u201eDem Sicherheitssektor der TFG fehlt  allgemein Struktur, Organisation und eine funktionierende Befehlskette.  Einer internationalen Untersuchung zufolge, \u2018bleibe die Kultur, die  Mentalit\u00e4t und das Verhalten der Milizen in der Armee bestehen&#8216;. Die  Ausbildung durch die AMISOM und andere internationale Partner hat es  nicht geschafft, diese M\u00e4ngel zu beheben [&#8230;] Aufgrund von Korruption und Ineffizienz, wurden vielen Soldaten der Sold nicht ausbezahlt. In der  Vergangenheit verkauften viele Soldaten und Polizisten der TFG ihre  Waffen und sind zu den Aufst\u00e4ndischen \u00fcbergelaufen&#8220;.[42]<\/p>\n<p>Einige der Soldaten, die in Mogadischu gemeinsam mit der AMISOM gegen die Al Shabaab k\u00e4mpften, wurden im Rahmen einer EU-Mission (EUTM)  ausgebildet. Diese Mission bildete seit Mitte 2010 junge somalische  M\u00e4nner in Bihanga (Uganda) zu Soldaten aus, um sie dann nach Mogadischu  zu schicken.[43]<\/p>\n<p>In den ersten beiden Ausbildungszyklen wurden fast 2000 Milizion\u00e4ren  zu Soldaten. Diese Verwandlung wird eindrucksvoll in der Zeitschrift des EU-Milit\u00e4rstabs \u201eImpetus&#8220; beschrieben: \u201e[der Rekrut Hussain] war sich  nicht ganz sicher, was das Training [in Bihanga] beinhalten w\u00fcrde, aber  er wollte so schnell wie m\u00f6glich nach Hause zur\u00fcckkehren, um weiter zu  k\u00e4mpfen, denn sein Leben ist der Kampf, er hat nie etwas anderes kennen  gelernt. Er wurde mitten im Krieg geboren, in dem \u00e4rmsten Land der Welt  und er kann sich ein Leben ohne Krieg und ohne Kampf nicht einmal  vorstellen. Das Leben im Bihanga Trainingszentrum unterscheidet sich  sehr von allem, was Hussain bis dahin erlebt hatte. Es handelte sich um  die intensivste Bet\u00e4tigung seines Lebens: 14 Stunden pro Tag, sechs Tage die Woche. Das Training [&#8230;] ist kein Spiel, die Rekruten werden von  professionellen Soldaten ausgebildet, hier werden Soldaten f\u00fcr den Kampf ausgebildet, der Kampf ist hart und dementsprechend hart muss auch die  Ausbildung sein&#8220;.[44] Die in Uganda ausgebildeten Soldaten sind von der  US-Armee inzwischen nach Mogadischu geflogen worden und sind dort der  AMISOM unterstellt. Wie viele der Soldaten noch f\u00fcr die TFG k\u00e4mpfen, ist unklar. Ebenso gibt es keine Informationen dar\u00fcber, wie viele Soldaten  inzwischen get\u00f6tet wurden, desertierten oder zu den Aufst\u00e4ndischen  \u00fcbergelaufen sind.<\/p>\n<p>Allerdings konnte die Al Shabaab Anfang August 2011 aus Mogadischu  offiziell vertreiben werden. Vorhergegangen waren monatelange K\u00e4mpfe,  bei denen beide Parteien den Tod von Zivilisten zumindest billigend in  Kauf genommen haben und diese als Schutzschilder nutzen.[45] Vor allem  bei dem Versuch der AMISOM, den von Al Shabaab kontrollierten Bakara  Markt einzunehmen, wurde immer wieder wahllos auf Zivilisten geschossen. An dieser Offensive haben auch Soldaten teilgenommen, die im Rahmen von EUTM ausgebildet wurden.[46] Der R\u00fcckzug der Al Shabaab bedeutet aber  keinesfalls das Ende der Kampfhandlungen in der Stadt. Vielmehr hat das  Verschwinden des gemeinsamen Feindes dazu gef\u00fchrt, dass nun die Milizen, die die TFG unterst\u00fctzten, sich gegenseitig bek\u00e4mpfen. Die New York  Times zitiert einen AMISOM-Offizier mit den Worten: \u201eWas alle geeint hat [der Kampf gegen die Al Shabaab] ist nun fort. Alle diese Menschen, die sich zusammengefunden haben, um die Al Shabaab zu bek\u00e4mpfen, beginnen  sich nun gegenseitig zu bek\u00e4mpfen. Wie waren darauf nicht vorbereitet,  das ging zu schnell&#8220;.[47] Dem Zeitungsbericht zufolge ist die Reaktion  der USA, nun explizit einzelne \u201elokale Sicherheitskr\u00e4fte&#8220; parallel zu  wie auch immer gearteten offiziellen Sicherheitskr\u00e4ften der TFG zu  finanzieren. Berichtet werden aber nicht nur K\u00e4mpfe zwischen zuvor  verb\u00fcndeten bewaffneten Gruppen, sondern auch von \u00dcbergriffen dieser  Gruppen auf die Zivilbev\u00f6lkerung &#8211; vor allem auch in den  Fl\u00fcchtlingslagern.[48]<\/p>\n<p><strong>Geheimdienste, Spezialeinheiten und gezielte T\u00f6tungen &#8211; der verdeckte Krieg der USA in Somalia<\/strong><\/p>\n<p>Neben den so genannten \u201ePolizisten&#8220; und \u201eSoldaten&#8220;, agiert auch ein  somalischer Geheimdienst in Mogadischu, der &#8211; unter Verweis auf den  \u201eKrieg gegen den Terror&#8220; &#8211; von den USA finanziert und ausgebildet wird.  Zudem soll sich &#8211; der US-amerikanischen Zeitschrift \u201eThe Nation&#8220; zufolge &#8211; in Mogadischu ein Geheimgef\u00e4ngnis befinden, was sowohl von  somalischen als auch von amerikanischen Geheimdiensten zur Durchf\u00fchrung  von Verh\u00f6ren Terrorverd\u00e4chtiger genutzt wird, die aus den  unterschiedlichen Staaten am Horn von Afrika dorthin gebracht  werden.[49] Mitte 2010 erkl\u00e4rte der oben bereits erw\u00e4hnte  US-Staatssekret\u00e4r f\u00fcr afrikanische Angelegenheiten Johnnie Carson  gegen\u00fcber der New York Times, es seien keine US-Bodentruppen in Somalia. Seine Begr\u00fcndung: \u201eEs gibt Grenzen der \u00e4u\u00dferen Einmischung und es gibt  gen\u00fcgend M\u00f6glichkeiten lokale Kr\u00e4fte f\u00fcr diese Arbeit zu bezahlen&#8220;.  Gleichzeitig zitiert die Zeitung einen Beamten der US-Regierung, der  Luftschl\u00e4ge und den Einsatz von Spezialeinheiten ank\u00fcndigte, die  \u201ereingehen, zuschlagen und wieder rausgehen&#8220;.[50]<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hat der Einsatz von US-Drohnen in Somalia in den letzten  Jahren deutlich zugenommen. Auch wenn die US-Regierung behauptet, die  Drohnen die von Basen in \u00c4thiopien und den Seychellen starten, w\u00fcrden  lediglich Aufkl\u00e4rungsdaten liefern, so wird immer wieder von gezielten  T\u00f6tungen mutma\u00dflicher Al Shabaab und Al-Qaida-K\u00e4mpfer durch Drohnen  berichtet. Die International Crisis Group berichtet immer wieder von  diesbez\u00fcglichen Hinweisen der lokalen Bev\u00f6lkerung. Im November 2011  seien bei einem Drohnenangriff in Kismayo 50 Menschen, im Januar 2012  ein Al-Qaida F\u00fchrer in Mogadischu get\u00f6tet worden. Die US-Regierung  best\u00e4tigte allerdings den Einsatz von US-Spezialeinheiten (die Navy  Seals) am 25. Januar 2012 in Galkayo, bei dem zwei von somalischen  Piraten entf\u00fchrte Entwicklungshelfer befreit wurden.[51]<br \/>\n<strong><br \/>\nDas Piratenproblem repressiv \u201el\u00f6sen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Somalia vor allem afrikanische Soldaten mit der  finanziellen, nachrichtendienstlichen und logistischen Unterst\u00fctzung des Westens gegen die Al Shabaab k\u00e4mpfen, kreuzen vor den K\u00fcsten Somalias  in erster Linie Marineschiffe der EU und der NATO, um milit\u00e4risch gegen  die Piraterie vorzugehen. Nachdem 2008 von der Internationalen  Gemeinschaft bekr\u00e4ftigt worden war, dass es sich bei der TFG um die  legitime Vertretung der somalischen Bev\u00f6lkerung handele, lud diese \u00fcber  den UN-Sicherheitsrat alle Marinen, die ein Interesse an einer  \u201ereibungslosen (Handels)schifffahrt&#8220;[52] h\u00e4tten, dazu ein, in den  Hoheitsgew\u00e4ssern Somalias milit\u00e4risch gegen die Piraten vorzugehen.  Seither befinden sich neben den Kriegsschiffen, die im Rahmen der  EU-Mission \u201eAtalanta&#8220; und der NATO-Mission \u201eOperation Ocean Shield&#8220;  entsandt werden, auch zahlreiche weitere Marineschiffe anderer Nationen  vor Ort. Das Ziel, die Piraterie zu bek\u00e4mpfen, indem die Piraten  abgeschreckt werden, hat allerdings trotz dieser beeindruckenden Armada  nicht funktioniert. Die Piraten sind vielmehr professioneller geworden:  die hohe Dichte an Marineschiffen nahe der somalischen K\u00fcste hat  lediglich dazu gef\u00fchrt, dass die Piraten mit deutlich besseren Schiffen  als fr\u00fcher auch in gro\u00dfer Distanz zum Festland agieren k\u00f6nnen. Die  Pr\u00e4senz von Soldaten und von privaten Sicherheitskr\u00e4ften auf den zivilen Schiffen hat zur Folge, dass auch die Piraten sich besser bewaffnen und die Situation immer h\u00e4ufiger eskaliert, wenn Piraten ein Schiff  angreifen.[53]<\/p>\n<p>Die offensichtlichen Misserfolge der milit\u00e4rischen Piratenbek\u00e4mpfung  f\u00fchren weder in der EU noch in der NATO dazu, das gesamte Konzept zu  \u00fcberdenken. Vielmehr werden die Ursachen f\u00fcr das Scheitern offenbar  darin gesehen, nicht ausreichend repressiv gegen\u00fcber den Piraten  vorgehen zu k\u00f6nnen, was zum einen an der Gr\u00f6\u00dfe des zu \u00fcberwachenden  Gebiets und zum anderen an der geringen M\u00f6glichkeit, die Piraten ad\u00e4quat zu bestrafen, liege: \u201eDie Festnahme, \u00dcberf\u00fchrung und Verurteilung von  Piraten hat sich in der Praxis als extrem schwierig erwiesen. Von der  Marine gestoppte, mutma\u00dfliche Piraten k\u00f6nnen der Verhaftung oft schon  entgehen, indem sie ihre Waffen und Mobiltelefone \u00fcber Bord werfen. [&#8230;]  Eine Verurteilung ist in der Regel nur m\u00f6glich, wenn Piraten an Bord  eines gekaperten Schiffes festgenommen werden k\u00f6nnen. Die Suche nach  einer geeigneten Gerichtsbarkeit erschwert die strafrechtliche  Verfolgung zus\u00e4tzlich: Verfahren in westlichen L\u00e4ndern haben auf einen  somalischen Piraten eine wohl eher anziehende als abschreckende Wirkung, wenn nach Verb\u00fc\u00dfen der Strafe die Aussicht auf politisches Asyl  besteht&#8220;.[54]<\/p>\n<p>Aus diesem Grund hat sich vor allem die EU darum bem\u00fcht, mit  verschiedenen Staaten in der Region Abkommen abzuschlie\u00dfen, die es  erm\u00f6glichen, mutma\u00dfliche Piraten an sie auszuliefern. Ein erstes  Abkommen wurde 2009 mit Kenia geschlossen, obwohl der  UN-Menschenrechtsbericht in eben jenem Jahr die Situation der dortigen  Justiz und der Gef\u00e4ngnisse aufs sch\u00e4rfste verurteilt hatte. Im Gegenzug  zur \u00dcbernahme der Piraten erhielt Kenia von dem B\u00fcro der UN f\u00fcr Drogen-  und Verbrechensbek\u00e4mpfung (UNODC) Gelder zur Verbesserung des Justiz-  und Gef\u00e4ngnissektors. Obwohl sich die Menschenrechtssituation den  Jahresberichten von Human Rights Watch zufolge nicht verbesserte,  k\u00fcndigte nicht die EU, sondern Kenia &#8211; mit dem Verweis auf seine  \u00fcberf\u00fcllten Gef\u00e4ngnisse &#8211; das Abkommen 2010 auf. \u00c4hnliche Vereinbarungen wurden mit den Seychellen und Mauritius geschlossen &#8211; auch diese  Staaten werden von der UNODC finanziell unterst\u00fctzt. Der Bundesregierung zufolge steht ein Abkommen mit Tansania noch aus.[55]<\/p>\n<p>Das zweite Ph\u00e4nomen, das als Ursache f\u00fcr das Scheitern der  milit\u00e4rischen Piratenbek\u00e4mpfung angesehen wird, ist der Radius, in dem  die Piraten agieren. In Reaktion darauf wurde das Einsatzgebiet von  Atalanta in den letzten Jahren immer weiter ausgeweitet. Zudem beschloss der Rat der Europ\u00e4ischen Union vor wenigen Wochen eine neue Mission  (Regional Maritime Capacity Building &#8211; RMCB) am Horn von Afrika und im  Indischen Ozean. In diesem Rahmen sollen die maritimen Kapazit\u00e4ten  Dschibutis, Kenias, Tansanias, Mozambiques, der Seychellen, Mauritius  und des Jemen ausgebaut werden. Zudem sollen in den semi-autonomen  somalischen Regionen &#8211; Somaliland und Puntland &#8211; die jeweiligen  K\u00fcstenwachen ausgebildet und ausger\u00fcstet werden. Weiterhin soll ein  Justizsektor aufgebaut werden, um eine Auslieferung von Piraten zu  erm\u00f6glichen.[56] Zur Ausgestaltung der Mission wurden im Januar 2012 in  einige der Staaten Erkundungsmissionen entsandt, die den \u201eAusbildungs-  und Unterst\u00fctzungsbedarf in der Region pr\u00fcfen&#8220;[57] sollen. Zur Umsetzung der Mission \u201esollen u.a. auch europ\u00e4ische \u201aTrainings- und  Unterst\u00fctzungsteam\u2018 zum Einsatz kommen, um die Sicherheitskr\u00e4fte aller  beteiligten L\u00e4nder \u201abei der Arbeit\u2018 (training-on-the-job) und \u201avor Ort\u2018  (training-on-location) auszubilden und zu unterst\u00fctzten&#8220;.[58]<br \/>\n<strong><br \/>\nDie Eskalation der Gewalt und die Rolle der TFG<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts der Tatsache, dass &#8211; unter der stillschweigenden  Zustimmung der Internationalen Gemeinschaft &#8211; in den letzten Monaten  verschiedene ausl\u00e4ndische Milit\u00e4rs in Somalia einmarschierten und  einzelne Teile des Landes faktisch unter ihre Kontrolle brachten und die Autonomie der semi-autonomen Regionen mit der neuen EU-Mission weiter  gest\u00e4rkt wird, stellt sich die Frage, welche Rolle der TFG von der  Internationalen Gemeinschaft eigentlich noch zugesprochen wird.<\/p>\n<p>Ihre Amtszeit endete offiziell im August 2011. Im Februar 2011 hatte  das somalische Parlament das Mandat der \u00dcbergangsregierung allerdings um drei Jahre verl\u00e4ngert. Da dies nicht entsprechend mit den  \u201eGeberl\u00e4ndern&#8220; abgesprochen war, reagierten vor allem die USA und die EU erbost. Die EU-Au\u00dfenbeauftragte Catherine Ashton erkl\u00e4rte: &#8222;Ich  bedauere die unilaterale Entscheidung des somalischen Parlaments, sein  Mandat um drei Jahre zu verl\u00e4ngern. Die Entscheidung wurde \u00fcbereilt  getroffen, ohne die angemessenen Beratungen&#8220;.[59]<\/p>\n<p>Anders hingegen urteilte die IGAD, die Regionalorganisation  Ostafrikas, die die Verl\u00e4ngerung des Mandats f\u00fcr das Parlament, nicht  hingegen der Regierung, begr\u00fc\u00dfte. Dem privaten Nachrichtendienst  Stratfor war aber schon einen Tag nach dem eigenm\u00e4chtigen Schritt des  Parlaments klar, wer sich durchsetzen w\u00fcrde: \u201e[Die unterschiedlichen  Reaktionen der Internationalen Gemeinschaft] zeigen letztlich, dass IGAD das endg\u00fcltige Mandat [der TFG] legitimieren wird, wie auch immer es  aussehen wird, aber die AU und die UN werden in Verhandlungen hinter  geschlossenen T\u00fcren mit den USA und \u00c4thiopien aushandeln, wie dieses  Mandat aussehen soll&#8220;.[60] Einige Monate sp\u00e4ter trafen sich dann auf  Vermittlung und unter Anwesenheit des Sondergesandten der UN f\u00fcr  Somalia, Augustine Mahiga, und des ugandischen Pr\u00e4sidenten Yuweri  Musevini, der TFG-Pr\u00e4sident Sharif Sheikh Ahmed und der Sprecher des  Parlaments in Kampala (Uganda) und unterzeichneten ein Abkommen, das die \u201eVerl\u00e4ngerung&#8220; des Mandats auf ein Jahr beschr\u00e4nkt. Zudem wurde  vereinbart, dass der Premier innerhalb von 30 Tagen zur\u00fccktreten solle  und ein neuer bestimmt werde. Daraufhin protestierten tausende von  Menschen in Mogadischu gegen das Kampala-Abkommen und die Absetzung des  Premiers. Als Folge wurden zahlreiche Menschen festgenommen und einige  Menschen wurden get\u00f6tet.[61] Der B\u00fcrgermeister Mogadishus, Mohamed Nur,  begr\u00fcndet die Wut der Menschen folgenderma\u00dfen: &#8222;Wir haben ein Problem  damit, dass sich zwei Menschen treffen und die Zukunft der Regierung  bestimmen, ohne die Meinung der Bev\u00f6lkerung zu ber\u00fccksichtigen&#8220;.[62] Die \u201eInternationale Gemeinschaft&#8220; begr\u00fc\u00dfte hingegen die \u201eEinigung&#8220;: am 19.  Juni 2011 trat der Premier zur\u00fcck.[63] \u201eDas Treffen [in Kampala] war  weder \u2018konsultativ&#8216; noch ein Somali-Somali Dialog. Es war der direkte  Versuch der Internationalen Gemeinschaft den Transitionsprozess zu  \u00fcbernehmen und zu beenden. Die Internationale Gemeinschaft hat weder die Zeit noch die Ressource \u201aNation-building\u2018 in Somalia zu betreiben (das  hat sie niemals getan, aber sie hat damit gespielt). Die einzelnen  Akteure haben nicht einmal eine bevorzugte L\u00f6sung. Sie wollen blo\u00df eine  Regierung, mit der sie verhandeln k\u00f6nnen und die in Terrorfragen mit ihr kooperiert. Somalische Interessen spielen in ihren \u00dcberlegungen keine  Rolle&#8220;.[64]<\/p>\n<p><strong>Vernetzte Sicherheit am Horn von Afrika: Trial an Error<\/strong><\/p>\n<p>Die Region um das Horn von Afrika ist f\u00fcr den globalen Waren- und  Rohstoffhandel von zentraler Bedeutung, was einer der wichtigsten Gr\u00fcnde der Pr\u00e4senz unz\u00e4hliger Soldaten, Milizen, Geheimdienstler, Polizisten  etc. ist. Allerdings scheinen vor allem die Europ\u00e4ische Union und die  USA die Region auch als Testfeld einer neuen Form des Krisenmanagements  zu begreifen. Die zur Verf\u00fcgung stehenden Instrumente werden hier  getestet und miteinander kombiniert: der Aufbau und Unterst\u00fctzung von  lokalen Stellvertretern, die den riskanten Einsatz am Boden \u00fcbernehmen;  die Ausr\u00fcstung und Ausbildung somalischer Soldaten, die einer Regierung  unterstehen, die nur aufgrund der St\u00fctzung durch die Internationale  Gemeinschaft existiert; der Einsatz eigener Spezialeinheiten; die  gezielte T\u00f6tung einzelner Personen durch Drohnen; die Gew\u00e4hrleistung  Humanit\u00e4rer Hilfe, die so eingesetzt wird, dass sie auch den eigenen  Interessen entspricht; die Entsendung zahlreicher Kriegsschiffe zur  Kontrolle einer strategisch wichtigen Meerenge \u00fcber einen l\u00e4ngeren  Zeitraum;  der Einsatz verschiedener Instrumente zur Gewinnung von  Informationen etc.<\/p>\n<p>Legitimiert wird der Einsatz all dieser Instrumente \u201ehumanit\u00e4r&#8220; &#8211;  also mit der Not der Menschen in Somalia und der Region. Vor allem im  Umgang mit der Hungersnot, die nicht ganz unwesentlich auch die Folge  einer verheerenden Weltwirtschaftsordnung ist, zeigte sich allerdings,  wie wenig es den westlichen Regierungen um die Menschen in der Region  wirklich geht.<\/p>\n<p><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<p>[1]    Council of the European Union: Council conclusions on the Horn of Africa, Br\u00fcssel, 14.11.2011, S.1.<\/p>\n<p>[2]    Belgium &#8211; EU to reactivate its Operations Centre in the Horn of Africa, Afrique en ligne, 25.02.2012.<\/p>\n<p>[3]    Hungerkrise in Somalia &#8211; Al Shabaab r\u00fcckt aus Mogadischu ab, <a title=\"http:\/\/FAZ.net\" href=\"http:\/\/faz.net\/\" target=\"_blank\">FAZ.net<\/a>, 06.08.2011<\/p>\n<p>[4]    Mit Al Shabaab wurde urspr\u00fcnglich der radikalere &#8211; vor alle  aus Jugendlichen bestehende &#8211; Teil der UIC bezeichnet. Allerdings konnte man schon damals nicht von einer einheitlichen Gruppe sprechen. Zudem  werden inzwischen alle  Milizen, die gewaltsam gegen die TFG vorgehen,  als Al Shabaab bezeichnet &#8211; vor allem in westlichen Medien (William J.  Garvelink: The Focus on the Horn of Africa Should be on the Famine in  Somalia, Center for Strategic and International Studies, 07.11.2011).<\/p>\n<p>[5]    Somalia &#8211; Al-Shabab ban on agencies threatens aid, IRIN-News, 28.11.2011.<\/p>\n<p>[6]    Alex Perry: The Collateral Crisis in Somalia, Time-Magazine, 17.09.2011.<\/p>\n<p>[7]    Christoph Marischka: Eine Hungerkatastrophe als Gelegenheitsfenster, IMI-Standpunkt 2011\/042.<\/p>\n<p>[8]    Ej Hogendoorn: Better US response to Somalia famine could fix misperceptions, Christian Science Monitor, 03.10.2011.<\/p>\n<p>[9]    Andrew Harding: Mogadishumachinations: Is the famine an opportunity?, BBC, 03.08.2011.<\/p>\n<p>[10]  Office of Foreign Assets Control: Frequently asked questions regarding private relief efforts in Somalia, 04.08.2011.<\/p>\n<p>[11]  Ej Hogendoorn: Better US response to Somalia famine could fix misperceptions, Christian Science Monitor, 03.10.2011.<\/p>\n<p>[12]  Oxfam, u.a.: Put people before politics to save lives in Somalia, urge agencies, 21.09.2011.<\/p>\n<p>[13] Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion  Die Linke: Humanit\u00e4re Katastrophe und politisch-milit\u00e4rische Interessen  in Somalia; BT-Drs: 17\/7705<\/p>\n<p>[14]  Kenyan President Mwai Kibaki on the Famine in Somalia, Todays-African News, 30.09.2011.<\/p>\n<p>[15]  Jean-Philippe R\u00e9my: Kenya develops plan for satellite region of Jubaland on Somali border, The Guardian, 08.11.2011.<\/p>\n<p>[16] Kenyan Offensive Is Not Welcome, Somalia&#8217;s President Says, New York Times, 24.10.2011.<\/p>\n<p>[17]  Kenia rekrutierte junge Somalis offenbar auch in  Fl\u00fcchtlingscamps in Kenia f\u00fcr den Kampf gegen die Al Shabaab (Human  Rights Watch: Kenya &#8211; Stop Recruitment of Somalis in Refugee Camps,  22.10.2009).<\/p>\n<p>[18]  Are Kenyans seeking a buffer zone in Somlia?, BBC, 28.10.20111.<\/p>\n<p>[19] Daniel Branch: Why Kenya Invaded Somalia, Foreign Affairs, 15.11.2011.<\/p>\n<p>[20]  Knut Mellenthin: Ja zur Intervention, Junge Welt, 29.10.2011.<\/p>\n<p>[21]  Ethiopia and Kenia differ on Somalia, Daily Nation, 05.12.2010.<\/p>\n<p>[22]  France to support Kenya&#8217;s incursion into Somalia, BBC, 25.10.2011.<\/p>\n<p>[23]  Somalia: Kismayo IDPs face hunger, drug shortage, IRIN-News, 20.12.2011.<\/p>\n<p>[24]  Andrea B\u00f6hm: Somalia: Der Krieg, den keiner sehen will, Die ZEIT online, 21.11.2011.<\/p>\n<p>[25]  Kenya-Somalia: Paying high price for military incursion, IRIN-News, 13.01.2011.<\/p>\n<p>[26]  Human Rights Watch: Kenya &#8211; Human Rights Concern of Operation  \u2018Linda Nchi&#8216;, 18.11.2011 und Jeremy Prestholdt: Kenia, the United  States, and Counterterrorism, africaToday 57(4), S.3-27.<\/p>\n<p>[27]  Antwort von Staatsminister Dr. Werner Hoyer auf eine  Schriftliche Frage der Abgeordneten Sevim Dagdelen am 28.10.2010, BT-Drs 17\/3565; S.1.<\/p>\n<p>[28] Mit deutschem Geld ausgebildete Polizisten &#8211; An der somalischen B\u00fcrgerkriegsfront, taz, 13.08.2010.<\/p>\n<p>[29]  International Crisis Group: Somalia&#8217;s Divided Islamists, Africa Briefing Nr. 74, 18.05.2010, S.14.<\/p>\n<p>[30]  Wikipedia-Eintrag zu Battle of Gedo (2011); URL: <a title=\"http:\/\/www.en.wikipedia.org\" href=\"http:\/\/www.en.wikipedia.org\/\" target=\"_blank\">www.en.wikipedia.org<\/a><\/p>\n<p>[31]  Somalia: Drought IDPs forced to flee fighting in border town, IRIN-News, 22.09.2011.<\/p>\n<p>[32]  Shabab fighters \u2018driven out&#8216; of Somali city, Al Jazeera english, 31.12.2011.<\/p>\n<p>[33] Ethiopia: Troops Will Remain in Somalia Until Reinforcements From African Union Arrive, New York Times, 27.01.2012.<\/p>\n<p>[34] US supports Kenya, Ethiopia joining Amisom forces, The Standard, 22.11.2011.<\/p>\n<p>[35]  International Crisis Group: Somalia&#8217;s Divided Islamists, Africa Briefing Nr. 74, 18.05.2010.<\/p>\n<p>[36]  Human Rights Watch: \u2018You don&#8217;t know who to blame&#8216; &#8211; War Crimes in Somalia, August 2011.<\/p>\n<p>[37]  Jonna Sch\u00fcrkes: Arming Somalia, AUSDRUCK, 02\/2010, S. 17-20.<\/p>\n<p>[38]  Knut Mellenthin: Intervention gefordert &#8211; Die von \u00c4thiopien  dominierte nordostafrikanische Staatengemeinschaft IGAD will Somalia zum Schauplatz eines internationalen Krieges machen, Junge Welt,  28.11.2011.<\/p>\n<p>[39]  Djibouti troops join AU forces in Somalia, BBC, 20.12.2011<\/p>\n<p>[40]  International Crisis Group: Somalia&#8217;s Divided Islamists, Africa Briefing Nr. 74, 18.05.2010.<\/p>\n<p>[41]  Deutscher Bundestag: Stenographischer Bericht der 86. Sitzung, 26.01.2011, Plenarprotokoll 17\/86.<\/p>\n<p>[42]  International Crisis Group: Somalia&#8217;s Divided Islamists, Africa Briefing Nr. 74, 18.05.2010, S.14.<\/p>\n<p>[43]  Jonna Sch\u00fcrkes: Arming Somalia- Die neue ESVP-Mission zur Ausbildung somalischer Soldaten, AUSDRUCK, 2\/2010, S. 17-20.<\/p>\n<p>[44]  Fernando Moreno: EUTM trained soldiers &#8211; first intake return to Somalia, IMPETUS &#8211; Bulletin of the EU Military Staff, Herbst\/Winter  2011, S. 20.<\/p>\n<p>[45]  Human Rights Watch: \u2018You don&#8217;t know who to blame&#8216; &#8211; War Crimes in Somalia, August 2011.<\/p>\n<p>[46]  Delegation of the European Union to Uganda: Handover Ceremony  of EUTM Command between Col Elul (Spain) and the Col Beary (Ireland),  08.08.2011; URL: <a title=\"http:\/\/www.deluga.ec.europa.eu\" href=\"http:\/\/www.deluga.ec.europa.eu\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.deluga.ec.europa.eu<\/a><\/p>\n<p>[47]  Jeffrey Genttleman:  As an Enemy Retreats, Clans Carve Up Somalia, New York Times, 09.09.2011.<\/p>\n<p>[48]  Amnesty International: Somalia &#8211; A humanitarian and human rights catastrophe, 26.09.2011.<\/p>\n<p>[49] Jeremy Scahill: The CIA&#8217;s Secret Sites in Somalia, The Nation, 12.07.2011.<\/p>\n<p>[50] Jeffrey Genttleman: U.S. Aiding Somalia in its plan to retake its capital, New York Times, 05.05.2010.<\/p>\n<p>[51] U.S. Swoops In to Free 2 From Pirates in Somali Raid, New York Times, 25.01.2012.<\/p>\n<p>[52] UN-Sicherheitsrat: Resolution 1816 (2008), 02.06.2008.<\/p>\n<p>[53] Kerstin Petretto: Somalia und Piraterie &#8211; keine L\u00f6sung in Sicht, weder zu Wasser noch zu Land, Hamburger Informationen zur  Friedensforschung und Sicherheitspolitik, Dezember 2010.<\/p>\n<p>[54] Anja Shortland und Marc Vothknecht: Marine-Einsatz vor Somalia &#8211; Mehr als eine Sisyphusarbeit? Wochenbericht des DIW Berlin Nr.7\/2011.<\/p>\n<p>[55] Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der  Linksfraktion: GASP-Missionen zur Pirateriebek\u00e4mpfung sowie der Einsatz  privater Sicherheitsdienste im Golf von Aden und Somalia, BT-Drs.  17\/8110,  09.12.2011.<\/p>\n<p>[56] European Union External Action: Regional Maritime Capacity  Building for the Horn of Africa and the Western Indian Ocean, Factsheet  Januar 2012.<\/p>\n<p>[57] Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion  \u201eDie Linke&#8220;: Geplante GSVP-Mission zur maritimen Aufr\u00fcstung am Horn von  Afrika und im indischen Ozean, BT-Drs. 17\/8421, 06.02.2012.<\/p>\n<p>[58] Ebd.<\/p>\n<p>[59]    European Union: Statement by the EU High Representative  Catherine Ashton on the decision of Somali Parliament, 04.02.2011.<\/p>\n<p>[60]    Stratfor: Somali Governement: What follows TFG), 03.02.2011.<\/p>\n<p>[61]    More Clashes in Somalia; Minister Is Killed, New York Time, 10.06.2011.<\/p>\n<p>[62]    Death of \u2018Abdirahman the Canadian&#8216; investigated in Somalia, The Star, 10.06.2011.<\/p>\n<p>[63]    United Nation: Chair&#8217;s Summary &#8211; High Level Meeting on Somalia, 23.09.2011.<\/p>\n<p>[64]    Michael A. Weinstein: Somalia: The Possibility of Balkanization, Garowe-online, 21.06.2011.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.imi-online.de\/2012\/02\/14\/die-vielen-formen-des-krieges-am-horn-von-afrika\/\">http:\/\/www.imi-online.de\/2012\/02\/14\/die-vielen-formen-des-krieges-am-horn-von-afrika\/ <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Von Anbeginn an hatte die AMISOM-Mission die volle Unterst\u00fctzung der USA und der EU, die in ihr die M\u00f6glichkeit sehen, milit\u00e4risch in den Konflikt einzugreifen, ohne westliche Soldaten nach Somalia schicken zu m\u00fcssen. Die Finanzierung der Mission \u00fcbernahmen die EU &#8211; die ihren Beitrag vorrangig aus dem Entwicklungshilfetopf bezahlt &#8211; und die USA. 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