{"id":2290,"date":"2012-09-01T17:54:27","date_gmt":"2012-09-01T15:54:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=2290"},"modified":"2012-09-01T17:54:27","modified_gmt":"2012-09-01T15:54:27","slug":"deutscher-innenminister-veraergert-muslime-mit-steckbriefen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=2290","title":{"rendered":"Deutscher Innenminister ver&#228;rgert Muslime mit Steckbriefen"},"content":{"rendered":"<div id=\"artikelHeader\">\n<p>Eine  Kampagne gegen Radikalisierung junger Muslime in Deutschland  ist  gr\u00fcndlich danebengegangen. Weil das Innenministerium die Plakate  wie  Steckbriefe gestaltete, f\u00fchlen sich Muslime diskriminiert. <!--more--><\/p>\n<h6><span> <\/span><span><\/span><\/h6>\n<\/div>\n<div id=\"artikelLeft\">\n<ul>\n<li>\n<hr \/>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<p>Vermisst  &#8211; das steht in gro\u00dfen Buchstaben \u00fcber einem Foto, das eine junge Frau  mit Kopftuch tr\u00e4gt. Darunter hei\u00dft es: &#8222;Das ist meine Freundin Fatima.  Ich vermisse sie, denn ich erkenne sie nicht mehr.&#8220; Denn sie ziehe sich  immer mehr zur\u00fcck und werde &#8222;immer radikaler&#8220;.<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Sujets gibt es auch mit Ahmad, Hassan und Tim. Auf den  Plakaten werden besorgte Menschen dazu aufgerufen, sich an eine  Beratungshotline zu wenden, wenn ihre Freunde oder Familienmitglieder in  radikalen Islamismus abdriften.<\/p>\n<p>Die Steckbriefe, die sich das deutsche Innenministerium unter Leitung  von Minister Hans-Peter Friedrich (CSU) ausgedacht hat, sollen ab 21.  September in gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten vor allem in Vierteln mit hohem  Migrantenanteil aufgeh\u00e4ngt werden, im Internet gibt es sie bereits. Zwar  sind die gezeigten Personen allesamt fiktiv, doch die Emp\u00f6rung der  muslimischen Verb\u00e4nde ist gro\u00df.<\/p>\n<p>Von &#8222;Stigmatisierung&#8220; sprechen der Verband der Islamischen  Kulturzentren (VIKZ), der Zentralrat der Muslime in Deutschland, der  Verband Ditib und die Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in einer  gemeinsamen Erkl\u00e4rung. Sie fordern den Stopp der Kampagne und erkl\u00e4ren,  dass sie bereits bei Konzeption derselben ihre Bedenken ge\u00e4u\u00dfert h\u00e4tten.  Doch man habe diese ignoriert.<\/p>\n<h3><strong>Potenzielle Gefahr<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>&#8222;Solange Muslime als potenzielle Gefahr dargestellt werden, so lange  wird man auch Angst vor Muslimen sch\u00fcren und Islamophobie st\u00e4rken&#8220;,  kritisiert auch der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya. Und der  parlamentarische Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der gr\u00fcnen Bundestagsfraktion, Volker  Beck, meint: &#8222;Friedrichs Kampagne ist kein Beitrag zum Kampf gegen  Extremismus und Terror, sondern sie bef\u00f6rdert die gesellschaftliche  Spaltung und dem\u00fctigt die islamische Community.&#8220;<\/p>\n<p>Im Innenministerium ist man von der massiven Kritik an der 300.000  Euro teuren Kampagne \u00fcberrascht. Man habe die Verb\u00e4nde informiert, und  diese h\u00e4tten ihre Zustimmung gegeben, hei\u00dft es. Zwar ist das Ministerium  zu kleinen \u00c4nderungen bereit, am Grundsatz der Kampagne will man aber  festhalten.<\/p>\n<p>Das ver\u00e4rgert die Muslime so sehr, dass sie die  &#8222;Sicherheitspartnerschaft&#8220; mit dem Innenressort auf Eis legen wollen.  Diese Initiative ist eine Partnerschaft zwischen den deutschen  Sicherheitsbeh\u00f6rden und muslimischen B\u00fcrgern, die durch Verb\u00e4nde  vertreten werden. Ins Leben gerufen wurde sie im Jahr 2011.<\/p>\n<p>Im Innenministerium war man der Meinung, dass islamistischer Terror  nicht ausschlie\u00dflich von Organisationen wie Al-Kaida ausgeht, sondern  zunehmend von Jugendlichen, die sich \u00fcber das Internet radikalisieren. Und an diese kommen Muslime  besser heran als die deutschen  Sicherheitsbeh\u00f6rden. Also  verpflichteten sich die Verb\u00e4nde, als &#8222;Botschafter gegen Extremismus&#8220;  f\u00fcr ein tolerantes und sicheres Deutschland aufzutreten. (Birgit  Baumann, DER STANDARD, 31.8.2012)<\/p>\n<h6><\/h6>\n<h6><span><br \/>\n<\/span><\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Kampagne gegen Radikalisierung junger Muslime in Deutschland ist gr\u00fcndlich danebengegangen. 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