{"id":2405,"date":"2012-10-22T15:41:55","date_gmt":"2012-10-22T13:41:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=2405"},"modified":"2012-10-22T15:41:55","modified_gmt":"2012-10-22T13:41:55","slug":"nicht-aufwerten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=2405","title":{"rendered":"Nicht aufwerten"},"content":{"rendered":"<h3>\u00bbMade in Israel\u00ab mu\u00df unterscheidbar sein von Produkten aus widerrechtlich besetzten Gebieten<\/h3>\n<h4>Von Annette Groth und Tanja Tabbara<!--more--><\/h4>\n<p>Am 18. September hat der Ausschu\u00df f\u00fcr internationalen Handel (INTA) des  Europ\u00e4ischen Parlaments (EP) das Zusatzprotokoll zum EU\u2013Israel  Assoziierungsabkommen zur Konformit\u00e4t und Zulassung industrieller  Produkte (ACAA) angenommen. Es ist zu bef\u00fcrchten, da\u00df es demn\u00e4chst auch  im Plenum des EP angenommen wird. Am morgigen Dienstag findet im  Europ\u00e4ischen Parlament eine Plenardebatte zu besagtem Zusatzprotokoll  statt, die Abstimmung wird vermutlich im November erfolgen. Im Falle  einer Annahme bek\u00e4men pharmazeutische, sp\u00e4ter auch andere industrielle  Produkte aus Israel erleichterten Zugang zu europ\u00e4ischen M\u00e4rkten.  Menschenrechtsorganisationen in Europa und im Nahen Osten sprechen sich  gegen die Annahme des Protokolls aus.<\/p>\n<p>Bereits Ende Juli tagte der europ\u00e4isch-israelische Assoziierungsrat.  Obwohl die Aufwertung der Beziehungen zwischen EU und Israel offiziell  \u00bbeingefroren\u00ab ist, beschlo\u00df das Gremium die Zusammenarbeit zu  intensivieren. Solange die israelische Regierung nicht ihren  Verpflichtungen aus dem internationalen Recht nachkommt, d\u00fcrfen die  Beziehungen Br\u00fcssels zu Tel Aviv keine Aufwertung erfahren,  argumentieren hingegen Menschenrechtsorganisationen in Europa und  Nahost. J\u00fcngst machte die Kampagne \u00bbBesatzung schmeckt bitter\u00ab von der  kirchlichen Friedensgruppe Pax Christi auf die rechtswidrige  Pr\u00e4ferenzbehandlung von Produkten aus israelischen Siedlungen bei der  Zolleinfuhr in Europa aufmerksam. Denn auch G\u00fcter aus den  v\u00f6lkerrechtswidrigen Siedlungen werden unter dem Label \u00bbMade in Israel\u00ab  nach Europa eingef\u00fchrt. Ende 2005 trat eine informelle technische  Vereinbarung in Kraft, dergem\u00e4\u00df der Ursprungsort aller Waren mit der  amtlichen Ursprungsangabe \u00bbMade in Israel\u00ab durch Postleitzahlen  kenntlich gemacht werden mu\u00df. Dies gibt den europ\u00e4ischen Beh\u00f6rden die  M\u00f6glichkeit, Siedlungsprodukte von der Zollpr\u00e4ferenz auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Pax Christi fordert eine Kennzeichnungspflicht f\u00fcr Siedlungsprodukte,  damit Verbraucher entscheiden k\u00f6nnen, ob sie diese kaufen wollen oder  nicht. Eine solche Regelung besteht in Gro\u00dfbritannien seit 2009.  D\u00e4nemark und S\u00fcdafrika haben j\u00fcngst nachgezogen. Die Schweizer  Supermarktkette Migros will ab Sommer 2013 Siedlungsprodukte als solche  kennzeichnen. Die EU gab mittlerweile eine lange Liste heraus, in der  die Postleitzahlen aller Standorte, die nicht der Pr\u00e4ferenzbehandlung  unterliegen, aufgef\u00fchrt sind. Allerdings hat mehr als die H\u00e4lfte der  Unternehmen, die in den besetzten pal\u00e4stinensischen Gebieten  produzieren, auch eine Niederlassung in Israel selbst. Wiederholt wurden  Siedlungsprodukte mit den Postleitzahlen der dortigen Firmensitze  versehen.<\/p>\n<p>Einen Rechtsgrund, der die Kennzeichnung von Siedlungsprodukten  verbieten w\u00fcrde, gebe es nicht, erkl\u00e4rte die Bundesregierung in ihrer  Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion. Allerdings auch keine  Kennzeichnungspflicht. Die Bundesregierung will auch nicht sehen, da\u00df  die israelische Regierung gegen das Assoziierungsabkommen mit der EU  verst\u00f6\u00dft. Das ist angesichts der hinreichend dokumentierten  Menschenrechtsverletzungen, f\u00fcr die die israelische Regierung die  Verantwortung tr\u00e4gt, allerdings eine erstaunliche Einsch\u00e4tzung. Selbst  Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zumindest den v\u00f6lkerrechtswidrigen  Siedlungsbau wiederholt kritisiert.<\/p>\n<p>Das Assoziierungsabkommen hat wie alle anderen Vereinbarungen der EU mit  den Mittelmeeranrainerstaaten als wesentlichen Bestandteil eine  Menschenrechtsklausel: Gem\u00e4\u00df Artikel 2 m\u00fcssen alle Partner der EU die  Menschenrechte und demokratische Prinzipien respektieren. Auch als  Vertragsstaaten der Vierten Genfer Konvention haben die EU-Mitglieder  die Verpflichtung, die Achtung dieser Konvention zu sichern. Durch die  stillschweigende Duldung rechtswidriger Praktiken, wie zum Beispiel dem  in Artikel 49 der Konvention ausdr\u00fccklich verbotenen Siedlungsbau in  besetzten Gebieten, verletzen die europ\u00e4ischen Vertragsstaaten ihre  eigenen rechtlichen Verpflichtungen.<\/p>\n<h5>Annette Groth ist menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion  Die Linke im Bundestag, Tanja Tabbara ist Nordafrika-Referentin bei der  Rosa-Luxemburg-Stiftung<\/h5>\n<p>Quelle: jungewelt vom 22.10.12<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00bbMade in Israel\u00ab mu\u00df unterscheidbar sein von Produkten aus widerrechtlich besetzten Gebieten Von Annette Groth und Tanja Tabbara<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,18],"tags":[],"class_list":["post-2405","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-palaestina-solidaritaet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2405","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2405"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2405\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2405"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2405"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2405"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}