{"id":2414,"date":"2012-10-22T15:58:59","date_gmt":"2012-10-22T13:58:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=2414"},"modified":"2012-10-22T15:58:59","modified_gmt":"2012-10-22T13:58:59","slug":"schlag-ins-gesicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=2414","title":{"rendered":"Schlag ins Gesicht"},"content":{"rendered":"<h3><span>Asyldebatte<\/span> Das Nobelpreiskomitee zeichnet die EU daf\u00fcr aus, dass sie f\u00fcr  Menschenrechte eintritt. Nur gelten die offenbar nicht f\u00fcr alle<\/h3>\n<p><span><!--more--><br \/>\n<\/span><\/p>\n<div id=\"main-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Schlag ins Gesicht \" src=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/schlag-ins-gesicht\/@@images\/91c6f0e8-d682-4eb4-bda4-44358a7e6ee1.jpeg\" alt=\"Schlag ins Gesicht \" width=\"445\" height=\"282\" \/>Im Umgang mit Fl\u00fcchtlingen verletzt die EU menschenrechtliche Standards<\/p>\n<p>Foto: Sean Gallup\/Getty Images<\/p><\/div>\n<div>\n<p>Welcher Begriff passt nicht in die Reihe: EU-Friedensnobelpreis \u2013 christlich \u2013 Asylbewerber?<\/p>\n<p>Wenn es nach Innenminister Hans-Peter Friedrich und seinen  Unions-Claqueuren geht, dann sind es die Fl\u00fcchtlinge, die hier fehl am  Platze sind. Insbesondere Roma aus Serbien und Mazedonien, die es sich  vor dem Wintereinbruch angeblich zu Tausenden in deutschen Unterk\u00fcnften  auf unsere Kosten gem\u00fctlich machen wollen. So jedenfalls stellen es  Friedrich und seine Helfer in den Gazetten mit den gro\u00dfen Buchstaben dar  \u2013 und pr\u00e4sentieren sich zugleich als Probleml\u00f6ser.<\/p>\n<p>Eilig fordern jetzt Unions-Hardliner, dem \u201emassiven Zustrom\u201c m\u00fcsse  Einhalt geboten werden. Die Fl\u00fcchtlinge missbrauchten n\u00e4mlich das  Asylrecht, weil sie genau w\u00fcssten, dass sie ohnehin keine Chance auf  Anerkennung h\u00e4tten. Sie w\u00fcssten aber auch, dass sie nach dem  Verfassungsurteil vom Juli mehr Geld bek\u00e4men, argw\u00f6hnt der f\u00fcr seine  menschenverachtende Abschiebepraxis bekannte nieders\u00e4chsische  Innenminister Uwe Sch\u00fcnemann. Die Fl\u00fcchtlinge vertrauten darauf, dass  die Verfahren mindestens zwei Monate in Anspruch n\u00e4hmen und sie w\u00e4hrend  dieser Zeit Kost und Logis erhielten.<\/p>\n<h2>Rhetorik-Kessel<\/h2>\n<p>Friedrich gibt vor, was zu tun ist: Die Verfahren m\u00fcssten  beschleunigt und die \u201eUnberechtigten\u201c schnellstens zur\u00fcckgeschickt  werden. F\u00fcr die Balkanl\u00e4nder fordert der CSU-Mann zudem die R\u00fcckkehr zur  Visumpflicht. Ohnehin \u00fcbt die EU bereits Druck auf die  Beitrittsaspiranten Serbien und Mazedonien aus, sodass die inzwischen  das \u201eErschleichen von Leistungen in einem EU-Land\u201c unter Strafe stellen.<\/p>\n<p>Der Rhetorik-Kessel brodelt also wieder. Soll die Hatz nach den  pogrom-\u00e4hnlichen Ereignissen Anfang der neunziger Jahre in Deutschland  etwa erneut beginnen?<\/p>\n<p>Der Umgang mit Fl\u00fcchtlingen \u2013 auch in anderen EU-L\u00e4ndern \u2013 ist ein  Schlag ins Gesicht des Nobelpreiskomitees, das besonders das Eintreten  der EU f\u00fcr die Menschenrechte hervorhob. Diese aber gelten offenbar  nicht f\u00fcr alle. Was also passt nicht in die Reihe: Nobelpreis,  christlich oder Asylbewerber? Es sind die selbsternannten  Christdemokraten, die sich selbst ins Abseits stellen.<\/p>\n<p>Quelle: der Freitag, 20.10.12<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Asyldebatte Das Nobelpreiskomitee zeichnet die EU daf\u00fcr aus, dass sie f\u00fcr Menschenrechte eintritt. 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