{"id":2442,"date":"2012-10-31T11:06:23","date_gmt":"2012-10-31T09:06:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=2442"},"modified":"2012-10-31T11:06:23","modified_gmt":"2012-10-31T09:06:23","slug":"juedische-israelis-bekennen-sich-zur-apartheid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=2442","title":{"rendered":"J&#252;dische Israelis bekennen sich zur Apartheid"},"content":{"rendered":"<table style=\"height: 2px;\" border=\"0\" width=\"1138\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"100%\"><\/td>\n<td width=\"100%\" align=\"right\"><\/td>\n<td width=\"100%\" align=\"right\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">Die  Mehrheit der israelischen Juden m\u00f6chte die arabische Bev\u00f6lkerung aus  ihrer Lebenswelt verbannen.<\/p>\n<p><!--more-->Das ergab eine Studie, die das  Meinungsforschungsinstitut Dialog im Auftrag der US-amerikanischen NGO  New Israel Fund (NIF) durchgef\u00fchrt hat. 74 Prozent bestehen auf  getrennten Stra\u00dfen f\u00fcr Juden und Pal\u00e4stinenser im seit 1967 von Israel  besetzten Westjordanland. Immerhin 42 Prozent m\u00f6chten nicht, dass ihr  Nachwuchs in der Schule zusammen mit arabischen Kindern unterrichtet  wird. 47 Prozent stimmen sogar einem Transfer von israelischen Arabern  aus dem israelischen Kernland auf die Westbank zu (40 Prozent sprechen  sich dagegen aus).<\/p>\n<p>Auch eine weitergehende Entrechtung und  Diskriminierung der arabischen Bev\u00f6lkerung wird mehrheitlich von den  j\u00fcdischen Israelis gew\u00fcnscht: 49 Prozent fordern, dass der Staat  generell j\u00fcdische B\u00fcrger gegen\u00fcber arabischen bevorzugen soll. 59  Prozent lehnen eine Gleichbehandlung von j\u00fcdischen und arabischen  Bewerbern bei der Arbeitsplatzvergabe im \u00f6ffentlichen Dienst ab. Im  Falle einer offiziellen Annektierung des Westjordanlands durch Israel  wollen 69 Prozent der dort ans\u00e4ssigen pal\u00e4stinensischen Mehrheit das  Wahlrecht verweigern (nur 19 Prozent wollen es gew\u00e4hren). 33 Prozent  w\u00fcnschen sogar, dass den arabischen Israelis im Kernland das Wahlrecht  entzogen wird.<\/p>\n<p>Dass in Israel bereits Apartheid herrscht, denken  58 Prozent der befragten j\u00fcdischen Israelis (nur 31 Prozent bestreiten  das). Und eine Mehrheit sehnt sich offenbar danach, die nach ethnischen  Kriterien eingerichtete Zwei-Klassen-Gesellschaft in weiten Teilen  staatlich zu legitimieren.<\/p>\n<p>\u201eWir sind Rassisten, sagen die  Israelis, wir praktizieren Apartheid, wir wollen auch in einem  Apartheidstaat leben. Ja, das ist Israel\u201c, paraphrasiert der israelische  Journalist Gideon Levy die Essenz des Ergebnisses der Umfrage in <em>Haaretz<\/em>.\u00a0 (1)<br \/>\nEs  lege ein Bild der israelischen Gesellschaft frei, das sie als \u201esehr,  sehr krank\u201c zeige. Nun seien es nicht mehr nur Kritiker im eigenen Land  und im Ausland, die darauf aufmerksam machten. Es seien \u201eIsraelis, die  sich selbst offen, schamlos und ohne Schuldbewusstsein als  nationalistische Rassisten definieren\u201c, weist Levy auf die Trag\u00f6die hin,  die die Umfrage zutage bef\u00f6rdert. \u201eDie Israelis bekennen sich dazu, was  sie sind, und sie sch\u00e4men sich nicht daf\u00fcr.\u201c Umfragen zu dem Verh\u00e4ltnis  der Juden zu den Arabern habe es in der Vergangenheit sehr viele  gegeben. \u201eAber niemals zuvor sind Israelis so zufrieden mit sich selbst  gewesen und stehen sogar zu ihrem Rassismus.\u201c Die meisten hielten Israel  f\u00fcr einen guten Ort zum Leben \u2013 nicht obwohl es ein rassistischer Staat  sei, sondern offenbar weil es ein rassistischer Staat sei, benennt Levy  das zentrale Problem.<\/p>\n<p>Das Umfrage-Ergebnis beleuchte nicht  nur die h\u00e4ssliche Gegenwart der israelischen Gesellschaft. Es  konfrontiere die j\u00fcdische Mehrheit mit ihrer Zukunft. Es sage: \u201eIhr  wollt Siedlungen, Besatzung, Netanjahu. Und Ihr habt nichts f\u00fcr eine  Zwei-Staaten-L\u00f6sung getan, daher ist sie gescheitert\u201c, meint Levy. Die  Alternative sei nun eine Ein-Staat-L\u00f6sung, und \u201edie meisten Israelis  sagen, das wird ein Apartheidstaat, einige wollen ihn sogar\u201c. Ihre  Devise sei, \u201eDemokratie und V\u00f6lkerrecht \u2013 das sind die Angelegenheiten  der Antisemiten, nicht unsere. Wir werden wieder Netanjahu w\u00e4hlen und  sagen, wir sind die einzige Demokratie im Nahen Osten und beklagen, dass  die ganze Welt gegen uns ist\u201c.<\/p>\n<p>Eine noch d\u00fcstere Analyse und  Zukunftsprognose kommt von dem Philosophen und Mitbegr\u00fcnder der  sozialistischen Organisation Matzpen, Moshe Machover. F\u00fcr ihn stand  lange vor der Erhebung au\u00dfer Frage, dass in Israel Apartheid herrscht \u2013  und zwar im Sinne der Definition der UN, die eine \u201esystematische  Diskriminierung\u201c einer bestimmten Menschengruppe nach \u201erassischen\u201c oder  ethnischen Kriterien bedeutet.\u00a0 (2)<\/p>\n<p>Machover verweist aber auf  eine Besonderheit der israelischen Apartheid gegen\u00fcber der  s\u00fcdafrikanischen, die seit 1994 der Vergangenheit angeh\u00f6rt. \u201eDer  s\u00fcdafrikanische Kolonialstaat basierte auf der Ausbeutung der  Arbeitskraft der eingeborenen Bev\u00f6lkerung. Diese Menschen wurden heftig  unterdr\u00fcckt und schwer diskriminiert, aber ihr Dasein war  lebensnotwendig f\u00fcr die politische \u00d6konomie des Siedlerstaates. Sie  waren ein Wirtschaftsgut\u201c, erl\u00e4utert Machover. Die zionistische  Kolonialherrschaft hingegen \u00e4hnele der Nordamerikas und Australiens. Sie  basiere \u201eauf Exklusion der eingeborenen Bev\u00f6lkerung durch verschiedene  Formen der ethnischen S\u00e4uberung\u201c. Diese Form der Unterdr\u00fcckung sei viel  schlimmer als die Apartheid in S\u00fcdafrika, meint Machover, denn sie sei  viel schwieriger aufzul\u00f6sen<em>.<\/em><\/p>\n<p>(1) http:\/\/www.israeli-occupation.org\/2012-10-24\/gideon-levy-apartheid-without-shame-or-guilt\/<br \/>\n(2) http:\/\/www.israeli-occupation.org\/2012-10-24\/moshe-machover-on-israeli-apartheid\/<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><em>Von REDAKTION, 25. Oktober 2012 &#8211; <\/em><br \/>\n<a href=\"http:\/\/\">http:\/\/www.hintergrund.de\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Mehrheit der israelischen Juden m\u00f6chte die arabische Bev\u00f6lkerung aus ihrer Lebenswelt verbannen.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-2442","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-palaestina-solidaritaet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2442","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2442"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2442\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2442"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2442"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2442"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}