{"id":2508,"date":"2012-11-14T08:05:32","date_gmt":"2012-11-14T06:05:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=2508"},"modified":"2012-11-14T08:05:32","modified_gmt":"2012-11-14T06:05:32","slug":"androsch-laesst-katze-aus-dem-sack-berufsheer-fuer-rohstoff-und-handelskriege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=2508","title":{"rendered":"Androsch l&#228;sst Katze aus dem Sack: Berufsheer f&#252;r Rohstoff- und Handelskriege"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"100%\"><\/td>\n<td width=\"100%\" align=\"right\"><a title=\"Drucken\" href=\"http:\/\/www.werkstatt.or.at\/index2.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=726&amp;pop=1&amp;page=0&amp;Itemid=39\" target=\"_blank\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.werkstatt.or.at\/images\/M_images\/printButton.png\" border=\"0\" alt=\"Drucken\" align=\"middle\" \/><\/a><\/td>\n<td width=\"100%\" align=\"right\"><a title=\"E-Mail\" href=\"http:\/\/www.werkstatt.or.at\/index2.php?option=com_content&amp;task=emailform&amp;id=726&amp;itemid=39\" target=\"_blank\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.werkstatt.or.at\/images\/M_images\/emailButton.png\" border=\"0\" alt=\"E-Mail\" align=\"middle\" \/><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" valign=\"top\"><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left;\" title=\"Image\" src=\"http:\/\/www.werkstatt.or.at\/images\/stories\/Symbole\/oemil.jpg\" border=\"0\" alt=\"Image\" hspace=\"6\" width=\"100\" height=\"100\" \/><\/em><em><em>Der Gro\u00dfindustrielle Hannes Androsch, von <\/em>der  SP\u00d6-F\u00fchrung zum Leiter des &#8222;Komitees f\u00fcr eine Ende der Wehrpflicht&#8220;  ernannt, nimmt sich kein Blatt vor den Mund, warum er ein Berufsheer  will: <strong>\u00d6sterreich soll sich an EU- bzw. NATO-Rohstoff- und Handelskriegen  beteiligen.<\/strong><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nAndrosch wurde von der SP\u00d6-F\u00fchrung vor kurzem zum Leiter des   \u201eKomitees f\u00fcr ein Ende Wehrpflicht\u201c gek\u00fcrt. Dankenswerterweise benennt   er unumwunden, wof\u00fcr ein Berufsheer dienen soll. Das Aufgabenspektrum   sei<em> \u201eim europ\u00e4ischen Verbund in Zusammenarbeit mit der NATO   einsatzbereit zu sein, die Rohstoff- und Energiequellen zu verteidigen,   die Transportwege, Seewege und Pipelines. Dazu kommt das   Fl\u00fcchtlingsproblem, Terrorismus und Cyberwar.\u201c <\/em>(1) Jetzt ahnen wir  auch, warum ein Gro\u00dfindustrieller zum Chef des  Berufsheer-Komitees  ernannt wurde. Mit seinen Aussagen \u00fcberf\u00fchrt  Androsch aber auch seine  Auftraggeber Faymann und Darabos als notorische  L\u00fcgner, wenn sie von  Neutralit\u00e4t und \u201ehumanit\u00e4ren Eins\u00e4tzen\u201c  schwadronieren. Die Beteiligung  an Rohstoff- und Handelskriege \u201eim  europ\u00e4ischen Verbund in  Zusammenarbeit mit der NATO\u201c sind die  Aufgabenstellungen, f\u00fcr die das  Bundesheer mit Profisoldaten  hochger\u00fcstet wird.<\/p>\n<p><strong>Hintergr\u00fcnde des SP-Schwenks<\/strong><\/p>\n<p>Erinnern wir uns an die Aussage von Verteidigungsminister Darabos vom Juli 2010, wo er die <em>\u201eWehrpflicht als in Beton gemei\u00dfelt\u201c <\/em>(2)  bezeichnete. Keine drei Monate sp\u00e4ter, Anfang Oktober 2010 machte  Darabos und die SP\u00d6-Spitze bekanntlich einen 180-Grad-Schwenk zugunsten  einer Berufsarmee. Der Grund f\u00fcr diesen kolossalen Bauchfleck wurde nie  wirklich gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Eine Studie des \u201eEgmont-Institute\u201c k\u00f6nnte hier  m\u00f6glicherweise weiterhelfen. Dieser EU-Militarisierungs-Thinktank wurde  im Fr\u00fchjahr 2010 von der spanischen EU-Ratspr\u00e4sidentschaft damit  beauftragt, Kriterien zu entwickeln, die ein EU-Land erf\u00fcllen muss, um  in die sog. <em>\u201eSt\u00e4ndige Strukturierte Zusammenarbeit\u201c<\/em> (SSZ)  eingelassen zu werden.Diese SSZ wurde mit dem Vertrag von Lissabon  (2009) in EU-Verfassungsrang gehoben und soll einen inneren  milit\u00e4rischen F\u00fchrungszirkel begr\u00fcnden, in den nur jene Einlass finden,  die <em>\u201e\u00fcber anspruchsvolle milit\u00e4rischen Kapazit\u00e4ten\u201c verf\u00fcgen und  sich zu \u201e(Milit\u00e4r-)missionen mit h\u00f6chsten Anforderungen verpflichten\u201c <\/em>(Art. 42, Abs. 5, EUV).<br \/>\nTenor:  Wirklich etwas zu sagen hat in der Zukunft der EU nur, wer auch geh\u00f6rig  mitr\u00fcstet und mitschie\u00dft. Das Egmont-Institute schl\u00e4gt folgende  Einlasskriterien vor:<\/p>\n<ul>\n<li>Die f\u00fcr Auslandsinterventionen  verwendbaren Truppen m\u00fcssen um 25 Prozent in den n\u00e4chsten 5 und um 50%  in den n\u00e4chsten 10 Jahren erh\u00f6ht werden<\/li>\n<li>Anteil der Milit\u00e4rausgaben am Budget von mindestens 1,63%<\/li>\n<li>Die Mitgliedsstaaten m\u00fcssen anteilig zum ihrem BIP alle Aufr\u00fcstungsprojekte der sog. EU-Verteidigungsagentur mitfinanzieren<\/li>\n<li>Teilnahme an allen EU-Missionen, die eine milit\u00e4rische Komponente haben. (3)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Androschs Berufsarmee-Vorbild: Die Killerarmeen des \u201eWar on Terror<\/strong>&#8220;<\/p>\n<p>Dieses  Papier, das im Fr\u00fchjahr 2011 ver\u00f6ffentlich wurde, war wohl schon im  Herbst 2010 dem Kreis der EU-Staatschefs zug\u00e4nglich. Faymann und Co  wollen um jeden Preis in das milit\u00e4rische Kerneuropa. Die daf\u00fcr  notwendige Steigerung von Truppen f\u00fcr Auslandseins\u00e4tze, vor allem aber  die Teilnahme an allen (!) EU-Milit\u00e4reins\u00e4tzen, also auch solchen, wo  Soldaten bisweilen in Blechkisten zur\u00fcckzukehren pflegen, sieht man in  der SP-F\u00fchrung offensichtlich nur durch Profis gew\u00e4hrleistet. Deshalb  wohl der energische Schwenk Richtung Profitruppen. Das von Darabos  favorisiert Modell sieht konsequenterweise die Verdreifachung der  Zeitsoldaten vor, also jener Berufssoldaten, die am leichtesten f\u00fcr  Auslandseins\u00e4tze verpflichtet werden k\u00f6nnen. Als<em> \u201eVorbild\u201c<\/em> f\u00fcr  \u00d6sterreich hebt daher Androsch Umstellung auf Berufsarmeen in den USA,  Gro\u00dfbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien hervor (4). Das sind  die Armeen jener Staaten, die in den v\u00f6lkerrechtswidrigen  Angriffskriegen des sog. \u201eWar on Terror\u201c seit 2001 eine grauenhafte  Blutspur bezogen haben. Neuere Studien sch\u00e4tzen die Zahl der durch diese  Kriege Get\u00f6teten auf <a href=\"http:\/\/www.werkstatt.or.at\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=724&amp;Itemid=1\">bis zu 1,7 Millionen<\/a> (Irak, Afghanistan, Pakistan). Rund 10.000 SoldatInnen sind von diesen  Feldz\u00fcgen in Zinks\u00e4rgen nach Hause gebracht worden. Wie verheerend sich  diese Kriegserfahrungen auch auf das Seelenleben der beteiligten  SoldatInnen auswirken, erkennt man daran, dass im vergangenen Jahrzehnt  mehr US-Soldaten durch Selbstmord ums Leben gekommen sind als beim  Kampfeinsatz in Afghanistan. Im Durchschnitt stirbt pro Tag ein  US-Soldat durch eigene Hand (Veteranen nicht mit einberechnet).(5)<\/p>\n<p><strong>\u201eViel mehr Geld\u201c f\u00fcrs Milit\u00e4r<br \/>\n<\/strong><br \/>\nBemerkenswert  ist auch das Kriterium, mindestens 1,62% des BIPs f\u00fcr Milit\u00e4r ausgeben  zu m\u00fcssen. \u00d6sterreich gibt derzeit knapp unter 1 % des BIP daf\u00fcr aus;  das Eintrittsbillet f\u00fcr das milit\u00e4rische Kerneuropa hie\u00dfe also eine  satte Steigerung des Milit\u00e4retats um rund 80%. Auch wenn Darabos das  derzeit noch bestreitet, dass ein Berufsheer deutlich teurer kommt,  nat\u00fcrlich wei\u00df er, dass das so ist &#8211; und er will es auch; denn  schlie\u00dflich ist die EU seit dem Lissabon-Vertrag als Union konzipiert,  wo Mitsprache vom Umfang der T\u00f6tungskapazit\u00e4ten abh\u00e4ngt, die man  einbringen kann. Auch in dieser Hinsicht wird der Minister von Androsch  als L\u00fcgner \u00fcberf\u00fchrt. Der Berufsheer-Proponent h\u00e4lt eine Erh\u00f6hung der  Milit\u00e4rausgaben <em>\u201eum viel mehr\u201c(1)<\/em> als bisher in jedem Fall f\u00fcr  unausweichlich. Die Teilnahme an Rohstoff- und Handelskriegen hat halt  ihren Preis. Dass Androsch im selben Atemzug die Kosten des <em>\u201eriesigen Sozialbereichs\u201c <\/em>in  \u00d6sterreich beanstandet (4), zeigt, dass die Berufsheer-Lobby in jeder  Hinsicht verstanden hat, wie die Uhren in der EU ticken.<\/p>\n<p>Unterschriften Aktion hier unterst\u00fctzen: <a href=\"http:\/\/www.solidarwerkstatt.at\/Forum\/GegenBerufsheer.php\"><strong>Neutralit\u00e4t statt Berufsheer und EU-Kampftruppen <\/strong><\/a><br \/>\nQuellen zum Artikel:<\/p>\n<p>(1) \u00d6sterreich, 7.9.2012<br \/>\n(2) Tiroler Tageszeitung, 3.7.2010<br \/>\n(3)  Biscop, Sven\/Coelmont, Jo: Permanent Structured Cooperation. In Defence  of the Obvious, Egmont Security Brief Nr. 11, Juni 2010.<br \/>\n(4) Kronenzeitung, 8.9.2012<br \/>\n(5) Spiegel, 8.6.2012<\/p>\n<p>Quelle: http:\/\/www.werkstatt.or.at<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span> <\/span> <a href=\"http:\/\/www.werkstatt.or.at\/index.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=747&amp;Itemid=39\"> <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Gro\u00dfindustrielle Hannes Androsch, von der SP\u00d6-F\u00fchrung zum Leiter des &#8222;Komitees f\u00fcr eine Ende der Wehrpflicht&#8220; ernannt, nimmt sich kein Blatt vor den Mund, warum er ein Berufsheer will: \u00d6sterreich soll sich an EU- bzw. 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