{"id":2633,"date":"2012-12-05T08:24:49","date_gmt":"2012-12-05T06:24:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=2633"},"modified":"2012-12-05T08:24:49","modified_gmt":"2012-12-05T06:24:49","slug":"wie-in-einem-tierkaefig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=2633","title":{"rendered":"\u00bbWie in einem Tierk&#228;fig\u00ab"},"content":{"rendered":"<div>\n<h3><span>04.12.12 (von ivk-jw)<\/span> USA: Bradley Manning schildert seine Haftbedingungen. Proze\u00dfbeginn verschoben<\/h3>\n<\/div>\n<h3>Aus: <em>junge Welt<\/em> Nr. 282 \u2013 4. Dezember 2012 \/ Von J\u00fcrgen Heiser<!--more--><\/h3>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"4\" cellpadding=\"0\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"100%\" valign=\"top\">Der Proze\u00df gegen den mutma\u00dflichen  Informanten der Internet-Enth\u00fcllungsplattform Wikileaks, Bradley  Manning, wird einen Monat sp\u00e4ter als urspr\u00fcnglich geplant beginnen. Die  Verhandlung soll somit im M\u00e4rz 2013 beginnen, wie eine Milit\u00e4rrichterin  in Fort Meade im US-Bundesstaat Maryland am Sonntag bekanntgab. Als  Grund nannte die Richterin, da\u00df die Justiz mehr Zeit brauche, um die von  Anklage und Verteidigung vorgebrachten Argumente zu pr\u00fcfen.<br \/>\nIn der vergangenen Woche ergriff Manning zum ersten Mal seit Beginn der  seit einem Jahr laufenden Anh\u00f6rungen vor dem Milit\u00e4rgericht in Fort  Meade selbst das Wort. Ende der Woche sagte der ehemalige  Nachrichtenanalyst der US-Armee \u00fcber seine Haftbedingungen aus. Er  beantwortete Fragen seines Hauptverteidigers David Coombs, nach dessen  Einsch\u00e4tzung die Isolierung und Drangsalierung seines Mandanten in der  Haft eine gesetzwidrige Bestrafung ohne Urteil darstelle, die zwingend  zur Einstellung des Verfahrens f\u00fchren m\u00fcsse.<br \/>\nDer 24j\u00e4hrige Obergefreite berichtete, wie er nach seiner Ende Mai 2010  in Bagdad erfolgten Verhaftung auf einen US-St\u00fctzpunkt in Kuwait  gebracht und in einen Metallverschlag gesperrt wurde, in dem er sich  \u00bbwie in einem Tierk\u00e4fig\u00ab gef\u00fchlt habe. Das sei f\u00fcr ihn eine traumatische  Erfahrung gewesen. Niemand habe ihm gesagt, was gegen in vorliege. Die  Ungewissheit und v\u00f6llige Isolation habe in derart desorientiert, da\u00df er  glaubte, er werde in Kuwait sterben. Als er dann verlegt wurde, habe er  angenommen, Ziel sei das US-Kriegsgefangenenlager Guant\u00e1namo Bay auf  Kuba.<br \/>\nStatt dessen sei er aber Ende Juli 2010 im Gef\u00e4ngnistrakt des  Marinest\u00fctzpunkts Quantico, Virginia, gelandet. Dort sei er wegen  angeblicher Selbstmordgefahr sofort totalisoliert worden. Alle f\u00fcnf  Minuten habe ein W\u00e4rter nach ihm gesehen. Er sei nur mit einem groben  Drillichkittel bekleidet gewesen und habe auf einer schmalen unbequemen  Matratze auf dem Boden schlafen m\u00fcssen. Ein Kopfkissen sei ihm  verweigert worden. 24 Stunden habe in seiner 1,80 mal 2,40 Meter gro\u00dfen  Zelle eine Neonr\u00f6hre gebrannt. Wenn er versucht habe, beim Schlafen das  Gesicht zur Wand zu drehen, sei er von W\u00e4rtern geweckt und gefragt  worden, ob mit ihm \u00bballes in Ordung\u00ab sei. Tageslicht habe er nur w\u00e4hrend  der 20 Minuten Einzelhofgang gesehen. Die Zellen neben seiner seien  leer gewesen, er habe aber auch nicht laut sprechen d\u00fcrfen, um sich  wenigstens durch Zuruf mit Gefangenen am anderen Ende des Trakts zu  verst\u00e4ndigen. Da jede menschliche Interaktion verhindert wurde, habe er  zunehmend \u00c4ngste aufgebaut. Auf Interventionen der Armeepsychiater zur  Lockerung seiner Haftbedingungen sei nicht reagiert worden (jW  berichtete). Die strikte Isolierung sei trotz \u00c4nderung seines  \u00bbSuizid-Status\u00ab f\u00fcr den Rest seiner neunmonatigen Haft in Quantico  beibehalten worden.<br \/>\nNach Protesten gegen seine Haftbedingungen vor den Toren der Marinebasis  im Januar 2011 habe die schroffe Behandlung durch die W\u00e4rter  zugenommen. Er sei angebr\u00fcllt worden, und man habe ihm widerspr\u00fcchliche  Befehle erteilt, um ihn zu verwirren. Das habe ihn in Panik versetzt, so  Manning, und sei soweit getrieben worden, bis er beim Hofgang unter  Tr\u00e4nen zusammengebrochen sei. Danach habe er seine gesamte Kleidung  abgeben m\u00fcssen und sei wieder als selbstmordgef\u00e4hrdet eingestuft worden.  Er habe von da an nackt in seiner Zelle ausharren m\u00fcssen und nur  tags\u00fcber seine Boxershorts tragen d\u00fcrfen.<br \/>\nDie von Manning in der Anh\u00f6rung geschilderten Haftbedingungen hatten  w\u00e4hrend der ersten Monate des Jahres 2011 zu verst\u00e4rkten juristischen  Schritten der Verteidigung und wachsenden Protesten gef\u00fchrt. Britische  Parlamentarier, Amnesty International und vor allem der  UN-Sonderbeauftragte f\u00fcr Folter, Juan E. Mendez, hatten sofortige  Hafterleichterungen gefordert. Die internationale Kritik hatte  schlie\u00dflich dazu gef\u00fchrt, da\u00df Bradley Manning am 20. April 2011 in das  Milit\u00e4rgef\u00e4ngnis Fort Leavenworth, Kansas, verlegt wurde, wo er bis  heute untergebracht ist und sich seine Haftsituation \u00bbgewaltig  verbessert\u00ab habe, so Manning jetzt im Zeugenstand.<\/td>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.freedom-now.de\/pd\/p.gif\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<td width=\"30%\" valign=\"top\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>04.12.12 (von ivk-jw) USA: Bradley Manning schildert seine Haftbedingungen. Proze\u00dfbeginn verschoben Aus: junge Welt Nr. 282 \u2013 4. Dezember 2012 \/ Von J\u00fcrgen Heiser<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2633","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2633","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2633"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2633\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2633"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2633"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2633"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}