{"id":2743,"date":"2013-01-07T17:01:49","date_gmt":"2013-01-07T15:01:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=2743"},"modified":"2013-01-07T17:01:49","modified_gmt":"2013-01-07T15:01:49","slug":"nichts-ist-gefaehrlicher-als-ein-berufsheer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=2743","title":{"rendered":"Nichts ist gef&#228;hrlicher als ein Berufsheer"},"content":{"rendered":"<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"100%\"><\/td>\n<td width=\"100%\" align=\"right\"><a title=\"Drucken\" href=\"http:\/\/www.werkstatt.or.at\/index2.php?option=com_content&amp;task=view&amp;id=775&amp;pop=1&amp;page=0&amp;Itemid=1\" target=\"_blank\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.werkstatt.or.at\/images\/M_images\/printButton.png\" border=\"0\" alt=\"Drucken\" align=\"middle\" \/><\/a><\/td>\n<td width=\"100%\" align=\"right\"><a title=\"E-Mail\" href=\"http:\/\/www.werkstatt.or.at\/index2.php?option=com_content&amp;task=emailform&amp;id=775&amp;itemid=1\" target=\"_blank\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.werkstatt.or.at\/images\/M_images\/emailButton.png\" border=\"0\" alt=\"E-Mail\" align=\"middle\" \/><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"float: left;\" title=\"Image\" src=\"http:\/\/www.werkstatt.or.at\/images\/stories\/FotosKlein\/herbert_sburny%20kopie.jpg\" border=\"0\" alt=\"Image\" hspace=\"6\" width=\"74\" height=\"74\" \/><\/em>Der  gr\u00fcne Bundesvorstand spricht sich f\u00fcr ein Berufsheer aus, u.a. weil  &#8222;spezialisierte BerufssoldatInnen viel besser geeignet sind, auf  Auslandsmissionen geschickt zu werden.&#8220; <!--more-->(www.gruene.at, 12.11.2012). Im  Klartext: Abschaffung der Wehrpflicht, um eine f\u00fcr globale  EU-Kriegseins\u00e4tze geeignete Profi-Truppe zu haben. Es gibt aber  Widerspruch innerhalb der Gr\u00fcnen gegen diese Politik der Parteispitze.  Das gr\u00fcne &#8222;Urgestein&#8220; Herbert Sburny, eh. Mitglied im Erweiterten  Bundesvorstand der Gr\u00fcnen, erkl\u00e4rt, warum er den Beschluss der Gr\u00fcnen  f\u00fcr ein Berufsheer f\u00fcr falsch h\u00e4lt und er am 20. J\u00e4nner f\u00fcr die  Wehrpflicht stimmen wird.<\/h2>\n<p>(aus akin 27\/2012) Am 20. J\u00e4nner 2013 wird das Volk gefragt ob es  ein reines Berufsheer und einen freiwilligen Sozialdienst will oder ob  es alles beim Alten lassen will. Es wird nicht gefragt ob es ein  Bundesheer will oder nicht und es wird auch nicht nach irgendwelchen  Reformen gefragt.<\/p>\n<p>Wie reagieren nun die Leitungsgremien der Gr\u00fcnen  Bundespartei auf diese Volksbefragung. Zuerst lange Zeit gar nicht. Nur  Peter Pilz trommelte f\u00fcr ein Berufsheer.<\/p>\n<p>Ende November hat nun der Erweiterte Bundesvorstand der Gr\u00fcnen folgenden Beschluss gefasst:<\/p>\n<p><em>\u201cAm  20. J\u00e4nner wird nur \u00fcber eine einzige Frage abgestimmt: Soll die  Wehrpflicht als milit\u00e4rischer Zwangsdienst abgeschafft werden? Erst wenn  diese Frage mit \u201dJa\u201d beantwortet ist, ist der Weg f\u00fcr die gro\u00dfe,  \u00fcberf\u00e4llige Reform frei. Auch wenn die amtliche Frage schlecht und  missverst\u00e4ndlich formuliert ist \u2013 bei der Volksbefragung am 20. J\u00e4nner  empfehlen die Gr\u00fcnen, f\u00fcr die Abschaffung der Wehrpflicht zu stimmen.\u201d<\/em> (Die Antwort auf meine Frage an den Bundesvorstand, was den nun beschlossen wurde)<\/p>\n<p>Ich erlaube mir diesen Beschluss f\u00fcr einen Fehler zu halten. Er ist sachlich falsch.<\/p>\n<p>Der im Auftrag der Bundeswahlbeh\u00f6rde gedruckte Stimmzettel ist wei\u00df und hat das Format A5. Darauf steht:<\/p>\n<p>A) Sind Sie f\u00fcr die Einf\u00fchrung des Berufsheeres und eines bezahlten freiwilligen Sozialjahres oder<br \/>\nB) sind Sie f\u00fcr die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht und des Zivildienstes?<\/p>\n<p>Neben  jeder Variante steht ein gro\u00dfer Kreis und kleiner gedruckt: F\u00fcr den  ausgew\u00e4hlten L\u00f6sungsvorschlag bitte im dazu geh\u00f6renden Kreis ein X zu  setzen.<\/p>\n<p>Die Fragestellung ist so, dass man\/frau nicht f\u00fcr die  Abschaffung der Wehrpflicht stimmen und damit den Weg f\u00fcr die gro\u00dfe,  \u00fcberf\u00e4llige Reform freimachen kann, wie der Beschluss des Erweiterten  Bundesvorstandes suggeriert. Man\/frau kann nur f\u00fcr ein Berufsheer oder  die Beibehaltung der Wehrpflicht stimmen.<\/p>\n<p>Und der Beschluss ist  politisch falsch. Weil meiner Meinung nach aus Gr\u00fcner Sicht nichts  schlechter und gef\u00e4hrlicher ist als ein Berufsheer.<\/p>\n<p>Weder  \u00d6sterreich, noch ein anderes EU-Land und schon gar nicht die ganze EU  sind von au\u00dfen milit\u00e4risch bedroht. Die zentrale Herausforderung der  europ\u00e4ischen Armeen oder einer EU-Armee ist die F\u00e4higkeit au\u00dferhalb der  EU an jedem Punkt zu jeder Zeit milit\u00e4risch eingreifen zu k\u00f6nnen.  Vorgeblich zur Durchsetzung von Menschenrechten, zum Schutz der  Bev\u00f6lkerung vor durchgeknallten Diktatoren, zur Schaffung und Sicherung  von Frieden und Demokratie. Also die Rolle des Weltgendarmen, die sich  bis vor kurzem die Weltmacht USA alleine zugeschrieben hat. In  Wirklichkeit geht es um Sicherung der Rohstoffquellen und Erschaffung  bzw. Erhaltung von g\u00fcnstigen Bedingungen f\u00fcr unsere Investoren. Manchmal  wird das auch von Menschen, die es wissen m\u00fcssen, so ausgesprochen.  Zuletzt von Hannes Androsch, dem Berufsmilit\u00e4rbef\u00fcrworter und  Gro\u00dfinvestor. Und sie haben recht, diese Aufgabe ist nicht mit  Pr\u00e4senzdienern zu leisten. Dazu braucht es Spezialisten und die kosten  Geld. Wenn wir die Kosten f\u00fcr die Grundwehrdiener und die ganze  Systemerhaltung einsparen, k\u00f6nnen wir uns schnelle, hoch spezialisierte  Eingreiftruppen leisten, ohne die davon profitierenden Investoren zu  Kasse bitten zu m\u00fcssen. Darum haben schon die meisten EU-Staaten die  Wehrpflicht durch ein Berufsheer ersetzt. Sollte es wirklich mal zu  einem gr\u00f6\u00dferen Krieg kommen in dem man mehr Menschenmaterial braucht,  kann man die Wehrpflicht schnell wieder einf\u00fchren; die USA haben das  schon mehrmals so gemacht.<\/p>\n<p>Berufssoldaten entwickeln auch mehr  Zusammenhalt, auch Korpsgeist genannt, werden weniger beeinflusst von  Stimmungen und sozialen Bewegungen der Zivilgesellschaft und sind daher  skrupelloser.<\/p>\n<p>\u00d6sterreich stellt, trotz formal noch nicht  abgeschaffter Neutralit\u00e4t, schon jetzt Truppenkontingente f\u00fcr die EU  Battlegroup oder EU-Kampfgruppe. Das ist eine f\u00fcr jeweils ein halbes  Jahr aufgestellte milit\u00e4rische Formation der Krisenreaktionskr\u00e4fte der  EU in hoher Verf\u00fcgbarkeit. Daf\u00fcr kommen nur Berufssoldaten in Frage.  Pr\u00e4senzdiener w\u00e4ren da st\u00f6rend. Mit einer Berufsarmee w\u00fcrde sich die  Aufgabe der Neutralit\u00e4t und die Einbindung \u00d6sterreichs in eine  Interventions-Streitmacht der EU wesentlich erleichtern und  beschleunigen.<\/p>\n<p>Das ist der Hauptgrund warum ich, solange es nicht  m\u00f6glich ist das Heer ganz abzuschaffen, f\u00fcr die Beibehaltung der  Wehrpflicht bin und am 20. J\u00e4nner auch so stimmen werde.<\/p>\n<p>Drei abschlie\u00dfende Bemerkungen:<\/p>\n<p>1.) Die falschen Argumente der falschen Verb\u00fcndeten k\u00f6nnen mich nicht abhalten das Richtige zu tun.<\/p>\n<p>2.)  Nicht hinzugehen oder ung\u00fcltig abzustimmen, indem man auf den Zettel:  Gegen jedes Heer oder F\u00fcr die Abschaffung des Bundesheeres, schreibt,  ist m\u00f6glich, vielleicht auch ehrenwert, aber ohne jeden Einfluss auf das  was geschehen wird.<\/p>\n<p>3.) Der Gr\u00fcne Bundesvorstand und der  Erweitere sind offensichtlich nicht sehr gl\u00fccklich \u00fcber ihren eigenen  Beschluss. Sie haben ihn bis jetzt nicht im Wortlaut ver\u00f6ffnet, auch die  Begr\u00fcndung die angeblich mitbeschlossen wurde ist nirgends zu finden.  Am Bundeskongress in Linz am 1.\/2.Dezember war die Volksbefragung kein  Thema. Und, was mich besonders st\u00f6rt, auf der Homepage der Bundesgr\u00fcnen  gibt es zu dem Thema nur einen Link zu Peter Pilz, der sich eindeutig  f\u00fcr ein Berufsheer stark macht.<\/p>\n<p>Herbert Sburny<strong><em><br \/>\n<\/em><\/strong><em>(Quelle: <a href=\"http:\/\/akin.mediaweb.at\/2012\/27\/27bhdeb.htm\">http:\/\/akin.mediaweb.at\/2012\/27\/27bhdeb.htm<\/a>)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der gr\u00fcne Bundesvorstand spricht sich f\u00fcr ein Berufsheer aus, u.a. weil &#8222;spezialisierte BerufssoldatInnen viel besser geeignet sind, auf Auslandsmissionen geschickt zu werden.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-2743","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-antimilitarismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2743","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2743"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2743\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2743"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2743"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2743"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}