{"id":3010,"date":"2013-04-13T09:42:14","date_gmt":"2013-04-13T07:42:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=3010"},"modified":"2013-04-13T09:42:14","modified_gmt":"2013-04-13T07:42:14","slug":"krieg-und-hilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=3010","title":{"rendered":"Krieg und Hilfe"},"content":{"rendered":"<div id=\"ID_Date\">08.04.2013 jW<\/div>\n<h2>Die Finanziers humanit\u00e4rer Unterst\u00fctzung in Syrien und von Waffen  f\u00fcr Aufst\u00e4ndische sind ein und dieselben. Heute treffen sie sich wieder  in Berlin<\/h2>\n<address>Von Karin Leukefeld<\/address>\n<div class=\"Content\">\n<div class=\"ImageBox\">\n<table border=\"0\" width=\"50\" summary=\"Designtabelle\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><a><\/p>\n<div><img decoding=\"async\" id=\"img43736\" src=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/serveImage.php?id=43736&amp;ext=.jpg\" alt=\"Reichlich Munition: Waffe eines K\u00e4mpfers der \u00bbFreien \" \/><!--more--><\/div>\n<p><\/a><\/p>\n<div class=\"Title\">Reichlich Munition: Waffe eines K\u00e4mpfers der \u00bbFreien Syrischen Armee\u00ab am 31. M\u00e4rz in einem Vorort von Damaskus<\/div>\n<div class=\"Copyright\">Foto: Handout\/Reuters<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Am heutigen Montag trifft sich in Berlin erneut die Arbeitsgruppe \u00bbWirtschaftlicher Wiederaufbau und Entwicklung\u00ab der \u00bbFreunde <span class=\"mark\">Syrien<\/span>s\u00ab. Eine Sprecherin des Au\u00dfenministeriums wollte auf jW-Anfrage den Termin zwar nicht best\u00e4tigen, r\u00e4umte aber ein, da\u00df \u00bbsich zu <span class=\"mark\">Syrien<\/span> immer wieder Arbeitsgruppen treffen\u00ab w\u00fcrden. Arabische Quellen,  bekr\u00e4ftigten derweil gegen\u00fcber jW, da\u00df heute \u00fcber den Wiederaufbau <span class=\"mark\">Syrien<\/span>s (nach dem Sturz von Pr\u00e4sident Assad) in Berlin diskutiert wird.<\/p>\n<p>Das Treffen wird vermutlich von dem von Deutschland und den Vereinigten  Arabischen Emiraten (VAE) getragenen \u00bbwirtschaftlichen Wiederaufbaub\u00fcro\u00ab  ausgerichtet, einem Gremium der \u00bbFreunde <span class=\"mark\">Syrien<\/span>s\u00ab,  das eng mit dem \u00bbSyrischen Wirtschaftsforum\u00ab syrischer und anderer  Gesch\u00e4ftsleute und dem Syrischen Nationalrat kooperiert. Nach Ansicht  der Autoren der Studie \u00bbVom Aufstand zum Krieg in <span class=\"mark\">Syrien<\/span>\u00ab (Bertelsmann Stiftung) sollte dieses B\u00fcro \u00bbdringend politisch dynamisiert und personell aufgestockt werden\u00ab.<\/p>\n<h3>Spaltung des Landes<\/h3>\n<p>Wirtschafts- und Finanzsanktionen, die die EU \u00fcber <span class=\"mark\">Syrien<\/span> verh\u00e4ngt hat, sollen nach Ansicht von Bundesau\u00dfenminister Guido  Westerwelle (FDP) so gelockert werden, da\u00df der Opposition der  Wiederaufbau in den von ihr kontrollierten Gebieten erleichtert werde.  Das erkl\u00e4rte Westerwelle nach dem Treffen der EU-Au\u00dfenminister am 22.  M\u00e4rz in Dublin. Die syrische Opposition m\u00fcsse \u00bbauf jede verantwortbare  Weise\u00ab gest\u00e4rkt werden. \u00bbInfrastruktur, Wasser, Elektrizit\u00e4t,  Gesundheitsversorgung \u2013 das ist etwas, was wir nicht aus dem Fokus  verlieren d\u00fcrfen\u00ab, so Westerwelle. Darum d\u00fcrfte es auch jetzt gehen.<\/p>\n<p>Das Ausw\u00e4rtige Amt und das Bundesministerium f\u00fcr wirtschaftliche  Zusammenarbeit haben bisher 118 Millionen Euro Hilfsgelder an  internationale, deutsche und syrische (oppositionelle)  Hilfsorganisationen \u00fcberwiesen. Zwar werden mit dem Geld auch die  Vereinten Nationen und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz  unterst\u00fctzt, die sich an das humanit\u00e4re V\u00f6lkerrecht halten und gem\u00e4\u00df  einer Vereinbarung mit der syrischen Regierung im Land arbeiten. Die  Finanzierung von Projekten privater \u00bbNichtregierungs\u00ab-Organisationen  (NGOs), die mit den Aufst\u00e4ndischen in <span class=\"mark\">Syrien<\/span> in umk\u00e4mpften (\u00bbbefreiten\u00ab) Gebieten kooperieren, widerspricht aber dem  humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrecht und tr\u00e4gt zu einer Spaltung des Landes bei.  Diplomatische Initiativen der Bundesregierung f\u00fcr eine friedliche L\u00f6sung  durch Verhandlungen bleiben ohnehin aus.<\/p>\n<p>Bei einer Veranstaltung der Union der syrischen Studenten und Akademiker  e.V. (USSA) zum zweiten Jahrestag der \u00bbSyrischen Revolution\u00ab  diskutierten am 22. M\u00e4rz Vertreter der Bundesregierung mit Vertretern  von deutschen und syrischen NGOs und der Opposition dar\u00fcber, wie die  humanit\u00e4re Hilfe verst\u00e4rkt werden kann. Der pers\u00f6nliche Beauftragte  Westerwelles f\u00fcr die arabische Welt, Volkmar Wenzel, teilte dabei das  Podium mit dem Botschafter der Nationalen Koalition (Paris) und dem  stellvertretenden Vorsitzenden der syrischen Muslim-Bruderschaft. Beide  Organisationen verweigern die Bildung einer \u00dcbergangsregierung nach dem  von den Vereinten Nationen ausgehandelten Genfer Abkommen und fordern  mehr Waffen f\u00fcr ihre K\u00e4mpfer. Humanit\u00e4re Hilfe verschafft dieser  Strategie wichtige R\u00fcckendeckung.<\/p>\n<p>NGOs wie \u00bb\u00c4rzte ohne Grenzen\u00ab und \u00bbGr\u00fcnhelme\u00ab pl\u00e4dieren seit langem f\u00fcr  die Schaffung von \u00bbhumanit\u00e4ren Korridoren\u00ab, um die Hilfe f\u00fcr die von den  Aufst\u00e4ndischen \u00bbbefreiten Gebiete\u00ab auszuweiten. Daf\u00fcr pl\u00e4dieren auch  die Autoren der erw\u00e4hnten Bertelsmann-Studie, in der es zum Thema  \u00bbhumanit\u00e4re Hilfe\u00ab hei\u00dft: \u00bbUm die notleidende Bev\u00f6lkerung innerhalb <span class=\"mark\">Syrien<\/span>s  zu erreichen, bedarf es kreativer und unb\u00fcrokratischer L\u00f6sungen.\u00ab Die  \u00bbbefreiten Gebiete\u00ab sollten besonders unterst\u00fctzt werden, da \u00bbstaatliche  Dienstleistungen dort nicht mehr funktionieren und Oppositionelle mit  der Versorgung der Bev\u00f6lkerung \u00fcberfordert sind\u00ab. Infrastruktur m\u00fcsse  \u00bbz\u00fcgig wiederaufgebaut werden, vor allem Krankenh\u00e4user und Schulen.\u00ab  Geberl\u00e4nder sollten dabei \u00bbmit NGOs zusammenarbeiten, die sich bereits  in <span class=\"mark\">Syrien<\/span> engagieren\u00ab. Genannt werden \u00bb\u00c4rzte ohne Grenzen\u00ab, Gr\u00fcnhelme e.V. und syrische Hilfsvereine im Exil.<\/p>\n<h3>Humanit\u00e4re Intervention<\/h3>\n<p>Um die hier beschriebene humanit\u00e4re Intervention k\u00f6nnte es auch heute in  Berlin gehen. Nicht nur Agenten ausl\u00e4ndischer Geheimdienste und K\u00e4mpfer  betreten ein souver\u00e4nes Land illegal, private Hilfsorganisationen  sollen ihnen den R\u00fccken st\u00e4rken. Wie eng Hilfe und Krieg verkn\u00fcpft sind,  beschrieb ein franz\u00f6sischer Arzt der Organisation \u00bb\u00c4rzte ohne Grenzen\u00ab  dem britischen Guardian Anfang 2012. Damals wurde Jacques B\u00e9r\u00e8s aus dem  Libanon mit einem Transport der Aufst\u00e4ndischen nach Baba Amr gebracht,  einem heftig umk\u00e4mpften Vorort der Stadt Homs. Mit ihm und seiner  medizinischen Ausr\u00fcstung waren in dem Fahrzeug auch zwei Dutzend  Raketenwerfer verstaut, sagte der Arzt und r\u00e4umte ein, da\u00df es f\u00fcr  Hilfspersonal verboten ist, mit Waffen zu reisen. Bei einem sp\u00e4teren  Einsatz in Aleppo (September 2012) sagte B\u00e9r\u00e8s, die H\u00e4lfte der K\u00e4mpfer,  die er versorgen w\u00fcrde, seien ausl\u00e4ndische Gotteskrieger.<\/p>\n<p>Humanit\u00e4re Hilfe f\u00fcr <span class=\"mark\">Syrien<\/span> nimmt den gleichen  Weg wie Waffen und K\u00e4mpfer. Da\u00df die Finanziers daf\u00fcr und f\u00fcr den  Wiederaufbau \u00bbbefreiter Gebiete\u00ab dieselben sind, zeigt sich an dem  Teilnehmerkreis der \u00bbArbeitsgruppe Wiederaufbau\u00ab. Bei einem fr\u00fcheren  Treffen am 4. September 2012 in Berlin hatten Vertreter von 64 Staaten  und sieben internationalen Organisationen teilgenommen, darunter die  Arabische Liga, die EU und der Golfkooperationsrat. Die finanziellen  Schwergewichte des Golfkooperationsrates \u2013 Katar und Saudi Arabien \u2013  lieferten seit Anfang 2012 nach Recherchen der New York Times mindestens  3500 Tonnen Waffen an die Aufst\u00e4ndischen.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>08.04.2013 jW Die Finanziers humanit\u00e4rer Unterst\u00fctzung in Syrien und von Waffen f\u00fcr Aufst\u00e4ndische sind ein und dieselben. Heute treffen sie sich wieder in Berlin Von Karin Leukefeld<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-3010","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-arabischer-raum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3010","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3010"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3010\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3010"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3010"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3010"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}