{"id":3218,"date":"2013-09-27T09:29:09","date_gmt":"2013-09-27T07:29:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=3218"},"modified":"2013-09-27T09:29:09","modified_gmt":"2013-09-27T07:29:09","slug":"veto-des-suedens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=3218","title":{"rendered":"Veto des S&#252;dens"},"content":{"rendered":"<div><a id=\"JL_content\" name=\"JL_content\"><\/a>Lateinamerikas Pr\u00e4sidenten machen UN-Vollversammlung zum Tribunal gegen US-Aggressionen<\/div>\n<div><!--more-->Von Volker Hermsdorf\u00a0\u00a0\u00a0 27.09.2013 \/ Ausland \/ Seite 7 JUNGE WELT<\/div>\n<address>\n<\/address>\n<div class=\"Content\">Staats- und Regierungschefs aus Lateinamerika haben in den letzten Tagen  die UN-Vollversammlung in New York als Trib\u00fcne zur Vorstellung  politischer Alternativen genutzt. So forderten die Pr\u00e4sidenten von  Argentinien, Bolivien, Brasilien, Uruguay und anderen Staaten in der  Generaldebatte eine Reform der Weltorganisation und prangerten die  globalen Spionageaktivit\u00e4ten der USA an.<\/div>\n<div class=\"Content\"><\/div>\n<div class=\"Content\">\n\u00bbFr\u00fcher haben die Botschaft der USA und internationale Konzerne unser  Land regiert, jetzt lebt unser Volk in W\u00fcrde und Souver\u00e4nit\u00e4t, und es  geht uns in jeder Beziehung besser\u00ab, sagte der bolivianische Pr\u00e4sident  Evo Morales, der entgegen seiner in der vergangenen Woche ge\u00e4u\u00dferten  Boykott\u00fcberlegungen (jW berichtete) am Mittwoch abend (Ortszeit) an der  Generaldebatte teilnahm. Er warf den USA vor, als \u00bbHerren der Welt\u00ab  aufzutreten und nicht nur B\u00fcrger und Regierungen, sondern auch die  Repr\u00e4sentanten der Vereinten Nationen zu bespitzeln. \u00bbWie kann die UNO  weiterhin ihren Sitz in einem Land haben, das sie ausspioniert, die  Souver\u00e4nit\u00e4t ihrer Mitglieder nicht respektiert und seit Jahren \u2013 wie im  Fall der Blockade gegen Kuba \u2013 ihre Beschl\u00fcsse mi\u00dfachtet\u00ab, fragte  Morales in den Saal.<\/p>\n<p>Venezuelas Pr\u00e4sident Nicol\u00e1s Maduro hat eine Reise nach New York  kurzfristig aus \u00bbSicherheitsgr\u00fcnden\u00ab abgesagt. In einer \u00fcber alle  Rundfunk- und Fernsehsender des s\u00fcdamerikanischen Landes ausgestrahlten  Ansprache erkl\u00e4rte er, es seien zwei geplante \u00bbProvokationen\u00ab  bekanntgeworden, \u00bbeine schlimmer als die andere\u00ab, die auch sein Leben  h\u00e4tten in Gefahr bringen k\u00f6nnen. Er habe sich deshalb entschieden, von  seinem Staatsbesuch in China nach Caracas zur\u00fcckzukehren. An seiner  Stelle wird Au\u00dfenminister El\u00edas Jaua in New York auftreten.<\/p>\n<p>Zum Auftakt der allj\u00e4hrlich stattfindenden Generalversammlung hatte  Brasiliens Pr\u00e4sidentin Dilma Rousseff am Dienstag vor den Delegierten  aus 193 Mitgliedsstaaten in scharfer Form die Spionagepraxis der  US-Geheimdienste gegei\u00dfelt. Die Gemeinschaft der V\u00f6lker d\u00fcrfe eine  derartige \u00bbVerletzung des V\u00f6lkerrechts und die Mi\u00dfachtung der  Souver\u00e4nit\u00e4t unabh\u00e4ngiger Staaten\u00ab nicht hinnehmen, sagte Rousseff und  forderte von den USA eine Entschuldigung sowie eine Vereinbarung zum  Verbot derartiger Spionageaktionen.<\/p>\n<p>Cristina Fern\u00e1ndez, die Pr\u00e4sidentin Argentiniens, kritisierte die  Doppelz\u00fcngigkeit von Regierungen, die in der UN-Debatte vom Frieden  redeten und in der Realit\u00e4t Kriege f\u00fchrten. Sie bezog sich damit sowohl  auf die Rede des US-Pr\u00e4sidenten Barack Obama als auch auf die Haltung  der britischen Regierung, der sie eine milit\u00e4rische Aufr\u00fcstung im  S\u00fcdatlantik durch die Entsendung von Atom-U-Booten zur Verteidigung  ihrer Herrschaft \u00fcber die von Argentinien beanspruchten Islas Malvinas  vorwarf. Entsetzt \u00fcber den Auftritt Obamas \u00e4u\u00dferte sich am Rande der  Versammlung auch der ecuadorianische Au\u00dfenminister Ricardo Pati\u00f1o. \u00bbVon  einem Tr\u00e4ger des Friedensnobelpreises haben wir nichts au\u00dfer einem  halbst\u00fcndigen Bericht \u00fcber internationale Polizeieins\u00e4tze geh\u00f6rt\u00ab, sagte  der Politiker.<\/p>\n<p>Einm\u00fctig verurteilten die Vertreter Lateinamerikas und der Karibik neben  der Spionaget\u00e4tigkeit der US-Dienste auch die von den USA wiederholt  veranla\u00dften \u00dcberflugverbote f\u00fcr die Pr\u00e4sidentenmaschinen Boliviens und  Venezuelas sowie die Verweigerung von Visa f\u00fcr Teilnehmer der UN-Sitzung  durch die nordamerikanischen Beh\u00f6rden. Sein Land sitze nicht in den  Vereinten Nationen, \u00bbum dort Kaffee zu servieren\u00ab, sagte Uruguays  Pr\u00e4sident Jos\u00e9 Mujica. Mehrere Staatschefs forderten \u00bbangesichts der  wiederholten Mi\u00dfachtung internationaler Rechtsnormen durch die USA\u00ab, den  Sitz der Weltorganisation in ein Land zu verlegen, das die Souver\u00e4nit\u00e4t  aller Mitgliedsstaaten respektiere.<\/p>\n<p>Breite Unterst\u00fctzung auch bei Delegierten anderer Kontinente fand zudem  die Forderung nach einer grundlegenden Reform der UNO und ihres  Sicherheitsrates. Das Gremium, in dem f\u00fcnf Staaten permanente Mitglieder  mit Vetorecht und zehn Staaten zeitweise Mitglieder sind, entspreche  \u00bbeiner Logik aus der Zeit des Kalten Krieges\u00ab und sei heute weder  zeitgem\u00e4\u00df noch effizient, sagte Fern\u00e1ndez. Rousseff bescheinigte dem  Sicherheitsrat Legitimationsdefizite, und sogar der rechtskonservative  chilenische Pr\u00e4sident Sebastian Pi\u00f1era, sonst ein treuer Gefolgsmann der  USA, sprach sich f\u00fcr eine Demokratisierung der Vereinten Nationen und  ihrer Gremien aus. Statt der Rechtfertigung milit\u00e4rischer Aktionen m\u00fcsse  die Hauptaufgabe der UNO die Garantie von Frieden, sozialer  Gerechtigkeit und Souver\u00e4nit\u00e4t ihrer Mitgliedsl\u00e4nder sein, forderte Evo  Morales.<\/p><\/div>\n<div class=\"Content\"><\/div>\n<div class=\"Content\"><\/div>\n<div class=\"Content\"><a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/09-27\/030.php\">http:\/\/www.jungewelt.de\/2013\/09-27\/030.php<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lateinamerikas Pr\u00e4sidenten machen UN-Vollversammlung zum Tribunal gegen US-Aggressionen<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,15],"tags":[],"class_list":["post-3218","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-lateinamerika"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3218","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3218"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3218\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3218"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3218"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3218"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}