{"id":3490,"date":"2014-08-02T09:34:57","date_gmt":"2014-08-02T07:34:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=3490"},"modified":"2014-08-02T09:34:57","modified_gmt":"2014-08-02T07:34:57","slug":"wir-wuerden-gern-einen-politikwechsel-der-eu-sehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=3490","title":{"rendered":"\u00bbWir w&#252;rden gern einen Politikwechsel der EU sehen\u00ab"},"content":{"rendered":"<address>Israel blockiert seit Jahren jede Entwickung in Gaza. Europa sollte mehr Einflu\u00df nehmen. Ein Gespr\u00e4ch mit Sari Bashi <\/address>\n<address><!--more--><br \/>\n<\/address>\n<address>Johannes Zang<\/address>\n<div>\n<h5>Sari Bashi ist Rechtsanw\u00e4ltin und  Mitbegr\u00fcnderin der israelischen Menschenrechtsorganisation GISHA (hebr.  f\u00fcr \u00bbZugang\u00ab). Sie ist vor 17 Jahren aus den USA nach Israel  eingewandert<\/h5>\n<p><strong><em>Die Vereinten Nationen haben 2012 den Bericht \u00bbGaza 2020 \u2013 kann  man da leben?\u00ab ver\u00f6ffentlicht. Wie war die Menschenrechtslage im  Gazastreifen vor diesem vierten Gaza-Krieg seit 2006?<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Von 1967 bis 1991 verfolgte Israel eine Politik der offenen Grenzen und  wirtschaftlicher Integration. Menschen in Gaza wurde es erlaubt, ja, sie  wurden sogar dazu ermuntert, in Israel zu arbeiten und israelische  Produkte zu kaufen. Im Allgemeinen durften sich die Menschen ziemlich  frei zwischen Israel, dem Westjordanland und Gaza bewegen. Ab 1991, vor  dem Hintergrund der ersten Intifada und mit dem Golfkrieg als Ausl\u00f6ser  begann Israel, den Zugang nach und von Gaza einzuschr\u00e4nken.Unmittelbar  vor den jetzigen K\u00e4mpfen war das Reisen ins Westjordanland und nach  Israel nur noch in Ausnahmef\u00e4llen m\u00f6glich.<strong><em>Wie steht es um Export und Import?<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der Export von Waren nach Israel oder ins Westjordanland wird seit 2007  blockiert. Israel schr\u00e4nkt au\u00dferdem die Einfuhr von Baumaterialien nach  Gaza ein, w\u00e4hrend andere G\u00fcter gr\u00f6\u00dftenteils eingef\u00fchrt werden d\u00fcrfen.  Diese und andere Behinderungen verhindern die Entwicklung im  Gazastreifen.<strong><em>Wie schl\u00e4gt sich das statistisch nieder?<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Arbeitslosigkeit liegt bei 41 Prozent, die der jungen Menschen bei  58 Prozent. 70 Prozent der Bev\u00f6lkerung ist auf Lebensmittelspenden  angewiesen. Die Wirtschaft liegt am Boden.<strong><em>K\u00f6nnen Sie ein Beispiel nennen?<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Bis 2007 deckten Hersteller aus Gaza etwa 20 Prozent des Eiscrememarktes  im Westjordanland ab. Seitdem verbietet Israel den Eistransport. Israel  nimmt sich das Recht, Lastwagen mit Eis aus Gaza zu inspizieren, um zu  kontrollieren, ob es wirklich Eis ist. Findet sich kein  Sicherheitsproblem mit der Ladung, mu\u00df Israel den Transport erlauben.  Das tut es jedoch seit 2007 nicht, obwohl es keine Sicherheitsbedenken  gibt. Weiterhin verbietet Israel seit dem Jahr 2000 jungen Leuten aus  Gaza, im Westjordanland zu studieren.<strong><em>Wie beeintr\u00e4chtigt der Krieg das Leben auf pal\u00e4stinensischer Seite?<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Wir machen uns Sorgen, da\u00df wegen der Sch\u00e4den infolge der K\u00e4mpfe die  Strom- und Wasserversorgung zusammenbricht. Die F\u00e4higkeit der Menschen,  mit all dem klarzukommen, ist sehr begrenzt \u2013 wegen des Mangels an  Baumaterial, Ersatzteilen oder Treibstoff und wegen einer desolaten  Infrastruktur, die nun auch noch bombardiert wird.<strong><em>Und in Israel?<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Verglichen mit der letzten Eskalation im November 2012 erreicht die  Gewalt nun viel mehr Gebiete Israels. Bis 2012 betraf Raketenbeschu\u00df aus  Gaza nur den S\u00fcden des Landes, der schwach besiedelt und wirtschaftlich  arm ist. Nun fliegen die Raketen bis Tel Aviv, Haifa und Jerusalem. Das  stiftet sehr viel Unruhe, vor allem bei Kindern. Es gibt, im Gegensatz  zu Gaza, Bunker und Schutzr\u00e4ume sowie ein Warnsystem. Das hei\u00dft: Mehrere  Male am Tag rennt man zum n\u00e4chsten Bunker oder legt sich flach auf den  Boden \u2013 die Kinder unten, die Eltern dar\u00fcber, um die Kinder zu sch\u00fctzen.  Das ist sehr dramatisch f\u00fcr Kinder. In Gaza, wo es keine Bunker gibt,  ist das was ganz Anderes. Dort ist es sehr, sehr schwierig.<strong><em>Was kann Deutschland, was die EU tun, um das T\u00f6ten zu beenden?<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Europa ist hier in der Region politisch und finanziell sehr engagiert.  Ich sagte bereits, da\u00df 70 Prozent der Bev\u00f6lkerung des Gazastreifens auf  Lebensmittelgaben angewiesen sind. Ein Gro\u00dfteil des Geldes daf\u00fcr kommt  von europ\u00e4ischen Regierungen. Diese Hilfe verhindert den Kollaps im  Gazastreifen. Europa mu\u00df von Israel aber verlangen, da\u00df es nicht nur  humanit\u00e4r helfen darf, sondern auch beim wirtschaftlichen Aufbau.<strong><em>K\u00f6nnen Sie ein Beispiel nennen?<br \/>\n<\/em><\/strong><\/div>\n<div>Die niederl\u00e4ndische Regierung spendete k\u00fcrzlich einen Scanner, der  Millionen Dollar gekostet hat, f\u00fcr den G\u00fcter\u00fcbergang Kerem Shalom  zwischen Gaza und Israel. Doch die israelische Regierung erlaubt die  Inbetriebnahme des Scanners nicht, der Produkte f\u00fcr den Markt im  Westjordanland oder in Israel durchleuchten soll. Da w\u00fcrden wir gern  einen Politikwechsel Europas sehen. Die EU sollte darauf zu bestehen,  da\u00df das Geld nicht nur f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe verwendet wird, sondern auch  zum Aufbau.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>http:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/08-02\/027.php<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Israel blockiert seit Jahren jede Entwickung in Gaza. Europa sollte mehr Einflu\u00df nehmen. 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