{"id":3572,"date":"2014-08-21T09:07:16","date_gmt":"2014-08-21T07:07:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=3572"},"modified":"2014-08-21T09:07:16","modified_gmt":"2014-08-21T07:07:16","slug":"antwort-auf-chava-gurion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=3572","title":{"rendered":"Antwort auf Chava Gurion"},"content":{"rendered":"<p>Frau Chava Gurion,<\/p>\n<p>Sie liegen richtig: Genug ist genug!<\/p>\n<p>Genug israelische Massaker an den Menschen in Gaza! Genug an seit 60 Jahren andauernder Vertreibung und versuchter Vernichtung der Pal\u00e4stinenserInnen!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Genug ist genug! Das ist die Botschaft an Israel, millionenfach von DemonstrantInnen \u00fcberall auf der Welt gerufen. Sogar \u00a0Pr\u00e4sident Obama, der Israel hingebungsvoll mit R\u00fcstung unterst\u00fctzt, reicht es jetzt und er will die massenhaften Opfer in Gaza nicht mehr akzeptieren!<\/p>\n<p>Doch Sie Frau Gurion, bef\u00fcrworten den Krieg der israelischen Regierung gegen Gaza. Damit liegen Sie ganz auf der Linie von Israels Gr\u00fcndervater David Ben Gurion, der 1937 sagte: \u201cDie Araber m\u00fcssen verschwinden. Aber man braucht daf\u00fcr eine passende Gelegenheit, wie einen Krieg, um dies geschehen zu lassen.\u201d<\/p>\n<p>Israel wusste sich diese Gelegenheiten zu schaffen und bekam 1948 sogar das Einverst\u00e4ndnis der UNO.<em> <\/em>Sie erw\u00e4hnen, dass die Pal\u00e4stinenser 1948 einen j\u00fcdischen Staat ablehnten und Sie meinen damit den UN-Teilungsplan. Die UNO hatte damals der Errichtung eines Staates auf pal\u00e4stinensischem Land zugestimmt, aber entgegen dem Willen der ans\u00e4ssigen Bev\u00f6lkerung, die zuvor durch Terroranschl\u00e4ge von israelischen Paramilit\u00e4rs drangsaliert und eingesch\u00fcchtert worden war! 56% des fruchtbaren Landes w\u00e4ren nach diesem Plan an 600 000 Israelis gegangen, 43% an die 1.200 000 Pal\u00e4stinenserInnen. Nicht gerecht und nicht zu rechtfertigen, diese internationale Genehmigung an Israel f\u00fcr eine Staatsgr\u00fcndung \u00fcber Landraub und Verbrechen an den Einheimischen. Auf dem \u00a0R\u00fccken von Menschen, die damit nichts zu tun hatten, wollte sich Europa der moralischen Schuld am Verbrechen des Holocaust entledigen. \u00a0Davor standen au\u00dferdem \u00f6komische Interessen: \u00dcber die Schaffung des israelischen Staates beabsichtigte man die Fortsetzung der kolonialen Kontrolle \u00fcber die Ressourcen des Arabischen Raums.<\/p>\n<p>Mehr als 700 000 Pal\u00e4stinenserInnen wurden 1947\/48 brutal vertrieben. Golda Meir sagte, als die Fl\u00fcchtlinge zur\u00fcckkehren wollten: \u201eI am not willing to make extraordinary arrangements to bring back Arabs.\u201c\u00a0 Au\u00dfenminister Scharett wollte die Pal\u00e4stinenser vor einer R\u00fcckkehr warnen. Joseph Weitzs \u201eTransfer-Plan\u201c, der Zerst\u00f6rung der D\u00f6rfer, Ansiedelungen von J\u00fcdInnen und Ma\u00dfnahmen zur Verhinderung jeder R\u00fcckkehr vorsah, wurde von Ben Gurion buchstabengetreu umgesetzt!<\/p>\n<p>1967 folgte der n\u00e4chste Krieg: 300 000 Vertriebene, wieder Zerst\u00f6rungen zahlreicher D\u00f6rfer, Massenerschie\u00dfungen und eine lange Liste an Menschenrechtsverletzungen bis hin zu den Angriffen auf Gaza 2008, 2012\/13 und 2014. Es gab immer Gelegenheiten f\u00fcr diese Kriege. F\u00fcr den jetzigen wurde die Ermordung von drei Talmudsch\u00fclern genannt. Mittlerweile ist hinl\u00e4nglich belegt, dass dies nur ein Vorwand war, um Gaza anzugreifen. Keine der Pal\u00e4stinensergruppen, auch nicht Hamas, hatte etwas damit zu tun. Dennoch wird diese Organisation \u00fcber Falschinformationen zum gro\u00dfen Feindbild hochstilisiert und d\u00e4monisiert. Zweck ist wohl, \u00fcber das Sch\u00fcren latenter Islamfeindlichkeit in der europ\u00e4ischen Gesellschaft die EU mit aufs israelische \u00a0Kriegsschiff zu holen. Auch Sie spielen hier mit, Frau Gurion. Ist das ihr Zugang zu Friedenspolitik? Anstatt Verhandlungen zu fordern, streuen sie Unwahrheit und Hass. Sie gehen sogar soweit, die Pal\u00e4stinensischen Opfer zu verspotten, indem sie ihnen unterstellen, sie w\u00e4ren nichts als arme Menschen, die sich von Hamas als Schutzschilder missbrauchen lassen. Wissen Sie eigentlich was Sie da sagen? Rund 2000 Menschen hat Israel allein in Gaza auf dem Gewissen! Sie wurden bombardiert aus Kampfhubschraubern und unbemannten Drohnen! Niemand konnte in Gaza vor den Angriffen fl\u00fcchten, zumal gezielt Zufluchtsorte wie UN-Schulen und Spit\u00e4ler auch bombardiert wurden! Israel ist eines der h\u00f6chstger\u00fcsteten L\u00e4nder der Welt!\u00a0 Wer kann und wer will \u00fcberhaupt diesem Land etwas anhaben? Was soll diese Opfer \u2013T\u00e4ter &#8211; Umkehr?<\/p>\n<p>Haben Sie nie \u00fcberlegt, ob es nicht vielmehr das schlechte kollektive Gewissen Israels ist, das es antreibt immer einen Gegner, immer Gelegenheiten f\u00fcr Krieg zu suchen? Sie wissen und auch Ben Gurion wusste es: Das Land auf dem Israel steht, geh\u00f6rt nicht den Isarelis! Es wurde geraubt, widerrechtlich angeeignet. Der Gro\u00dfteil der Menschen, die heute in Gaza leben, sind Vertriebene aus diesem Land. Sie wurden in ein gro\u00dfes Fl\u00fcchtlingslager gesperrt, das sich Gaza nennt. Denken Sie im Ernst, die Menschen akzeptieren eine solche Behandlung \u00fcber Jahrzehnte hinweg widerstandslos? Als \u201e Muselmanen<em> die<\/em> sich ruhig verhalten in ihren Lagern und sich abfinden mit ihrem Schicksal\u00a0 wie es Muselmanen geziemt\u201c, wie Erich Fried in einem Gedicht schrieb? Und was w\u00fcrden Sie an der Stelle eines Fl\u00fcchtlings in Gaza empfinden, wenn Sie von Knesset-Sprecher Feiglin h\u00f6ren, dass er nach einer vollst\u00e4ndigen Eroberung des Gaza-Streifens die Bev\u00f6lkerung in ein Camp in Sinai deportieren will, um sie von dort aus in andere L\u00e4nder weiter zu deportieren?<\/p>\n<p>Die Pal\u00e4stinenserInnen in Gaza sind eins mit der pal\u00e4stinensischen Widerstandsbewegung, ob sie nun Hamas oder einen anderen Namen tr\u00e4gt. Sie verteidigen ihre W\u00fcrde und ihr Recht gegen die hochger\u00fcstete israelische Armee. Die Menschen in Gaza sagen: Wir werden unsere Toten nicht vergessen! Von wie vielen Toten sie sprechen, Frau Gurion, von wie vielen Toten seit 1948?<\/p>\n<p>Dennoch hat Yassir Arafat die H\u00e4nde zum Frieden gereicht. Er und Izthak Rabin wurden ermordet. Jeder Versuch neuerliche Verhandlungen in Gang zu bringen, ist an den absichtlich feindseligen Handlungen der M\u00e4chtigen in Israel gescheitert: Siedlungsbau, Zerst\u00f6rung Ostjerusalems, Mauerbau, unz\u00e4hlige Schikanen an ZivilistInnen, Inhaftierung und Folter von Kindern, willk\u00fcrliche und gezielte Erschie\u00dfungen und so viele Dem\u00fctigungen mehr.<\/p>\n<p>In Wirklichkeit ist es <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span> kompliziert, einen Frieden in Pal\u00e4stina\/Israel zu schaffen. Die Pl\u00e4ne liegen bereit. Die H\u00e4nde der Pal\u00e4stinenserInnen sind ausgestreckt, trotz allem und noch immer. Doch Israel muss seinen alleinigen Herrschaftsanspruch \u00fcber das Land aufgeben, die Politik der Vertreibung und der Apartheid beenden! Es muss seiner Schuld und Verantwortung gegen\u00fcbertreten. Das w\u00e4re wirklich mutig und der eigenen Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber ehrlich. Anstatt sie st\u00e4ndig mit neuen Feindbildern und Unwahrheiten aufzuhetzen und die Jugend von einer milit\u00e4rischen Katastrophe in die n\u00e4chste zu treiben.<\/p>\n<p>Die Pal\u00e4stinenserInnen sind die Schw\u00e4cheren, wie Sie selbst sagen. Und auf die Nachfrage ob der Schw\u00e4chere im Recht ist, antworten Millionen Vertriebene: JA!<\/p>\n<p>Frau Gurion, schreiben Sie nicht Golda Meirs Opfer-T\u00e4ter-Umkehr fort!\u00a0 Sie sprach im Kriegsgeist Ben Gurions, wie heute Netanjahu, Liebermann und Moshe Feiglin. H\u00f6ren Sie nicht auf diese Scharfmacher. Wenden Sie sich den Pal\u00e4stinenserInnen und ihren legitimen VerteterInnen zu und h\u00f6ren Sie die Stimme der Schwachen, die ihre Rechte verteidigen:\u00a0 Ehrliche Gespr\u00e4chsbereitschaft\u00a0 ist wenigstens ein erster Schritt in Richtung Frieden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Helga Suleiman, Graz<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Debattenbeitrag von Frau Gurion zum download hier:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a rel=\"attachment wp-att-3573\" href=\"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?attachment_id=3573\">Debattenbeitrag Frau Gurion KlZtg15_8_14<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Ver\u00f6ffentlichung der Antwort darauf wurde von Stv. Chefredakteur der Kleinen Zeitung Thomas G\u00f6tz abgelehnt u.a. mit der Begr\u00fcndung &#8222;(&#8230;) es gehen immer die gleichen Argumente hin und her (..)&#8220;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frau Chava Gurion, Sie liegen richtig: Genug ist genug! 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