{"id":3595,"date":"2014-09-01T20:21:45","date_gmt":"2014-09-01T18:21:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=3595"},"modified":"2014-09-01T20:21:45","modified_gmt":"2014-09-01T18:21:45","slug":"extremisten-haben-reichlich-zulauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=3595","title":{"rendered":"Extremisten haben reichlich Zulauf"},"content":{"rendered":"<h2>Damaskus will im Kampf gegen die Dschihadisten kooperieren \u2013 Berlin lehnt Zusammenarbeit ab *<\/h2>\n<p>Der Vormarsch der Dschihadisten in Syrien und Irak sorgt f\u00fcr internationale Emp\u00f6rung und den Zustrom von neuen K\u00e4mpfern.<\/p>\n<p>Die syrische Staatsf\u00fchrung hat sich zur Beteiligung am internationalen  Kampf gegen die Dschihadistengruppe \u00bbIslamischer Staat\u00ab (IS) bereit  erkl\u00e4rt. <!--more-->Damaskus sei \u00bbzur Kooperation und Koordination auf regionaler  und internationaler Ebene bereit, um den Terrorismus zu bek\u00e4mpfen\u00ab,  teilte Au\u00dfenminister Walid al-Muallim am Montag mit. Auch wolle Syrien  eine Resolution des UNO-Sicherheitsrates zu der Frage mittragen.  S\u00e4mtliche Eins\u00e4tze auf syrischem Staatsgebiet m\u00fcssten aber mit Damaskus  abgesprochen werden, warnte Muallim. Alles andere werde als \u00bbAggression\u00ab  gewertet.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung lehnte eine Zusammenarbeit mit der syrischen F\u00fchrung  unter Staatschef Baschar al-Assad am selben Tag ab. Diese habe  \u00bbunglaubliches Unrecht auf sich geladen\u00ab, sagte ein Sprecher des  Ausw\u00e4rtigen Amtes in Berlin. \u00bbUnterschiedliche Formen von Unrecht\u00ab  d\u00fcrften nicht gegeneinander aufgewogen werden.<\/p>\n<p>Nach ihrem Vormarsch in Syrien und Irak erh\u00e4lt die Terrorgruppe  unterdessen weiteren Zulauf. Allein am Wochenende h\u00e4tten sich mehr als  300 M\u00e4nner anderer oppositioneller Milizen den IS-Extremisten  angeschlossen, berichtete die syrische Beobachtungsstelle f\u00fcr  Menschenrechte am Montag. Deren Leiter Rami Abdel Rahman sagte der  Nachrichtenagentur dpa, insgesamt habe die Gruppe in Syrien inzwischen  rund 50 000 K\u00e4mpfer. Etwa 20 000 davon k\u00e4men aus dem Ausland \u2013 vor allem  aus dem arabischen Raum und aus Europa.<\/p>\n<p>Bereits in der vergangenen Woche hatten die Menschenrechtsbeobachter von  einem enormen Zulauf f\u00fcr die Extremisten berichtet. Seit Juli h\u00e4tten  sich diesen etwa 6300 K\u00e4mpfer angeschlossen, hie\u00df es. Ein Grund f\u00fcr den  Zulauf d\u00fcrfte neben den milit\u00e4rischen Erfolgen der Dschihadisten vor  allem auch die Bezahlung sein. Die Terrorgruppe hatte am Wochenende im  Osten Syriens den strategisch wichtigen Milit\u00e4rflughafen Al-Tabka  eingenommen.<\/p>\n<p>Nach UNO-Erkenntnissen hat \u00bbIslamischer Staat\u00ab grausame Massaker ver\u00fcbt.  Neben Massenmorden w\u00fcrden die sunnitischen Extremisten in Irak  systematisch Vergewaltigungen begehen und Menschen in die Sklaverei  zwingen, erkl\u00e4rte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay am Montag.  Mindestens 670 H\u00e4ftlinge seien am 10. Juni von der IS-Miliz im Gef\u00e4ngnis  in der Stadt Mossul ermordet worden, weil sie keine Sunniten waren.  \u00bbIch fordere die internationale Gemeinschaft auf, die Schuldigen an  diesen teuflischen Verbrechen nicht straflos davonkommen zu lassen\u00ab,  erkl\u00e4rte Pillay.<\/p>\n<p>Ein nach fast zwei Jahren Geiselhaft in Syrien frei gelassener  US-amerikanischer Journalist befindet sich inzwischen in Israel. Ein  fr\u00fcherer Mitarbeiter des israelischen Milit\u00e4rgeheimdienstes best\u00e4tigte  am Montag Berichte, denen zufolge Peter Theo Curtis nach seiner  Freilassung \u00fcber die Golanh\u00f6hen nach Tel Aviv gebracht wurde. Nach  Angaben von US-Au\u00dfenminister John Kerry war Curtis Gefangener der mit  der Terrororganisation Al Qaida verbundenen Al-Nusra-Front.<\/p>\n<p><em>* Aus: neues deutschland, Dienstag 26. August 2014<\/em><\/p>\n<h3>Und jetzt Syrien<\/h3>\n<p><strong> US-Regierung bereitet Kriegsausweitung vor und will sich \u00bbdurch Grenzen nicht einschr\u00e4nken lassen\u00ab<\/p>\n<p>Von Knut Mellenthin **<\/strong><\/p>\n<p>Die US-Regierung ist grunds\u00e4tzlich bereit, die im Irak geflogenen  Luftangriffe gegen den \u00bbIslamischen Staat\u00ab (IS) auch auf Ziele in Syrien  auszuweiten. Es mangelt daf\u00fcr allerdings an genauen Erkenntnissen, und  es k\u00f6nnte nach Ansicht mancher Milit\u00e4rexperten nicht nur Wochen, sondern  sogar Monate dauern, sich diese zu schaffen. Das war der Stand am  Wochenende.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ranghohe Milit\u00e4rs und Mitglieder der US-Administration das Thema  auffallend lebhaft und offen in die \u00d6ffentlichkeit tragen, h\u00fcllt sich  Barack Obama, der nicht nur Pr\u00e4sident, sondern laut Verfassung auch  Oberkommandierender der Streitkr\u00e4fte ist, in Schweigen. Es ist  allerdings unwahrscheinlich, da\u00df beispielsweise der stellvertretende  Nationale Sicherheitsberater, Ben Rhodes, sich ohne Genehmigung seines  Chefs zum Thema \u00e4u\u00dfern w\u00fcrde. Rhodes erz\u00e4hlte Reportern am Freitag, da\u00df  die Ermordung des US-Journalisten James Foley durch den IS \u00bbein  Terrorangriff auf unser Land\u00ab sei. Jede Strategie zur Bek\u00e4mpfung des IS,  so Rhodes weiter, m\u00fcsse sich \u00bbmit beiden Seiten der Grenze befassen \u2013  Irak und Syrien. Durch Grenzen werden wir uns nicht einschr\u00e4nken  lassen.\u00ab<\/p>\n<p>Auch General Martin Dempsey, der Vorsitzende des Generalstabs der  Streitkr\u00e4fte, handelt vermutlich mit Obamas Einverst\u00e4ndnis, wenn er auf  Pressekonferenzen und im Gespr\u00e4ch mit verschiedenen Medien kein Blatt  vor den Mund nimmt. Man k\u00f6nne den IS nicht besiegen, \u00bbohne sich mit dem  Teil der Organisation zu befassen, der in Syrien und von Syrien aus  operiert\u00ab, sagte Dempsey am Donnerstag. Die St\u00fctzpunktgebiete des IS  m\u00fc\u00dften angegriffen werden \u00bbauf beiden Seiten dessen, was gegenw\u00e4rtig im  Grunde eine nicht existierende Grenze ist\u00ab. \u00bbLuftangriffe k\u00f6nnen dabei  nur eine kleine Rolle spielen.\u00ab Voraussetzung sei aber, da\u00df die USA in  der Region eine Koalition zustande bringen, die \u00fcber einen l\u00e4ngeren  Zeitraum den Kampf gegen den IS aufnimmt.<\/p>\n<p>Zu Wort meldete sich auch John Allen, General im Ruhestand, der bis  Februar 2013 Kommandeur der internationalen Streitkr\u00e4fte in Afghanistan  war. In einem Kommentar f\u00fcr eine Milit\u00e4rzeitung schrieb er, die USA und  ihre Verb\u00fcndeten m\u00fc\u00dften \u00bbvon Mossul im Osten \u00fcber seine gesamte  Ausbreitung bis nach Westsyrien hin\u00ab gegen den IS vorgehen. Syrien sei  ein \u00bbfailed state\u00ab, dessen Souver\u00e4nit\u00e4t keinerlei Respekt verdiene.<\/p>\n<p>Die New York Times berichtete am Freitag, da\u00df in der Obama-Adminstration  zur Zeit dar\u00fcber diskutiert werde, ob sich der Pr\u00e4sident f\u00fcr die  geplante Kriegsausweitung ein Mandat des Kongresses holen sollte, und  welche Form daf\u00fcr die zweckm\u00e4\u00dfigste w\u00e4re. Die seit dem 8. August  geflogenen Luftangriffe gegen irakische Ziele \u2013 mittlerweile sind es  rund 100 \u2013 laufen aufgrund der sogenannten War Powers Resolution. Diese  Erm\u00e4chtigung zur Kriegf\u00fchrung ohne Kongre\u00dfbeschlu\u00df gilt aber genau  genommen nur f\u00fcr 60 Tage, also bis Anfang Oktober. Zur Not k\u00f6nnte Obama  sich immer noch auf die Generalvollmacht zum weltweiten \u00bbKampf gegen den  Terrorismus\u00ab berufen, die der Kongre\u00df nach dem 11. September seinem  Vorg\u00e4nger George W. Bush erteilte. Vieles spricht aber daf\u00fcr, da\u00df sich  Obama, zumal wenn er den Krieg wirklich auf Syrien ausdehnen will, ein  neues Mandat des Kongresses holen wird, um nicht nur die oppositionellen  Republikaner, sondern auch z\u00f6gernde Kr\u00e4fte in seiner eigenen Partei  einzubinden.<\/p>\n<p>Unterdessen geht der Terror des IS im Irak weiter. Die UNO warnte am  Sonnabend, da\u00df in Amerli, rund 180 Kilometer n\u00f6rdlich von Bagdad, eine  neues \u00bbMassaker\u00ab drohe. Der kleine Ort ist seit 70 Tagen vom IS und  dessen Verb\u00fcndeten eingeschlossen, es gibt keinen Strom und kaum noch  Trinkwasser und Nahrungsmittel. Die etwa 20000 Bewohner geh\u00f6ren der  kleinen Volksgruppe der Turkmenen an und sind Schiiten. Hilfs- oder  Rettungsaktionen f\u00fcr sie seien bisher nicht geplant, klagte der  UN-Beauftragte f\u00fcr den Irak, Nikolaj Mladenow.<\/p>\n<p><em>** Aus: junge Welt, Montag 25. August 2014<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Damaskus will im Kampf gegen die Dschihadisten kooperieren \u2013 Berlin lehnt Zusammenarbeit ab * Der Vormarsch der Dschihadisten in Syrien und Irak sorgt f\u00fcr internationale Emp\u00f6rung und den Zustrom von neuen K\u00e4mpfern. 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