{"id":3755,"date":"2014-12-25T15:01:29","date_gmt":"2014-12-25T13:01:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=3755"},"modified":"2014-12-25T15:01:29","modified_gmt":"2014-12-25T13:01:29","slug":"70-jahre-internationaler-waehrungsfonds-immer-im-sinne-der-grossbanken-und-hedgefonds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=3755","title":{"rendered":"70 Jahre Internationaler W&#228;hrungsfonds: Immer im Sinne der Gro&#223;banken und Hedgefonds."},"content":{"rendered":"<address> Ein Gespr\u00e4ch mit Ernst Wolff, Autor des Buches \u00bbWeltmacht IWF \u2013 Chronik eines Raubzugs\u00ab<\/address>\n<address><!--more--><br \/>\n<\/address>\n<address>Interview: Peter Wolter<\/p>\n<h5>\u00bbWeltmacht IWF \u2013 Chronik eines Raubzugs\u00ab<\/h5>\n<\/address>\n<div>\n<table border=\"0\" width=\"700\" summary=\"Designtabelle\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div><img decoding=\"async\" id=\"img67527\" src=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/serveImage.php?id=67527&amp;type=l&amp;ext=.jpg\" alt=\"Haupteingang der Zentrale des Internationalen W\u00e4hrungsfonds in W\" \/><\/div>\n<div>Haupteingang der Zentrale des Internationalen W\u00e4hrungsfonds in Washington<\/div>\n<div>Foto: REUTERS\/Jonathan Ernst<\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><em>Ernst Wolff ist Autor des Buches \u00bbWeltmacht IWF \u2013 Chronik eines Raubzugs\u00ab<\/em><\/p>\n<p><strong>Der Internationale W\u00e4hrungsfonds (IWF) spielt eine wichtige  Rolle in der Weltpolitik \u2013 denken wir nur an den Geldbedarf der  bankrotten Ukraine. Sie haben k\u00fcrzlich ein Buch \u00fcber diese Organisation  herausgebracht \u2013 wer gibt darin den Ton an?<\/strong><\/p>\n<p>Einzig und allein die USA. Der IWF wurde vor 70 Jahren mit der  Konferenz von Bretton Woods ins Leben gerufen \u2013 die hat dann etwas  Einmaliges in der Menschheitsgeschichte gemacht: Sie hat den US-Dollar  zur weltweiten Leitw\u00e4hrung erkl\u00e4rt. Und hat damit den USA die globale  wirtschaftliche Dominanz gesichert. Hauptaufgabe des IWF in dieser  Anfangsphase war, daf\u00fcr Sorge zu tragen, dass alle W\u00e4hrungen an den  Dollar gebunden werden.<\/p>\n<p><strong>Der IWF ist also ein politischer Hebel der USA?<\/strong><\/p>\n<p>Absolut. Die USA haben in den IWF-Gremien eine Sperrminorit\u00e4t von 16  Prozent \u2013 alle Entscheidungen m\u00fcssen aber mit 85 Prozent Mehrheit  getroffen werden. Das kommt einem Vetorecht gleich. Zweitgr\u00f6\u00dfter  Beitragszahler im IWF ist Japan, der drittgr\u00f6\u00dfte ist Deutschland \u2013 beide  haben aber wenig zu sagen.<\/p>\n<p><strong>Wie unabh\u00e4ngig ist die US-Regierung in ihren Entscheidungen?<\/strong><\/p>\n<p>Sie ist nichts anderes als der politische Arm der Wall Street, sie handelt im Auftrag der Gro\u00dfbanken und Hedgefonds.<\/p>\n<p><strong>Zur\u00fcck zum Thema Ukraine: Welche Bedingungen verkn\u00fcpft der IWF mit seiner Hilfe?<\/strong><\/p>\n<p>Der IWF hat dem Land im April einen Kredit \u00fcber 17 Milliarden Dollar  gew\u00e4hrt. Das Geld wird daf\u00fcr benutzt, die diversen Gl\u00e4ubiger der  Regierung \u2013 internationale Gro\u00dfbanken also \u2013 zu befriedigen und L\u00f6cher  im Staatshaushalt zu stopfen.<\/p>\n<p>Die Kosten daf\u00fcr werden bei den arbeitenden Menschen eingetrieben. Zu  den Bedingungen geh\u00f6ren n\u00e4mlich die Erh\u00f6hung der Gaspreise um 50  Prozent, die massenhafte Entlassung von Staatsbediensteten sowie das  Einfrieren des Mindestlohns. Der ist ohnehin unterirdisch niedrig \u2013  meines Wissens liegt er bei umgerechnet 45 Cent pro Stunde.<\/p>\n<p>Der IWF hatte schon mehrere Kredite an die Ukraine vergeben, die eine  oder andere Tranche aber nicht ausgezahlt, weil die damit verkn\u00fcpften  Bedingungen nicht erf\u00fcllt waren. Auch damit hat er zur Destabilisierung  des Landes beigetragen.<\/p>\n<p>Die Ukraine steckt in riesigen Wirtschaftsproblemen. Der IWF  behauptet zwar, bei deren \u00dcberwindung helfen zu wollen, nutzt aber die  verzweifelte Lage aus, um internationalen Investoren zu reichlichem  Gewinn zu verhelfen. Die Kosten werden auf die arbeitenden Menschen und  die Armen abgew\u00e4lzt.<\/p>\n<p><strong>Gibt es auch positive Beispiele f\u00fcr die Arbeit des IWF?<\/strong><\/p>\n<p>Dazu f\u00e4llt mir nichts ein. Der IWF stellt seine Hauptaufgaben immer  so dar: Stabilisierung, Liberalisierung, Deregulierung und  Privatisierung. Von Stabilisierung hat in 70 Jahren niemand etwas  gesehen. Die Liberalisierung und Deregulierung haben dazu gef\u00fchrt, dass  viele Firmen vor allem in Lateinamerika und Asien pl\u00f6tzlich mit  Gro\u00dfkonzernen aus den USA und der EU konkurrieren mussten und dar\u00fcber  pleite gingen. Und die Privatisierung hatte die Folge, dass viele  Staaten ihr Eigentum an Gro\u00dfinvestoren \u00fcberschreiben mussten, die dann  den gro\u00dfen Reibach machten.<\/p>\n<p><strong>Der Westen bem\u00fcht sich seit einiger Zeit, Russland in die  Ecke zu dr\u00e4ngen. Die dazugeh\u00f6rige Propagandakampagne wurde lange vor der  Krim-Krise gestartet, n\u00e4mlich zu den olympischen Winterspielen in  Sotschi. Was ist das Ziel?<\/strong><\/p>\n<p>Seit Jahren betreibt Washington eine Politik der globalen  Destabilisierung \u2013 da wurden ganze Staaten zerst\u00f6rt, wie wir es in  Afghanistan, Libyen, im Irak und in Syrien gesehen haben. Das gleiche  Spiel erleben wir jetzt in der Ukraine \u2013 Hauptgegner sind letztlich  Russland und die Volksrepublik China, gegen beide wird eine sehr  aggressive Kampagne gef\u00fchrt. Die gelegentlichen Nadelstiche gegen  Nordkorea sind nichts als Drohtheater gegen China.<\/p>\n<p>Das Hauptproblem der USA ist, dass sie wirtschaftlich im Niedergang  sind. Sie haben ihre Realwirtschaft im Zuge der Globalisierung  weitgehend ausgelagert und k\u00f6nnen sich heute nur noch auf ihr  Finanzsystem und ihr Milit\u00e4r st\u00fctzen. Das Finanzsystem aber, das wissen  sie genau, steht kurz vor dem Kollaps.<\/p>\n<p>https:\/\/www.jungewelt.de\/2014\/12-24\/044.php<\/p>\n<h5>Ernst Wolff, \u00bbWeltmacht IWF \u2013 Chronik eines Raubzugs\u00ab, Tectum-Verlag 2014, 234 Seiten, 17,95 Euro<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gespr\u00e4ch mit Ernst Wolff, Autor des Buches \u00bbWeltmacht IWF \u2013 Chronik eines Raubzugs\u00ab<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3755","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3755","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3755"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3755\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3755"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3755"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3755"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}