{"id":378,"date":"2008-10-27T19:27:32","date_gmt":"2008-10-27T17:27:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=378"},"modified":"2008-10-27T19:27:32","modified_gmt":"2008-10-27T17:27:32","slug":"erklarung-von-st-peter-in-der-au-26oktober-2008-4-osterr-sozialforum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=378","title":{"rendered":"Erkl&#228;rung von St. Peter in der Au  ( 26.Oktober 2008) 4. &#246;sterr. Sozialforum"},"content":{"rendered":"<p>Erkl\u00e4rung von St. Peter in der Au  ( 26.Oktober 2008) 4. \u00f6sterr. Sozialforum<br \/>\n(Pressetext)<\/p>\n<p>Das 4. Austrian Social Forum (ASF) ging am Sonntag, den 26. Oktober 2008 erfolgreich zu Ende. W\u00e4hrend drei Tagen bildete das historische Schloss von St. Peter, \u201eeinst Herrschaftssitz &#8211; nun Haus f\u00fcr alle&#8220; den Rahmen f\u00fcr 78 Veranstaltungen, die zum \u00fcberwiegenden Teil von zivilgesellschaftlichen Organisationen und sozialen Bewegungen selbst organisiert waren. Ein breiter Bogen von Themen spannte sich von \u00f6kologischen Fragestellungen \u00fcber die Problematik von Geld- und Friedensthemen bis hin zu \u00dcberlegungen wie ein solidarisches, soziales, \u00f6kologisches und weltoffenes Europa aussehen k\u00f6nnte.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nNoch nie in der Geschichte der \u00f6sterreichischen Sozialforumsbewegung war es gelungen, in einem derart hohen Masse die Bev\u00f6lkerung der Region in die Diskussionen einzubeziehen. Ebenso aber gab es G\u00e4ste aus anderen L\u00e4ndern wie Claudio Nascimento, den brasilianischen Cheforganisator solidar\u00f6konomischer Netzwerke der Regierung von In\u00e1cio Lula, den Vizepr\u00e4sidenten der \u201eRepublican Sinn F\u00e9in&#8220; von Irland Des Dalton, den griechischen Koordinator des Bootsprojekts \u201eFree Gaza&#8220; Evangelis Pissias und des Verantwortlichen f\u00fcr die Beziehungen zu sozialen Bewegungen in der bundesdeutschen MetallarbeiterInnengewerkschaft Horst Schmitthenner.<\/p>\n<p>Angesichts der gegenw\u00e4rtigen innenpolitischen Lage in \u00d6sterreich, die sich durch einen massiven Rechtsruck bei den letzten Nationalratsahlen kennzeichnet sowie angesichts der Turbulenzen auf den internationalen Finanzm\u00e4rkten, die jetzt zunehmend auf den kapitalistischen Produktionsprozess \u00fcbergreifen, bot das ASF eine sehr gute Gelegenheit, die aktuelle Situation solidarisch zu reflektieren und gemeinsam praktische Schritte zur \u00dcberwindung der Krise anzupeilen.<\/p>\n<p>Der drohende Zusammenbruch des Finanzsystems erfordert eine radikale Neuorientierung zu einem sozialen, \u00f6kologischen und geschlechtergerechten Europa. Den weiteren Privatisierungspl\u00e4nen soll die R\u00fcckf\u00fchrung wichtiger Bereiche (Energie, Post, Bahn) sowie der Banken und Gro\u00dfkonzerne in \u00f6ffentliches, demokratisch kontrolliertes Eigentum entgegengesetzt werden. Solidarische \u00d6konomie anstatt schrankenlosem Egoismus.<\/p>\n<p>Beim ASF gab es lebhafte Diskussionen \u00fcber Alternativen zum bestehenden Wirtschaftssystem. Zu diesem Thema wurde ein breites Spektrum an Ideen diskutiert, das von Entwicklung neuer wertstabiler und gemeinschaftsbildender Geldformen \u00fcber Konzepte der Steuergerechtigkeit bis zu demokratisch kontrollierten sozialistischen Wirtschaftsmodellen reichte. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, dass das bestehende System auf r\u00fccksichtsloser Gewinnmaximierung, Ausbeutung von Mensch und natur und auf einem zerst\u00f6rerischem, profitorientiertem Wachstumszwang beruht.<\/p>\n<p>Es wurde festgestellt, dass das so genannte Ausl\u00e4nderproblem in Wirklichkeit eine Folge weltweiter sozialer und \u00f6konomischer Ungerechtigkeit ist. Es m\u00fcssen dringend Ma\u00dfnahmen gegen die Diskriminierung von MigrantInnen am Arbeitsmarkt, bei Beh\u00f6rden und im Bildungssystem getroffen werden. Diskutiert wurde weiters die Anerkennung einer Wohnb\u00fcrgerschaft, die den MigrantInnen gleiche Rechte zugesteht, und die Aufhebung aller so genannten Ausl\u00e4ndergesetze.<\/p>\n<p>Anstelle des von der Europ\u00e4ischen Union angestrebten \u201eReform&#8220;vertrags von Lissabon, sollen Konzepte Platz greifen, die ein soziales, \u00f6kologisches, geschlechtergerechtes und friedliches Europa verwirklichen. Das ASF spricht sich entschieden gegen ein Europa der Banken, Konzerne und Gener\u00e4le aus. Ebenso weisen wir die rassistische Einwanderungspolitik durch die Festung Europa zur\u00fcck. Vor allem die R\u00fcckkehrdirektive der EU hat die Situation von MigrantInnen und AsylwerberInnen enorm versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>In den verschiedenen Arbeitskreisen sprachen sich die TeilnehmerInnen entschieden gegen Krieg und Besatzung aus. Anhand von Beispielen wie Pal\u00e4stina und Tibet wurde die Notwendigkeit von Friedensstrategien im Zusammenhang mit nationaler Unterdr\u00fcckung diskutiert. Ebenso wurde eine aktive Solidarit\u00e4t mit den unterdr\u00fcckten V\u00f6lkern gefordert.<\/p>\n<p>Das ASF hat einen guten Beitrag dazu geleistet, die unterschiedlichen Zug\u00e4nge zu den einzelnen Problemstellungen zusammenzuf\u00fchren und solidarische Diskussionen zu unterschiedlichen Themen gew\u00e4hrleistet. Weiters schlie\u00dft sich das ASF dem Aufruf des Europ\u00e4ischen Sozialforums f\u00fcr eine Demonstration gegen das Milit\u00e4rb\u00fcndnis NATO am 3.\/4. April 2009 in Strassbourg ebenso an wie der Mobilisierung des f\u00fcr 6. Dezember geplanten europ\u00e4ischen Aktionstags gegen Armut in Paris .<\/p>\n<p>EINE ANDERE WELT IST M\u00d6GLICH UND AUCH NOTWENDIG!<\/p>\n<p>St. Peter in der Au, 26. Oktober 2008<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erkl\u00e4rung von St. Peter in der Au ( 26.Oktober 2008) 4. \u00f6sterr. Sozialforum (Pressetext) Das 4. Austrian Social Forum (ASF) ging am Sonntag, den 26. Oktober 2008 erfolgreich zu Ende. 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