{"id":4165,"date":"2017-03-24T14:42:06","date_gmt":"2017-03-24T14:42:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=4165"},"modified":"2017-03-24T15:00:27","modified_gmt":"2017-03-24T15:00:27","slug":"arnold-hottinger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=4165","title":{"rendered":"Arnold Hottinger"},"content":{"rendered":"<div class=\"panel-pane pane-panels-mini pane-header\">\n<div class=\"pane-wrapper\">\n<div class=\"responsive-navigation\">\n<div class=\"panel-pane pane-views-panes pane-article-search-form\">\n<div class=\"view view-article-search view-id-article_search view-display-id-form view-dom-id-ccbded9040f546e7acb219ad4ec25d74\">\n<div class=\"view-filters\">\n<form id=\"views-exposed-form-article-search-form\" accept-charset=\"UTF-8\" action=\"https:\/\/www.journal21.ch\/search\" method=\"get\">\n<div>\n<div class=\"views-exposed-form\">\n<div class=\"views-exposed-widgets clearfix\">\n<div id=\"edit-search-api-views-fulltext-wrapper\" class=\"views-exposed-widget views-widget-filter-search_api_views_fulltext\">\n<div class=\"views-widget\">\n<div class=\"form-item form-type-textfield form-item-search-api-views-fulltext\"><input id=\"edit-search-api-views-fulltext\" class=\"form-text\" maxlength=\"128\" name=\"search_api_views_fulltext\" size=\"30\" type=\"text\" value=\"\" placeholder=\"Suche\" \/><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"views-exposed-widget views-submit-button\"><input id=\"edit-submit-article-search\" class=\"form-submit\" name=\"\" type=\"submit\" value=\"Apply\" \/><\/div>\n<div class=\"panel-pane pane-panels-mini pane-social-sharing\"><\/div>\n<div class=\"panel-pane pane-page-content\">\n<div class=\"panel-pane pane-views-panes pane-articles-detail-normal\">\n<div class=\"view view-articles-detail view-id-articles_detail view-display-id-normal view-dom-id-f75a72575dc6e07145ecc23aff110b52 jquery-once-2-processed\">\n<div class=\"view-content\">\n<div class=\"views-row views-row-1 views-row-odd views-row-first views-row-last\">\n<div class=\"panelizer-view-mode node node-full node-article node-16290 node-promoted node-promoted\">\n<div class=\"panel-pane pane-user-picture\"><span class=\"user-picture\"><a title=\"View user profile.\" href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/autoren\/arnold-hottinger\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Arnold Hottinger's picture\" src=\"https:\/\/www.journal21.ch\/sites\/default\/files\/styles\/user_profile\/public\/pictures\/picture-215-1381919618.jpg?itok=2oS566v5\" alt=\"Arnold Hottinger's picture\" width=\"140\" height=\"170\" \/><\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"panel-pane pane-entity-field pane-node-field-tags\">\n<div class=\"field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\"><a href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/category\/tags\/naher-osten\">NAHER OSTEN<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2 class=\"panel-pane pane-panels-mini pane-article-header\"><a class=\"active\" href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/failed-states-teil-1\">Failed States \u2013 Teil 1<\/a><\/h2>\n<div class=\"panel-pane pane-node-authoring-information\">\n<p>Von <a class=\"username\" title=\"View user profile.\" href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/autoren\/arnold-hottinger\">Arnold Hottinger<\/a>, 07.03.2017<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"panel-pane pane-summary\">Die Region von Libyen bis Pakistan und von Somalia bis zum Irak zeigt vergleichbare Erscheinungen des Niedergangs. \u2013 Ein zeitgeschichtlicher \u00dcberblick in sechs Teilen.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/form>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<div class=\"panel-pane pane-views-panes pane-articles-detail-normal\">\n<div class=\"view view-articles-detail view-id-articles_detail view-display-id-normal view-dom-id-f75a72575dc6e07145ecc23aff110b52 jquery-once-2-processed\">\n<div class=\"view-content\">\n<div class=\"views-row views-row-1 views-row-odd views-row-first views-row-last\">\n<div class=\"panelizer-view-mode node node-full node-article node-16290 node-promoted node-promoted\">\n<div class=\"panel-pane pane-entity-field pane-node-body\">\n<p>Der erste der zusammengebrochenen Nahost-Staaten ist Somalia, der zweite heisst Libyen, der n\u00e4chste wird Jemen sein, der vierte Afghanistan, dann kommen m\u00f6glicherweise Syrien, der Irak, Saudi-Arabien, \u00c4gypten \u2013 und vielleicht weitere.<\/p>\n<p><strong>St\u00e4mme und Nationalstaaten<\/strong><\/p>\n<p>Die vier zuerst genannten sind Stammesgesellschaften. Das heisst, die Ordnung der St\u00e4mme hat in ihnen stets eine hervorragende Rolle gespielt. Soweit sie Nationalstaaten waren, wurden sie dies, weil die \u00e4ussere Welt, die nationalstaatlich geordnet war, eine Zeitlang durchgesetzt hatte, dass auch sie sich als Nationalstaaten organisierten: zentralisiert mit einer Hauptstadt, der dortigen B\u00fcrokratie und Mitgliedschaft bei den Vereinten Nationen. Es gab vor\u00fcbergehend auch eine nationale Armee, und aus ihr ging ebenfalls vor\u00fcbergehend ein Starker Mann hervor, der in der Hauptstadt regierte. Wenn die Armee sich spaltete, zerfiel der Nationalstaat, und der Starke Mann kam zu Fall.<\/p>\n<p>Doch die zerfallenden Staaten konnten nicht in die reine Stammeswelt zur\u00fcckkehren. Die Aussenwelt sorgte daf\u00fcr, dass der Anspruch auf einen Staat erhalten blieb, obwohl er eingest\u00fcrzt war. Die Wirtschaften dieser improvisierten Staaten waren \u2013 mit Hilfe und unter Gewinnbeteiligung der Aussenwelt \u2013 \u00fcber die Wirtschaft von St\u00e4mmen hinausgewachsen. Die Bev\u00f6lkerung war so dicht geworden, dass sie nicht mehr aufgrund einer blossen Stammes\u00f6konomie leben konnte und auch nicht mehr leben wollte. Sie erhob Anspruch auf \u201egehobene\u201c Lebensformen, die sie prim\u00e4r \u00fcber das Fernsehen kennen gelernt hatte.<\/p>\n<p><strong>Nach dem Zusammenbruch: Religion<\/strong><\/p>\n<p>Die Einzelheiten waren in einem jeden Fall unterschiedlich. Doch nicht so sehr, dass nicht immer wieder Parallelen erkenntlich w\u00e4ren. Eine \u00fcbergreifende Erscheinung ist die Bedeutung der Religion.<\/p>\n<p>Wenn der Staat zusammenbricht, bleibt diese als Kraftfeld, das die Massen zum Handeln motivieren kann, und zwar \u00fcber die Familien- und Stammeszusammenh\u00e4nge sowie \u00fcber die lokalen Landsmannschaften hinaus. Dabei kommt nicht einfach die Religion, sondern eine bestimmte Form derselben zur Wirkung. Man kann sie als die fundamentalistische Variante des Islams beschreiben. Warum gerade diese? \u2013 Weil der zusammengebrochene Staat (und schon vor ihm sein sich aufl\u00f6sender Vorl\u00e4ufer, der aus fremden Zusammenh\u00e4ngen hervorgegangene, versuchsweise und provisorisch existierende Nationalstaat) nach einem festen Halt rufen.<\/p>\n<p>Liberalere, humanere Formen der Religion sind mehrdeutig; es ist aber Eindeutigkeit gesucht. Die R\u00fcckkehr zu angeblichen Fundamenten der Religion als leitende Doktrin erlaubt es, solche Eindeutigkeit zu konstruieren: \u201eSo und nicht anders sollst Du leben, wie es das Vorbild der Gr\u00fcnderfiguren verlangt!\u201c Unvermeidlich wird eine dermassen verstandene und verwendete Religion zum politischen Instrument in der Hand derer, die den Takt vorgeben, indem sie das Vorbild definieren und interpretieren, auf das alle sich zur\u00fcckbeziehen und sich abst\u00fctzen sollen. Das Instrument Religion schafft den grossen sicheren Zusammenhang \u2013 gerade auch dort, wo der staatliche Rahmen zerbricht.<\/p>\n<p><strong>Dilemma der Modernit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Doch solche auf fundamentalistischem Religionsverst\u00e4ndnis beruhende Gesellschaftsentw\u00fcrfe sind unmodern. Sie widersprechen Grundideen der Aufkl\u00e4rung, auf denen die Wirksamkeit \u201emoderner\u201c Gemeinschaften aufbaut. Die fundamentalistischen Machthaber k\u00f6nnen keine Freiheitsrechte zulassen, wenn sie ihre Macht erhalten wollen, in erster Linie nicht das Recht, das Konstrukt ihrer religi\u00f6s untermauerten Politik zu hinterfragen.<\/p>\n<p>Schon die geringste Auflehnung gegen eine Ordnung, welche die Machthaber als geheiligt definieren und dekretieren, bildet f\u00fcr sie eine unertr\u00e4gliche Herausforderung und Gefahr. Sie unterscheiden nicht zwischen \u00c4usserlichkeit und Essenz, wenn es um ihre behauptete R\u00fcckkehr zu den Anf\u00e4ngen geht. Dies \u201eheiligt\u201c die \u00c4usserlichkeiten, wie den Bart f\u00fcr die M\u00e4nner, den Schleier f\u00fcr die Frauen, und macht sie obligatorisch f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>Doch die \u201eModerne\u201c ist nun einmal da, im In- und im Ausland. Sie kann nicht ignoriert werden, weder als Ideenwelt noch als wirtschaftlicher Imperativ. Im materiellen Bereich lassen sich Aspekte der Moderne kaufen; sie werden importiert und imitiert. Aus eigener Kraft kann die Moderne jedoch nicht verwirklicht werden, solange sie der Gedankenfreiheit entbehren muss.<\/p>\n<p><strong>Durch Freiheit bedroht<\/strong><\/p>\n<p>Fundamentalistische Machthaber stehen mit der Grundhaltung der Moderne gezwungenermassen auf Kriegsfuss. Sie m\u00fcssen Gewalt einsetzen, wenn sie verhindern wollen, dass Gedankenfreiheit ihre Machtgrundlagen in Frage stellt. Die Gewalt wird ins Innere gerichtet gegen Personen und Gruppen, die \u201emodern\u201c, das heisst gem\u00e4ss den Ideen der aus der Aufkl\u00e4rung hervorgegangenen Welt leben wollen. F\u00fcr sie gibt es Zensur und Gef\u00e4ngnisse.<\/p>\n<p>Die Gewalt wird aber auch nach aussen gerichtet in einer Art offensiver Verteidigung der eigenen fundamentalistischen Position. Die Existenzberechtigung anders denkender Gruppen muss verneint werden, wenn n\u00f6tig und nicht anders m\u00f6glich durch Bombenanschl\u00e4ge gegen sie und ihre Gesellschaften.<\/p>\n<p><strong>Konflikt mit \u201ewestlichen\u201c Ideen<\/strong><\/p>\n<p>Die aufgekl\u00e4rten Gesellschaften werden von islamistischen Fundamentalisten deshalb als aggressiv empfunden, weil sie es gegen\u00fcber fundamentalistischen Machthabern tats\u00e4chlich sind. Sie gehen darauf aus, ihre \u201ewestlichen\u201c Grundideen, die ihnen als Menschenrechte gelten, weltweit auszubreiten und durchzusetzen. Wenn fundamentalistische Gruppen gewaltt\u00e4tig werden (nicht alle sind es), sehen sie selbst ihre Gewaltt\u00e4tigkeit als Verteidigung an, weil sie sich von allen Nicht-Fundamentalisten und deren Anliegen und Belangen angegriffen f\u00fchlen.<\/p>\n<p>In dem Spannungsfeld zwischen \u201ewestlicher\u201c Moderne und R\u00fcckkehr zum angeblich wahren Islam werden Kriege gef\u00fchrt, die den Zusammenbruch der gebrechlichen Nationalstaaten vorantreiben und ihren Wiederaufbau erschweren, wenn nicht verunm\u00f6glichen. Solche Kriege k\u00f6nnen von aussen ausgel\u00f6st werden, wie zuerst in Afghanistan, oder eine ausl\u00e4ndische Komponente aufweisen, wie heute in Jemen und in Syrien, gestern in Somalia, in Libyen, und im Irak.<\/p>\n<p><strong>SOMALIA<\/strong><\/p>\n<p>Der Zusammenbruch Somalias ist schon so lange her und das Land so sehr Randgebiet, dass man die Einzelheiten in Erinnerung rufen muss. Das \u201enationale\u201c Regime unter dem milit\u00e4rischen Starken Mann, General Siad Barr\u00e9, brach 1991 zusammen, weil Barr\u00e9 den Krieg gegen \u00c4thiopien im Ogaden 1978 verloren hatte und weil er sich in den 21 Jahren seiner Machtaus\u00fcbung zunehmend auf seinen eigenen Stamm, die Merehan und deren Verb\u00fcndete, abst\u00fctzte und die anderen, besonders die Mijirtin und die Isaq, schliesslich zur Rebellion reizte. Als der Kalte Krieg endete, liessen die USA Barr\u00e9 fallen, nachdem sie ihn seit dem Ogaden-Krieg gegen die Sowjetunion gest\u00fctzt hatten, die ihrerseits \u00c4thiopien zur Seite stand.<\/p>\n<p>Seither konnte der somalische Staat nie mehr wiederaufgerichtet werden. Stammesoberh\u00e4upter mit ihren Milizen k\u00e4mpften gegeneinander. Auf islamischer und relativ gem\u00e4ssigt islamistischer Grundlage bildete sich von 2001 an eine die Stammestrennungen \u00fcbergreifende Macht, die \u201eUnion der Islamischen Gerichte\u201c. Washington \u00fcberzeugte 2006 \u00c4thiopien, den Nachbarn und Erbfeind Somalias, gegen diese islamisch-islamistische Bewegung einzugreifen und Truppen ins Land zu entsenden. Dies hatte zur Folge, dass sich ein radikalerer islamistischer Fl\u00fcgel von der \u201eUnion der Islamischen Gerichte\u201c abspaltete und unter dem Namen \u201eSchebab\u201c (die Jungen) die Hauptstadt und grosse Teile des Landes eroberte.<\/p>\n<p><strong>Dauerpr\u00e4senz der \u201eSchebab\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00c4thiopier zogen 2009 wieder ab, nachdem sie der offiziellen Regierung Somalias, die im Ausland gebildet worden war, Zugang zur Hauptstadt verschafft hatten. Die \u201eSchebab\u201c blieben als Macht im Hinterland und als Untergrundk\u00e4mpfer in der Hauptstadt. Im Jahr 2012 schlossen sie sich offiziell der Al-Kaida an und nahmen ausl\u00e4ndische \u201eJihadisten\u201c in ihre Reihen auf. Die Amerikaner bek\u00e4mpfen sie aus der Luft mit Drohnen, und es gelang ihnen 2014, ihren Chef, Abdi Godan, zu t\u00f6ten. Auf seinen Nachfolger, Ahmed Omar, setzte Washington eine Belohnung von 2 Millionen Dollar aus.<\/p>\n<p>Die \u201eSchebab\u201c stiessen mit Kenia zusammen; in der Folge marschierten Truppen aus Kenia in Somalia ein. Mogadiscio und sp\u00e4ter, 2014, die Hafenstadt Kismayo, wurden den \u201eSchebab\u201c entrissen. Friedenstruppen der Uno verliessen das Land 1995 ohne Frieden gebracht zu haben. Amerikanische Friedenstruppen hatten das Land schon vorher ger\u00e4umt, nachdem ein Helikopterabschuss 1993 zu einer Schlacht gef\u00fchrt hatte, in der sechs Marines und Hunderte von Somalis ihr Leben verloren.<\/p>\n<p>Die Nachfolge \u00fcbernahmen afrikanische Friedenstruppen. Sie konnten die Hauptstadt teilweise absichern und sogar 2012 in einem Hangar des dortigen Flughafens die \u201eWahl\u201c eines neuen Pr\u00e4sidenten organisieren. Das Stadtinnere war zu unsicher f\u00fcr die Wahlversammlung. Die \u201eSchebab\u201c und weitere Kampfgruppen dominieren bis heute weite Teile im Landesinneren und erweisen sich immer erneut in der Lage, in der Hauptstadt \u00dcberf\u00e4lle und Bombenanschl\u00e4ge durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Hunger und Zerfall<\/strong><\/p>\n<p>Weiter im Norden hatten sich zwei Landesteile einseitig vom Somalia losgesagt: Somaliland, die ehemalige britische Kolonie, 1991 als unabh\u00e4ngiger Staat und Puntland, angrenzend an Djibuti, 1989 als autonomes Gebiet. Beide sind aber bis heute nicht von der Uno als Staaten anerkannt.<\/p>\n<p>Die \u201eSchebab\u201c griffen \u00fcber nach Kenia und ver\u00fcbten dort blutige Anschl\u00e4ge. F\u00fcr sie war dies Vergeltung f\u00fcr den Einmarsch der Kenianer in Somalia. Ein breiter G\u00fcrtel im Norden Kenias, der an Somalia angrenzt, ist von sunnitischen, Somali sprechenden St\u00e4mmen bewohnt. Sie sollten nach Ansicht der Somalier einschliesslich der \u201eSchebab\u201c zu Somalia geschlagen werden. Das gleiche gilt von dem \u00e4thiopisch beherrschten Ogaden. \u201eNationale\u201c Anliegen begegnen sich in beiden Gebieten mit religionspolitischen. Somalia litt in den fr\u00fchen 90er Jahren, dann erneut 2010 bis 2012 unter Hungersn\u00f6ten mit 260\u2018000 Todesopfern nach Sch\u00e4tzungen der Uno. Die Uno warnt, gegenw\u00e4rtig stehe eine neue Hungersnot bevor.<\/p>\n<p><strong>Kein Zur\u00fcck in die Staatengemeinschaft<\/strong><\/p>\n<p>Das wilde Geschehen in Somalia l\u00e4sst sich folgendermassen zusammenfassen: Stammesrivalit\u00e4ten brachten einen geschw\u00e4chten \u201eNationalstaat\u201c zum Zusammenbruch. Im Land selbst entstanden islamisch-islamistische Gegenbewegungen zu den Stammesk\u00e4mpfen. Die Einwirkung von aussen durch die \u00c4thiopier und sp\u00e4ter die kenianischen Nachbarn \u2013 beide mit Ermutigung \u201edes Westens\u201c, besonders der USA \u2013 bewirkte die Radikalisierung der islamistischen Str\u00f6mung, beginnend im Jahr 2006.<\/p>\n<p>Seither versucht das Ausland in Somalia wieder einen Nationalstaat herzustellen und das Land in den Verbund der Nationalstaaten zur\u00fcckzuorganisieren und zur\u00fcckzuk\u00e4mpfen. Die heutige \u201einternationale\u201c Politik und Wirtschaft ben\u00f6tigen Nationalstaaten als Grundstrukturen. Ohne sie k\u00f6nnen sie nicht funktionieren.<\/p>\n<p>Drohnen und Dollars werden eingesetzt im Versuch, den Nationalstaat Somalia wiederherzustellen. Doch die Aussenm\u00e4chte stossen dabei auf den Widerstand eines islamistischen Staatsverst\u00e4ndnisses und auf ihm beruhender Machtstrukturen. Diese verbinden sich mit traditionellen Stammesstrukturen. In dieser Konstellation leisten sie \u201eantikolonialistischen\u201c Widerstand gegen die von Fremden oktroyierten \u201enationalstaatlichen\u201c Strukturen.<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcbersicht zur Serie &#8222;Failed States&#8220;<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Teil 1: Stammesgesellschaft und Nationalstaat, Religion und Moderne, Fall Somalia<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/failed-states-teil-2\">Teil 2: Fall Afghanistan<\/a> (erschienen am 9. M\u00e4rz 2017)<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/failed-states-teil-3\">Teil 3: Fall Jemen<\/a> (erschienen am 11. M\u00e4rz 2017)<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/failed-states-teil-4\">Teil 4: Fall Libyen<\/a> (erschienen am 13. M\u00e4rz 2017)<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/failed-states-teil-5\">Teil 5: Rolle der Armeen: Fall Syrien<\/a> (erschienen am 15. M\u00e4rz 2017)<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/failed-states-teil-6\">Teil 6: Rolle der Armeen: F\u00e4lle Irak, Saudi-Arabien, \u00c4gypten<\/a> (erschienen am 17. M\u00e4rz 2017)<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"panel-pane pane-panels-mini pane-social-sharing\">\n<div class=\"panel-pane pane-custom pane-1\">\n<h3 class=\"back-to-front-link\">QUELLE: (TEIL 1-6)<\/h3>\n<p>https:\/\/www.journal21.ch\/failed-states-teil-1<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NAHER OSTEN Failed States \u2013 Teil 1 Von Arnold Hottinger, 07.03.2017 Die Region von Libyen bis Pakistan und von Somalia bis zum Irak zeigt vergleichbare Erscheinungen des Niedergangs. \u2013 Ein zeitgeschichtlicher \u00dcberblick in sechs Teilen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4165","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4165","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4165"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4165\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4180,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4165\/revisions\/4180"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4165"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4165"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4165"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}