{"id":4167,"date":"2017-03-24T14:45:32","date_gmt":"2017-03-24T14:45:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=4167"},"modified":"2017-03-24T14:46:33","modified_gmt":"2017-03-24T14:46:33","slug":"hottinger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=4167","title":{"rendered":"Arnold Hottinger"},"content":{"rendered":"<div class=\"panel-pane pane-panels-mini pane-article-header\">\n<h2><a class=\"active\" href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/failed-states-teil-2\">Failed States \u2013 Teil 2<\/a><\/h2>\n<\/div>\n<div class=\"panel-pane pane-node-authoring-information\">\n<p>Von <a class=\"username\" title=\"View user profile.\" href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/autoren\/arnold-hottinger\">Arnold Hottinger<\/a>, 09.03.2017<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"panel-pane pane-summary\">Die Region von Libyen bis Pakistan und von Somalia bis zum Irak zeigt vergleichbare Erscheinungen des Niedergangs. \u2013 Ein zeitgeschichtlicher \u00dcberblick in sechs Teilen.<\/div>\n<div class=\"panel-pane pane-entity-field pane-node-body\">\n<p>Der erste Teil skizzierte die Spannungen in Nahost zwischen stammesgesellschaftlichen und nationalstaatlichen Ordnungen. Weiter kam das Dilemma der unter autorit\u00e4ren Herrschern gleichzeitig erw\u00fcnschten und nicht m\u00f6glichen Modernit\u00e4t zur Sprache. Somalia war der erste Fall eines Failed State in der Region.<\/p>\n<p><strong>AFGHANISTAN<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"panel-pane pane-panels-mini pane-header\">\n<div class=\"pane-wrapper\">\n<div class=\"responsive-navigation\">\n<div class=\"panel-pane pane-views-panes pane-article-search-form\">\n<div class=\"view view-article-search view-id-article_search view-display-id-form view-dom-id-ccbded9040f546e7acb219ad4ec25d74\">\n<div class=\"view-filters\">\n<form id=\"views-exposed-form-article-search-form\" accept-charset=\"UTF-8\" action=\"https:\/\/www.journal21.ch\/search\" method=\"get\">\n<div>\n<div class=\"views-exposed-form\">\n<div class=\"views-exposed-widgets clearfix\">\n<div id=\"edit-search-api-views-fulltext-wrapper\" class=\"views-exposed-widget views-widget-filter-search_api_views_fulltext\">\n<div class=\"views-widget\">\n<div class=\"views-exposed-widget views-submit-button\"><input id=\"edit-submit-article-search\" class=\"form-submit\" name=\"\" type=\"submit\" value=\"Apply\" \/><\/div>\n<div class=\"form-item form-type-textfield form-item-search-api-views-fulltext\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/form>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"panel-pane pane-block pane-system-main-menu\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"panel-pane pane-page-content\">\n<div class=\"panel-pane pane-views-panes pane-articles-detail-normal\">\n<div class=\"view view-articles-detail view-id-articles_detail view-display-id-normal view-dom-id-c41bb6a7981b866470aade73345fbdeb jquery-once-2-processed\">\n<div class=\"view-content\">\n<div class=\"views-row views-row-1 views-row-odd views-row-first views-row-last\">\n<div class=\"panelizer-view-mode node node-full node-article node-16301 node-promoted node-promoted\">\n<div class=\"panel-pane pane-entity-field pane-node-body\">\n<div class=\"panel-pane pane-user-picture\"><span class=\"user-picture\"><a title=\"View user profile.\" href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/autoren\/arnold-hottinger\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Arnold Hottinger's picture\" src=\"https:\/\/www.journal21.ch\/sites\/default\/files\/styles\/user_profile\/public\/pictures\/picture-215-1381919618.jpg?itok=2oS566v5\" alt=\"Arnold Hottinger's picture\" width=\"140\" height=\"170\" \/><\/a><\/span><\/div>\n<div class=\"panel-pane pane-entity-field pane-node-field-tags\">\n<div class=\"field field-name-field-tags field-type-taxonomy-term-reference field-label-hidden\">\n<div class=\"field-items\">\n<div class=\"field-item even\"><a href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/category\/tags\/naher-osten\">NAHER OSTEN<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><br class=\"active\" \/>Die Parallelen zwischen Somalia und Afghanistan sind deutlich. Eine schwache nationale Regierung in Kabul, die ihre Macht nicht in der gesamten Stammesgesellschaft des Landes etablieren konnte, geriet in Zwist mit einem Nachbarn \u00fcber Landesteile, die von diesem beherrscht werden.<\/p>\n<p>Hier handelte es sich um die pakistanischen Teile Pashtunistans jenseits der kolonialen Durant-Linie. Die nationale Regierung in Kabul konnte sich aber nicht durchsetzen. Hungersn\u00f6te traten auf. Ein starker Mann versuchte nach einem Putsch eigenm\u00e4chtig zu regieren. Diese Phase war nur kurz in Afghanistan, f\u00fcnf Jahre unter Daoud Khan (1973\u201378). Sie wurde beendet durch einen zweiten Putsch pro-sowjetischer \u2013 weil dort ausgebildeter \u2013 Armeeoffiziere. Die Offiziere und die kleine Kommunistische Partei improvisierten ein zweik\u00f6pfiges \u201ekommunistisches\u201c Modernisierungsregime nach sowjetischem Vorbild, jedoch mit einem paschtunischen und einem tadschikischen Oberhaupt, die einander bek\u00e4mpften, Hafez Amin mit der \u201eKhalq\u201c gegen Babrak Karmal mit der \u201eParcham\u201c-Faktion der lokalen Kommunistischen Partei.<\/p>\n<p><strong>Sowjetischer Einmarsch<\/strong><\/p>\n<p>Das r\u00fccksichtslose Vorgehen Hafez Amins gegen die von der Bev\u00f6lkerung als islamisch empfundenen Stammes- und Landestraditionen f\u00fchrte zu Aufst\u00e4nden, die das Regime ersch\u00fctterten. Die Sowjetunion marschierte ein, um den kommunistischen Bestand zu retten; das war an Weihnachten 1979. Es erhob sich ein Volkswiderstand unter islamisch-islamistischem Vorzeichen gegen die \u201eheidnische\u201c Sowjetunion, und er wurde von aussen unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Das Ausland verfolgte jedoch seine eigenen Ziele. Pakistan beabsichtigte die \u201eIslamisierung\u201c der Macht im Nachbarland in der Hoffnung, dass Afghanistan dadurch zum \u201eHinterland\u201c Pakistans gegen\u00fcber Indien werde. Die pakistanischen Offiziere sprachen von der Notwendigkeit \u201estrategischer Tiefe\u201c gegen\u00fcber dem viel gr\u00f6sseren Indien. Die USA suchten ihre Revanche gegen die Sowjetunion f\u00fcr die Niederlage in Vietnam. Die Europ\u00e4er, soweit sie am Rande mitwirkten, strebten ihrerseits nach einem \u201emodernen\u201c, in die aufgekl\u00e4rte Welt passenden Nationalstaat Afghanistan.<\/p>\n<p>Die Russen verliessen das Land 1988, nachdem ungef\u00e4hr zwei Millionen afghanische Zivilisten in den K\u00e4mpfen ihr Leben verloren hatten. Doch der Krieg dauerte an, weil die afghanischen Warlords sich um die Macht stritten.<\/p>\n<p><strong>Statt Vers\u00f6hnung die Taliban<\/strong><\/p>\n<p>Die Aussenwelt hatte entscheidend mitgeholfen, die Russen zu vertreiben. Sie unterliess es jedoch, die Afghanen dazu zu veranlassen, untereinander Frieden zu schliessen. Mohammed Nadschibullah, den Moskau als Machthaber in Kabul zur\u00fcckgelassen hatte, hielt sich nach dem Abzug der russischen Truppen gegen die weiterhin vom Westen unterst\u00fctzten Mudschahedin, bis die Sowjetunion selbst zu Fall kam und ihn im August 1991 fallen liess.<\/p>\n<p>Vielleicht w\u00e4re damals eine Vers\u00f6hnung zwischen Nadschibullah und den ihn best\u00fcrmenden Warlords m\u00f6glich gewesen, wie sie die Uno anstrebte. Dies h\u00e4tte den Staat Afghanistan gerettet. Da die Auss\u00f6hnung nicht stattfand, wurde Kabul zum Zankapfel der Warlords und durch Beschiessung weitgehend zerst\u00f6rt. Diese K\u00e4mpfe wurden erst beendet durch eine neue islamistische Macht, die von 1994 an ihren Eroberungszug begann: diejenige der Taliban.<\/p>\n<p>Auch sie waren von aussen gef\u00f6rdert: Pakistan und Saudi-Arabien suchten die Taliban f\u00fcr ihre politischen Ziele einzuspannen und unterst\u00fctzten sie zu daher. Vor\u00fcbergehend waren auch die Amerikaner beteiligt. Zwischen 1994 und 2001 errangen die Taliban Macht \u00fcber beinahe das ganze Land. Die letzten Gegner der Taliban von Gewicht, Ahmed Schah Masoud und seine n\u00f6rdliche Koalition, erhielten Hilfe aus Zentralasien. Drei Tage vor dem Grossanschlag von New York und Washington (11.\u00a0September 2001) wurde Masoud durch Abgesandte Osama Bin Ladens, der bei den Taliban Zuflucht gefunden hatte, ermordet.<\/p>\n<p><strong>Amerikanische Invasion und Nato-Pr\u00e4senz<\/strong><\/p>\n<p>Nine-Eleven schien die Lage grundlegend zu ver\u00e4ndern. Amerika f\u00fchrte \u201eKrieg gegen den Terrorismus\u201c. Es gab eine amerikanische Invasion. Die Taliban wurden vertrieben. Doch ihr Gast, Bin Laden, konnte entfliehen, und die Taliban organisierten sich neu in Pakistan und im pakistanischen Grenzraum mit pakistanischer Hilfe. In der Folge kehrten sie nach Afghanistan zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Den asymmetrischen Krieg gegen die Taliban konnten die Amerikaner und Nato-Truppen nicht gewinnen. Sie selbst begannen von einem bevorstehenden Abzug und von Verhandlungen mit den Taliban zu reden, w\u00e4hrend sie gleichzeitig eine Regierungsarmee f\u00fcr Kabul ins Leben riefen, die so teuer war, dass das Land Afghanistan sie mit Sicherheit nicht selbst finanzieren konnte.<\/p>\n<p>Die Taliban sahen sich selbst als erfolgreich und waren nicht ernsthaft an Verhandlungen interessiert. Das heisst wohl auf lange Sicht \u2013 ein Ende ist noch nicht erreicht \u2013, dass die Amerikaner ohne Sieg abziehen und den Krieg damit verlieren werden. Was aber schwerlich das Ende der bisher 37 Jahre des Krieges in dem ungl\u00fccklichen Land bedeuten wird. Die \u201ewestlichen\u201c Kr\u00e4fte der Umwelt und auch innerhalb Afghanistans werden sich weiterhin auswirken und schwerlich zulassen, dass die Taliban das Land auf die Dauer unangefochten beherrschen.<\/p>\n<p><strong><em>\u00dcbersicht zur Serie &#8222;Failed States&#8220;<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/failed-states-teil-1\">Teil 1: Stammesgesellschaft und Nationalstaat, Religion und Moderne, Fall Somalia<\/a> (erschienen am 7.\u00a0M\u00e4rz 2017)<\/em><\/p>\n<p><em>Teil 2: Fall Afghanistan<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/failed-states-teil-3\">Teil 3: Fall Jemen<\/a> (erschienen am 11. M\u00e4rz 2017)<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/failed-states-teil-4\">Teil 4: Fall Libyen<\/a> (erschienen am 13. M\u00e4rz 2017)<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/failed-states-teil-5\">Teil 5: Rolle der Armeen: Fall Syrien<\/a> (erschienen am 15. M\u00e4rz 2017)<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.journal21.ch\/failed-states-teil-6\">Teil 6: Rolle der Armeen: F\u00e4lle Irak, Saudi-Arabien, \u00c4gypten<\/a> (erschienen am 17. M\u00e4rz 2017)<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Failed States \u2013 Teil 2 Von Arnold Hottinger, 09.03.2017 Die Region von Libyen bis Pakistan und von Somalia bis zum Irak zeigt vergleichbare Erscheinungen des Niedergangs. \u2013 Ein zeitgeschichtlicher \u00dcberblick in sechs Teilen. Der erste Teil skizzierte die Spannungen in Nahost zwischen stammesgesellschaftlichen und nationalstaatlichen Ordnungen. 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