{"id":53,"date":"2006-11-21T21:43:53","date_gmt":"2006-11-21T19:43:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.luxorbis.org\/friedensplattform.at\/?p=53"},"modified":"2006-11-21T21:43:53","modified_gmt":"2006-11-21T19:43:53","slug":"weg-mit-der-mauer-in-palastina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=53","title":{"rendered":"Weg mit der Mauer in Pal&#228;stina"},"content":{"rendered":"<p><strong>Europa und der Israel-Pal\u00e4stina-Konflikt<\/strong><br \/>\nKonferenz am Samstag, 18. November 2006 in Berlin<\/p>\n<p>Erkl\u00e4rung der Organisatorinnen und Organisatoren der Konferenz<\/p>\n<p>Engagierte Initiativen zum Israel-Pal\u00e4stina-Konflikt<br \/>\nBoykott, Investitionsentzug, Sanktionen, und politische Aufkl\u00e4rung<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>\u00dcberall w\u00fcrde man sich \u00fcber m\u00f6gliche Sanktionen gegen Israel erregen,<br \/>\nmonierte Jeff Halper als ein Repr\u00e4sentant der israelischen<br \/>\nFriedensbewegung vor mehr als 200 Zuh\u00f6rerInnen der Konferenz &#8222;Weg mit<br \/>\nder Mauer in Pal\u00e4stina&#8220;. Doch wer merke auf, wenn Deutschland der<br \/>\nB\u00fcrgermeisterin von Ramallah, Janet Michael, die Einreise zur<br \/>\nTeilnahme an dieser Konferenz der Friedens- und Solidarit\u00e4tsbewegung<br \/>\nverweigert? Da mit der Person Michaels nicht nur sie selbst sondern<br \/>\nzugleich ihr Volk boykottiert w\u00fcrde, forderte er ein starkes Zeichen<br \/>\ndes Protestes.<\/p>\n<p>Janet Michael selbst dr\u00fcckte in ihrem Gru\u00dfwort an den Kongress ihre<br \/>\n&#8222;Verwunderung und ihr Unverst\u00e4ndnis&#8220; dar\u00fcber aus, dass ein Land, von<br \/>\ndem sie erwartet h\u00e4tte, dass es sich f\u00fcr die Rechte eines<br \/>\nunterdr\u00fcckten Volkes einsetze, ihren fristgerechten Einreiseantrag<br \/>\nerst ohne Begr\u00fcndung ablehne.<\/p>\n<p>Die Organisatoren der Konferenz werten das &#8222;f\u00fcnf vor Zw\u00f6lf&#8220; gemachte<br \/>\nAngebot einer m\u00f6glichen Visumerteilung f\u00fcr Frau Michael als<br \/>\npolitischen Taschenspielertrick, der zur Behauptung f\u00fchren k\u00f6nne, die<br \/>\nEinreise w\u00e4re m\u00f6glich gewesen. Sie akzeptierten mit Bedauern Frau<br \/>\nMichaels Reaktion, dieses politische Vorgehen nicht zu akzeptieren.<br \/>\nSie blieben bei ihrer Kritik, dass die Bundesregierung sich mit<br \/>\ndiesen Vorg\u00e4ngen nicht nur zum Erf\u00fcllungsgehilfen der Politik der<br \/>\nUS-Administration mache, sondern sich zugleich in Europa isoliere.<br \/>\nLaut eigenen Erkundigungen w\u00fcrde kein wichtiges europ\u00e4isches Land<br \/>\neiner solchen Visumverweigerung entsprechen. In dieser Kenntnis<br \/>\nverst\u00e4rke die Einreiseablehnung nicht nur die Br\u00fcskierung der<br \/>\nB\u00fcrgermeisterin Michael sondern sto\u00dfe zugleich alle jene Kr\u00e4fte des<br \/>\npal\u00e4stinensischen Volkes vor den Kopf, die sich um eine friedliche<br \/>\nKonfliktl\u00f6sung, Demokratisierung und Durchsetzung der Menschenrechte<br \/>\nin der Region bem\u00fchen.<\/p>\n<p>Angesichts der auf der Konferenz belegten engen Verzahnung der US-,<br \/>\neurop\u00e4ischen und der deutschen Politik mit dem<br \/>\nIsrael-Pal\u00e4stina-Konflikt richtet sich die Entscheidung der deutschen<br \/>\nRegierung zugleich gegen alle engagierten Bem\u00fchungen von Menschen in<br \/>\nDeutschland, in diesem Konflikt mit zivilgesellschaftlichen Mitteln<br \/>\nzu intervenieren.<\/p>\n<p>Von der Konferenz ergeht deswegen ein Appell an die deutsche<br \/>\n\u00d6ffentlichkeit, von der deutschen Regierung in Bezug auf den<br \/>\nisraelisch-pal\u00e4stinensischen Konflikt einen entschiedenen<br \/>\nPolitikwechsel hin zu einer neutralen, den Dialog f\u00f6rdernden und<br \/>\nVerh\u00e4rtungen aufweichenden Linie zu fordern. Dazu geh\u00f6rt auch die<br \/>\nF\u00f6rderung nachhaltigen zivilgesellschaftlichen Engagements in<br \/>\nDeutschland und Europa hin zu einer L\u00f6sung dieses Konfliktes. Der<br \/>\n&#8222;Koordinationskreis Stoppt die Mauer in Pal\u00e4stina&#8220; wird die<br \/>\npraktischen Fragen von Boykott, Investitionsentzug, Sanktionen und<br \/>\npolitischer Aufkl\u00e4rung in den kommenden Monaten intensiv angehen.<\/p>\n<p>Bei wenigen Enthaltungen verabschiedeten die Teilnehmerinnen und<br \/>\nTeilnehmer der Konferenz die im gesonderten Dokument beigef\u00fcgte Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>Berlin, 18. November 2006<br \/>\nKoordinationskreis Stoppt die Mauer in Pal\u00e4stina<br \/>\nim Namen der Organisatorinnen und Organisatoren der Konferenz<\/p>\n<p>Webseite und Kontakt: www.stopptdiemauer.de \/ www.konferenz.stopptdiemauer.de<\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<p>Erkl\u00e4rung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und der Organisatorinnen<br \/>\nund Organisatoren<\/p>\n<p>Seit unserer ersten &#8222;Stop the wall&#8220;-Konferenz 2004 in K\u00f6ln ist eine<br \/>\nweitere schwerwiegende Eskalation der Lage in den besetzten<br \/>\npal\u00e4stinensischen Gebieten eingetreten. Der Bau von Mauern und<br \/>\n&#8222;Trennungsbarrieren&#8220; auf dem Territorium der Westbank ist trotz des<br \/>\nGutachtens des Weltgerichtshofs in Den Haag vom Juli 2004, das deren<br \/>\nV\u00f6lkerrechtswidrigkeit eindeutig feststellte, von der israelischen<br \/>\nRegierung ungest\u00f6rt fortgesetzt worden. Auch die \u00fcberw\u00e4ltigende<br \/>\nMehrheit der UN-Vollversammlung, die f\u00fcr die z\u00fcgige Umsetzung dieses<br \/>\nRechtsgutachtens stimmte, konnte nicht bewirken, dass der Bau gestoppt wird.<br \/>\nDie europ\u00e4ischen Regierungen haben ihren Einfluss gegen die<br \/>\nErrichtung der Mauer in keiner Weise geltend gemacht, obwohl sie<br \/>\ndiesem UN-Votum selber zugestimmt haben!<br \/>\nIn Gaza wurden ungeachtet des einseitigen Abzugsbeschlusses der<br \/>\nRegierung Israels und der vollzogenen R\u00e4umung der Siedlungen die<br \/>\nPolitik der Einsperrung perfektioniert und die Luftangriffe sowie<br \/>\ngewaltsamen Anschl\u00e4ge der israelischen Armee weiter gesteigert.<br \/>\nBeobachter vergleichen dieses Gebiet mit einem &#8222;Freiluftgef\u00e4ngnis&#8220;.<br \/>\nDer Menschenrechtsberichterstatter der Vereinten Nationen, John<br \/>\nDugard, hat darauf hingewiesen, dass die israelischen Ma\u00dfnahmen gegen<br \/>\ndie pal\u00e4stinensische Zivilbev\u00f6lkerung eine permanente Verletzung der<br \/>\nGenfer Konvention und der Menschenrechts-Charta der UN darstellen.<br \/>\nDie von der EU mitgetragenen Sanktionen gegen die Pal\u00e4stinenser wegen<br \/>\nder von ihnen demokratisch gew\u00e4hlten Hamas-Regierung haben das Elend<br \/>\nin gravierender Weise zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft.<br \/>\nDie fortgesetzte politische, \u00f6konomische und milit\u00e4rische<br \/>\nUnterst\u00fctzung der israelischen Besatzungspolitik durch die<br \/>\neurop\u00e4ischen Staaten und die EU f\u00f6rdert einen permanenten<br \/>\nKriegszustand an einem weltpolitisch neuralgischen Punkt, einer<br \/>\nNahtstelle zwischen dem Westen und der arabisch-islamischen Welt.<br \/>\nStatt die aus der Kolonialherrschaft und speziell in Deutschland aus<br \/>\ndem Mord an den europ\u00e4ischen Juden erwachsene Verantwortung f\u00fcr den<br \/>\nFrieden wahrzunehmen, macht die von den europ\u00e4ischen und<br \/>\nUS-amerikanischen Machteliten betriebene Politik der doppelten<br \/>\nStandards und der Heuchelei jeden Schritt zu einem vern\u00fcnftigen<br \/>\nInteressenausgleich in der Region zunichte. Indem sie das<br \/>\nmilitaristische Konzept des &#8222;Kriegs gegen den Terror&#8220; auch auf diesen<br \/>\nKonflikt anwenden und mit israelischen Politikern kooperieren, die<br \/>\nohne R\u00fccksicht auf das System der V\u00f6lker- und Menschenrechte eine<br \/>\nPolitik der Zerst\u00f6rung und Gewalt aus\u00fcben, heizen sie einen Brandherd<br \/>\nweiter an.<\/p>\n<p>Wenn Regierungen versagen, ist es Aufgabe der B\u00fcrger, nicht nur<br \/>\ndarauf hinzuweisen, sondern auch aktiv einzugreifen. Als Kampagne<br \/>\ngegen den Mauerbau werden wir weiter<br \/>\n\u00ad       die deutsche \u00d6ffentlichkeit \u00fcber das mit dem Mauerbau und der<br \/>\nBesatzung verbundene Unrecht informieren.<br \/>\n\u00ad       auf deutsche und EU-Instanzen solange einwirken, bis<br \/>\nWaffenexporte in die Krisenregion Nahost v\u00f6llig eingestellt und<br \/>\nHandelsbeziehungen daraufhin \u00fcberpr\u00fcft werden, inwieweit sie mit dem<br \/>\nMenschen- und V\u00f6lkerrecht vereinbar sind. Die gew\u00e4hlte<br \/>\npal\u00e4stinensische Selbstverwaltung muss als Partner f\u00fcr Dialog und<br \/>\nZusammenarbeit akzeptiert werden, die strangulierenden Sanktionen<br \/>\ngegen die pal\u00e4stinensische Bev\u00f6lkerung m\u00fcssen sofort beendet werden.<br \/>\n\u00ad       gewaltlose Kampagnen israelischer und pal\u00e4stinensischer<br \/>\nAktivistinnen und Aktivisten gegen die Errichtung des<br \/>\n&#8222;Trennungszauns&#8220; unterst\u00fctzen. Dazu geh\u00f6rt insbesondere, dass wir den<br \/>\nAufruf der pal\u00e4stinensischen Zivilgesellschaft zu &#8222;Boykott,<br \/>\nInvestitionsentzug und Sanktionen&#8220; gegen die israelische<br \/>\nBesatzungspolitik aufgreifen werden, und sowohl mit unseren<br \/>\npal\u00e4stinensischen als auch mit den israelischen Partnern und Freunden<br \/>\nsowie in der deutschen Friedens- und Solidarit\u00e4tsbewegung eine<br \/>\nintensive Debatte dar\u00fcber f\u00fchren wollen, wie diese Kampagne, die an<br \/>\nden Erfahrungen der Anti-Apartheid-Bewegung zu S\u00fcdafrika ankn\u00fcpft, in<br \/>\nDeutschland sinnvoll umgesetzt werden kann.<\/p>\n<p>Die Elemente f\u00fcr eine politische L\u00f6sung, f\u00fcr ein gleichberechtigtes<br \/>\nund friedliches Zusammenleben von Israelis und Pal\u00e4stinensern, Juden,<br \/>\nArabern, Muslimen und Christen sind l\u00e4ngst entwickelt. Staatliche<br \/>\nSelbstbestimmung in international garantierten und wechselseitig<br \/>\nanerkannten Grenzen ist ein Teil solcher Konzepte. Was fehlt, sind<br \/>\nnicht die Ideen f\u00fcr nachhaltigen Frieden im Nahen Osten, sondern der<br \/>\npolitische Wille gerade auch der westlichen Regierungen.<br \/>\nDem wollen wir mit einer breiten B\u00fcrgerbewegung auf die Spr\u00fcnge<br \/>\nhelfen, und damit auch in Deutschland selbst Mauern zwischen den<br \/>\nMenschen verhindern und einrei\u00dfen.<\/p>\n<p>Berlin, 18. November 2006<br \/>\nKoordinationskreis Stoppt die Mauer in Pal\u00e4stina<br \/>\nim Namen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und der Organisatorinnen<br \/>\nund Organisatoren der Konferenz<\/p>\n<p>Webseite und Kontakt: www.stopptdiemauer.de \/ www.konferenz.stopptdiemauer.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europa und der Israel-Pal\u00e4stina-Konflikt Konferenz am Samstag, 18. 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