{"id":5457,"date":"2019-12-21T19:27:55","date_gmt":"2019-12-21T19:27:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=5457"},"modified":"2020-01-26T19:01:58","modified_gmt":"2020-01-26T19:01:58","slug":"ueber-die-steirische-friedensplattform","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=5457","title":{"rendered":"\u00dcber die Steirische Friedensplattform"},"content":{"rendered":"<p><!--more--><\/p>\n<h3>Wir sind eine \u00fcberparteiliche Gruppe von FriedensaktivistInnen.<\/h3>\n<p>Bei einzelnen Mitgliedern reicht das Friedensengagement zur\u00fcck bis in die 1980er-Jahre, der Zeit der NATO-Nachr\u00fcstung von atomar best\u00fcckten Pershing II Mittelstreckenraketen in Deutschland.<\/p>\n<p><strong>Kein Friede ohne Gerechtigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Wir erleben derzeit gerade ein Allzeit-R\u00fcstungshoch. Laut SIPRI wurden 2018 1,8 Billionen US-Dollar f\u00fcr R\u00fcstung und Milit\u00e4r ausgegeben, d.s. 215 \u20ac je Erdenbewohnerin.<\/p>\n<p>Mit einem Durchschnittslohn in Madagaskar muss man daf\u00fcr 7 Monate arbeiten. Die Gro\u00dfm\u00e4chte modernisieren ihre Atomarsenale. Abr\u00fcstungsvertr\u00e4ge wurden gek\u00fcndigt. Die H\u00e4ufigkeit von Kriegen und B\u00fcrgerkriegen nimmt zu.<\/p>\n<p>Die Frage des Friedens sehen wir eng mit der Frage der Gerechtigkeit verbunden. Der Focus unserer Analysen ist ein globaler. Er richtet sich auf die kriegstreibenden Strukturen und \u00f6kosozial-zerst\u00f6rerischen Folgen des neoliberal enthemmten Kapitalismus. Dessen Herrschaft- und Zerst\u00f6rungsmacht b\u00fcndelt sich vor allem in der NATO, deren gigantischen Milit\u00e4rausgaben 2018 bei 963 Mrd. US-$ lagen, d.s. ca. 53 % der weltweiten R\u00fcstungsausgaben. Davon entfallen wieder 649 Mrd. Dollar oder im globalen Vergleich 36% allein auf die USA. Nimmt man noch alle am Westen orientierten Staaten (Saudi-Arabien, S\u00fcdkorea, etc.) dazu so sind ca. 70% dem System der Gefolgschaft der atlantischen Allianz zuzurechnen. Bei den Einzelstaaten liegt China mit gro\u00dfem Abstand an 2. Stelle, r\u00fcstet aber ebenfalls stark auf. Es folgen Saudi-Arabien, Indien, Frankreich, Russland, Gro\u00dfbritannien und Deutschland. Interessant: Russland hat 2016 und 2017 seine R\u00fcstungsausgaben erheblich gesenkt.<\/p>\n<p>Die 2% BIP-Vorgabe der NATO f\u00fcr ihre Mitgliedsstaaten wird zwingend einen weiteren Aufr\u00fcstungsschub und vermehrt kriegerische Interventionen des Westens in seinen Hinterh\u00f6fen nach sich ziehen.<\/p>\n<p>Im Kontrast dazu: Laut Sch\u00e4tzung der UN k\u00f6nnten mit nur 300 Mrd. US-$ j\u00e4hrlich (= 1\/6tel der globalen Milit\u00e4rausgaben) bis 2030 die friedenssichernden 17 Ziele f\u00fcr eine nachhaltige globale Entwicklung erreicht werden.<\/p>\n<p><strong>Der Kapitalismus im aktuellen Krisenmodus<\/strong><\/p>\n<p>Die NATO-Osterweiterung der letzten 20 Jahre, das Scheitern der internationalen Politik an einer nachhaltigen B\u00e4ndigung der enthemmten Finanzm\u00e4rkte, die ungebrochenen Aufr\u00fcstungsbestrebungen einschlie\u00dflich der Moderniserung der Atomwaffenarsenale der Gro\u00dfm\u00e4chte, die Kriege und Krisen in Afrika, im Nahen und Mittleren Osten, die Rechtswende in Lateinamerika, die Versuche der europ\u00e4ischen Eliten \u00fcber ihr Konzept der \u201eSt\u00e4ndig strukturierten Zusammenarbeit\u201c\/SSZ\/PESCO eine militarisierte EU-Hegemonialmacht zu formen, die zunehmenden Wahlerfolge nationalistisch-autorit\u00e4rer Politik, die Abschottung der Festung Europa vor humanit\u00e4ren Herausforderungen \u2013 alle diese Entwicklungen erkennen wir als Auswirkungen eines finanzmarktgetriebenen\u00a0 Kapitalismus im Krisenmodus.<\/p>\n<p>Bei der Suche nach gewaltfreien oder zumindest gewaltminimierenden Konfliktl\u00f6sungen und globaler sozialer Gerechtigkeit orientieren wir uns am Leitwert der parteiisch-gelebten Solidarit\u00e4t mit unterdr\u00fcckten und von Krieg bedrohten V\u00f6lkern und an deren international verbrieften Menschen- und V\u00f6lkerrechten.<\/p>\n<p><strong>Aktionen, Flugis, Kundgebungen, Veranstaltungen, Vernetzungen <\/strong><\/p>\n<p>In unseren Aktivit\u00e4ten nutzen wir das bekannte Instrumentarium der Friedensbewegungen. Wir veranstaltet Kundgebungen, nehmen an diversen sozial- und friedenspolitischen Veranstaltungen und Demonstrationen teil, verfassen Medieninformationen und LeserInnenbriefe und organisieren \u00f6ffentliche Vortr\u00e4ge zu friedenspolitisch relevanten Themen. Dabei bearbeiten wir eine gro\u00dfe inhaltliche Bandbreite. J\u00fcngere Beispiele sind etwa ein Vortrag \u00fcber die neokolonialen EU-Freihandelsvertr\u00e4ge mit den afrikanischen Staaten, ein Vortrag \u00fcber die Militarisierung der EU, ein Besuch der Gedenkst\u00e4tte am Grazer Feliferhof, wo die SS gegen Ende des 2. Weltkrieges hunderte Menschen\u00a0 ermordete. Immer suchen wir dabei die Vernetzung mit anderen themenspezifisch arbeitenden Initiativen und Einrichtungen, vom Afro-Asiatischen Institut, \u00fcber Attac, dem Friedensb\u00fcro der Stadt Graz, der Gesellschaft f\u00fcr \u00d6sterreichisch-Arabische Beziehungen, MigrantInnenorganisationen, Pax Christi,\u00a0 die \u00d6sterreichische Liga\u00a0 f\u00fcr Menschenrechte bis hin zu S\u00fcdwind und dem Weltladen. Bei mehrst\u00fcndigen Info-St\u00e4nden im Grazer Stadtzentrum wenden wir uns mit Flugbl\u00e4ttern und via Tonanlage an die allgemeine \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>Bisweilen sammeln wir Unterschriften, etwa<\/p>\n<p>f\u00fcr parlamentarische B\u00fcrgerinitiativen.<\/p>\n<p>Die Planung erfolgt bei monatlichen Treffen<\/p>\n<p>des AktivistInnenkreises.<\/p>\n<p>Unsere aktuelle Schwerpunktsetzung liegt<\/p>\n<p>bei den Themen Nahost, Pal\u00e4stina-<\/p>\n<p>Solidarit\u00e4tsarbeit und der Mitarbeit am<\/p>\n<p>Projekt \u201eR\u00fcstungsatlas \u00d6sterreich\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Forderungen an die \u00d6sterreichische Politik<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Beendigung jeder Kooperation \u00d6sterreichs mit der NATO<\/li>\n<li>Keine Teilnahme unserer Soldaten an EU-Battlegroups<\/li>\n<li>Kein Mitmachen bei der Militarisierung Europas durch Teilnahme an der SSZ<\/li>\n<li>Im Rahmen einer aktiven Neutralit\u00e4tspolitik m\u00fcssen milit\u00e4rische Kapazit\u00e4ten ab- und zivile Friedensdienste aufgebaut werden<\/li>\n<li>Verbot des Exports von Waffen und Ausstieg aus der Produktion von Kriegstechnologie durch R\u00fcstungskonversion<\/li>\n<li>St\u00e4rkung internationaler Friedenskooperationen wie KSZE und UN.<\/li>\n<li>Bildung breiter Allianzen auch mit Gesellschaften und Staaten des globalen S\u00fcdens zur Herbeif\u00fchrung einer UN-Reform damit diese wirksam und glaubw\u00fcrdig als weltinnenpolitische Ordnungsmacht auftreten kann.<\/li>\n<li>Bek\u00e4mpfung von Fluchtursachen durch die konsequente Erf\u00fcllung unserer Verpflichtung, j\u00e4hrlich 0,7 Prozent des BNP in die Entwicklungszusammenarbeit zu investieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Letztlich kann nur ein faires und nachhaltiges Wirtschaftssystem unsere Welt friedlicher machen und<\/p>\n<p>Krieg und Elend beenden.<\/p>\n<p><strong>Wir freuen uns \u00fcber jede Unterst\u00fctzung, sei es durch Mitarbeit oder Spenden!<\/strong><\/p>\n<p>Kontakt: <a href=\"http:\/\/www.friedensplattform.at\/\">www.friedensplattform.at<\/a><\/p>\n<p>Konto: IBAN AT94 4300 0000 0005 2128<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,22],"tags":[],"class_list":["post-5457","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-interview-mit-dr-werner-ruf"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5457","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5457"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5457\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5467,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5457\/revisions\/5467"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5457"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5457"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5457"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}