{"id":6569,"date":"2021-10-05T02:31:45","date_gmt":"2021-10-05T02:31:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=6569"},"modified":"2021-10-05T02:46:28","modified_gmt":"2021-10-05T02:46:28","slug":"besuch-im-lager-liebenau-mit-frau-mag-possert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=6569","title":{"rendered":"Besuch im ehemaligen Lager Liebenau mit Frau Mag. Possert"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.friedensplattform.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/900_main_01_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-6575\" src=\"http:\/\/www.friedensplattform.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/900_main_01_01-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.friedensplattform.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/900_main_01_01-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.friedensplattform.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/900_main_01_01-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.friedensplattform.at\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/900_main_01_01.jpg 900w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Im Rahmen der <strong>Friedenspolitischen Radtour<\/strong> besuchten wir am 2.10.2021 auch das <strong>ehemalige Lager Liebenau<\/strong>.<\/p>\n<p>Die Erl\u00e4uterungen von Frau Mag. Possert finden Sie hier:<\/p>\n<p><strong>Lager Liebenau <\/strong><\/p>\n<p>1942\/43 urspr\u00fcnglich\u00a0 <strong>Aussiedlerlager f\u00fcr Volksdeutsche<\/strong>, angelegt f\u00fcr rd. 5000 Menschen hie\u00df \u201eLager V\u201c<\/p>\n<p>sp\u00e4ter Lager <strong>f\u00fcr H\u00e4ftlinge und Zwangsarbeiter f\u00fcr das Puchwerk, d<\/strong>as sie \u00fcber den <strong>alten Puchsteg <\/strong>erreichten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>In den letzten M\u00e4rztagen bis Ende April 1945<\/strong>, (<strong>Osterzeit + j\u00fcd.Pessachfest) \u00a0sind\u00a0 1000de j\u00fcdische<\/strong> <strong>Zwangsarbeiter<\/strong> von der ungar. Grenze nach dem Bau des Ostwalls durch das Burgenland + die Oststmk.\u00a0 zu Fu\u00df nach Graz getrieben worden, das Lager Liebenau \u00a0wurde zur <strong>Zwischenstation f\u00fcr die Todesm\u00e4rsche<\/strong>. <strong>Anfang April 45 sollen sich rd. 2700<\/strong> j\u00fcdische Personen im Lager aufgehalten haben.<\/p>\n<p>Es gab auch franz\u00f6sische, italienische, russische\u00a0 Zwangsarbeiter, vor allem an jungen polnischen Frauen wurden Zwangsabtreibungen an der Frauenklinik Graz (auch im Lager selbst)\u00a0 und medizinische Versuchsoperationen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><u>Die LagerbewohnerInnen waren z. Teil <\/u>an Typhus erkrankt, unterern\u00e4hrt, geschw\u00e4cht und Viele mussten auch im Freien \u00fcbernachten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong> April 1945 ca. 6000 Menschen<\/strong> verlie\u00dfen Graz in Richtg. Mauthausen<\/li>\n<\/ol>\n<p>am <strong>7. April 45 wurden 1200 J\u00fcdinnen von Graz \u00fcber die Stubalpe<\/strong> nach Norden getrieben und es gab weitere kleinere Transporte bis zum 10.April nach Mauthausen.<\/p>\n<p><strong>An die 200 ZwangsarbeiterInnen kamen vom LL am Ostermontag 1945 in die SS Kaserne Wetzeldorf wurden dort erschossen und in Bombentrichtern verscharrt.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1947 wurden im Zuge des Liebenauer Prozess 53 Opfer<\/strong> im LL exhumiert, 35 von ihnen sind erschossen worden. In diesem Aufsehen erregenden Gerichtprozess sprach der Vorsitzende <strong>Sir Douglas Young<\/strong> \u00f6ffentl. davon, dass die Zahl der Opfer weit h\u00f6her sei &#8211; \u00a0Zitat: \u201e<em>Es liegen dort noch viele unter der Erde,\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zeitzeugenberichte von ung. Zwangsarbeitern, die \u00fcberlebt haben und in Budapest befragt worden sind, geben an, dass in ihrer Anwesenheit im LL an manchen Tagen 1-6 Menschen erschossen wurden, vor allem Schwerkranke und Kinder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der Nachkriegszeit verschwindet das Lager immer mehr, in den 60 ger Jahren hat die Gewerkschaft \u00fcber den abgerissenen Baracken und Bunkern Schie\u00dfst\u00e4tten und Tennispl\u00e4tze errichtet, die Tennispl\u00e4tze gibt es immer noch f\u00fcr st\u00e4dtische Angestellte, es wurden Weiden \u00fcber Schottergruben und Bombentrichter gepflanzt, hinzu kamen die Kasernstra\u00dfenhochh\u00e4user und andere Wohnungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unsere Gedenkinitiative gibt es seit 2012,<\/strong><\/p>\n<p>2011 haben wir erstmals von der 1. historischen Abhandlung zum Lieb. Prozess von Historikerin Barbara Stelzl-Marx in einer im Internet gefundenen Wissenschaftszeitung gelesen und dann mit ersten privaten Recherchen begonnen.<\/p>\n<p>Obwohl mein Mann (Rainer Possert) mehr als 30 Jahre hier in Liebenau als prakt. Arzt gearbeitet hat, war das LL nie ein Thema bei den Patienten und erst, als die ersten Fakten zutage getreten sind und mein Mann \u00e4ltere Patienten darauf angesprochen hat, haben sich die Leute ge\u00f6ffnet +begonnen, \u00fcber ihre Erinnerungen zu berichten. So sind einige Zeitzeugenaussagen entstanden, z. B. wie Juden und J\u00fcdinnen durch die Lieb. Hauptstra\u00dfe getrieben wurden, von SSlern auf Pferden bewacht und mit Peitschen geschlagen wurden, wenn sie nicht mehr weiterkonnten. Es gab Anrainer, die ihnen \u00c4pfel, Brot oder Wasser geschenkt haben, wenn sie dabei erwischt wurden, setzte es Hiebe f\u00fcr diese armen Menschen. Sie waren furchtbar abgemagert und konnten kaum mehr gehen, waren in Fetzen gekleidet. Ein Patient berichtete, dass er als Kind ein totes Baby beim Lagerzaun gefunden, ein anderer, dass sie als Kinder immer wieder Erd\u00e4pfel und K\u00fcrbisteile \u00fcber den Zaun f\u00fcr die hungrigen Zwangsarbeiter geworfen haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2013<\/strong> <strong>erste Gedenkveranstaltg<\/strong> am Gr\u00fcnanger, Referentin Prof.in Stelzl Marx . Bis heute j\u00e4hrliche Gednekveranst. immer Anfang, die immer sehr gut besucht worden ist und von Musikern und Schausielern mitgetragen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2013 erste Luftbilder aus dem Jahr 1945 ausfindig gemacht<\/strong>, fotografiert von der US Navy aus ihren regelm\u00e4\u00dfigen Erkundungsfl\u00fcgen,<\/p>\n<p>Zeitreihen vom M\u00e4rz, April bis Mai 1945 angekauft, die den Lagerbereich mit all den Baracken, Exerzierpl\u00e4tzen und Luftschutzg\u00e4ngen, Bombentrichtern, Gruben ganz deutlich zeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Lager erstreckte<\/strong> sich <strong>von der Seifenfabrik entlang der Mur<\/strong> <strong>bis hinunter zur Renner Hauptschule und hin\u00fcber zu den Kasernstra\u00dfen-Hochh\u00e4usern.<\/strong> Alle bestehenden Geb\u00e4ude orientieren sich an der alten Lagerstruktur, auch das Stra\u00dfennetz ist zur G\u00e4nze erhalten geblieben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Keller Andersengasse:<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie der Zufall so will, hat mein Mann 2014 im Haus Andersengasse 32-34,<\/strong> wo es ja die R\u00e4umlichkeiten des SMZ Stadtteilzentrums gibt, einen Fu\u00dfbodendeckel zu einem Abgang i.d. Keller entdeckt.<\/p>\n<p>Was sich da offenbart hat, war ein <strong>Nazikeller mit original Luftschutzt\u00fcren<\/strong> und einer <strong>Waschk\u00fcche,<\/strong> wie man sie auch in Mauthausen findet, \u00a0allea fotografiert und dem Bundesdenkmal gemeldet. Unter anderem auch eine Zeichnung, die einen <strong>M\u00e4dchenkopf <\/strong>darstellt und die <strong>Inschrift \u201eParis-Seine.\u201c Die Fotos dazu finden Sie auf S. 19!<\/strong><\/p>\n<p>Die wissenschaftl Expertise zur Unterschutzstellung des Kellers ergab, dass \u00a0<em><u>\u201eParis Seine\u201c <\/u><\/em>ein Verwaltungsbezirk in Paris bis 1968 war , der Kopf stellt die <em><u>Marianne<\/u><\/em> \u00a0dar &#8211; Symbol f\u00fcr die Freiheit in der franz. Revolution mit phrygischer Kopfbedeckg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2014 Luftbildgutachten der Fa. Cahls , 2 Jahre vom Vermessungsb\u00fcro ATP Rinner noch genauer georeferenziert.<\/strong> Nun konnte man ganz genau jene Verdachtssfl\u00e4chen ersehen, wo Bombentrichter verf\u00fcllt und eingeebnet worden sind, wo es Gruben gab, verdeckte G\u00e4nge und man ev. weitere NS- Opfer vermuten k\u00f6nnte. Die Ausgrabung eines Bombentrichters beim ehem. Konsum (sp\u00e4ter \u201eSchlecker\u201c)\u00a0 bewies die Genauigkeit des Luftbildgutachtens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2015:<\/strong> Unser Gutachten wurde Grundlage f\u00fcr die <strong>Eintragung des Lagerbereichs als arch\u00e4olog. Bodenfundst\u00e4tte: <\/strong>Von nun an muss jeder Bodenfund\u00a0 egal ob Mauerreste, Scherben, Stacheldrahtreste, Geschirr, Fl\u00e4schchen, Kleiderfetzen und vieles mehr, die bei Bauarbeiten entdeckt werden, dem Bundesdenkmalamt gemeldet und arch\u00e4ologisch \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bau des Murkraftwerks 2017<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mit dem Beginn der Bauarbeiten zum Murkraftwerk <\/strong>sind im Laufe der Monate endlich alle <strong>Einzelheiten des Lagers sichtbar geworden.<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben viele Tage<strong> Infozettel an Bauarbeiter verteilt<\/strong>, damit sie sie sich an die Gesetze der Bodenfundst\u00e4tte halten\u2026.<\/p>\n<p>Und an einem Freitag Vormittag, ich kann mich noch gut erinnern, hat ein Bauarbeiter beim Abtragen der Grasnarbe f\u00fcr einen Schotterplatz erste Fundamente einer Baracke gefunden. Somit sind die Bauarbeiten einmal stillgestanden und die Arch\u00e4ologen haben ihre monatelange\/jahrelange Arbeit begonnen, alle Fundamente freizulegen:<\/p>\n<p>Es kamen Luftschutzg\u00e4nge und Bunker ans Tageslicht, Stiegen, Teile der Lagerstra\u00dfe, Sch\u00e4chte \u2013 also die riesige Dimension des Lager Liebenau! <strong>Brosh\u00fcre Fotos: S. 7, 9, vorall. 12, 37<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Nov.2018 gro\u00dfe Ausstellgser\u00f6ffnung zum LL im Stadtmuseum (Nov.2018-April 2019 &#8211; <\/strong>eine der bestbesuchten Ausstellgen im Stadtmuseum zum damaligen Zeitpkt. \u00fcberhaupt, nun konnte niemand mehr die Existenz des Lagers in Abrede stellen, wie noch ein Jahr zuvor Bgm.- Sprecher Rajakowic, der uns \u00f6ffentlich in der Zeitung der L\u00fcge und als Wichtigtuer bezichtigt hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bau des Juzentrums in der Theyergasse auch 2017\/18:<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Dort hat man ebenfalls einen <strong>riesigen Luftschutzbunker ausgegraben und\u00a0 Graffiti<\/strong> an den W\u00e4nden gefunden: <strong>einen Nordstern- wie auf Kompass, einen Davidstern, Bombenzeichnungen, Hoheitszeichen der ukrainischn SS, eine Goebbelskarikatur als Mann in Uniform, ein j\u00fcdisches Gesicht mit Hakennase, ein Segelschiff und Inschriften.<\/strong> Auch dieser Bunker ist unter Denkmalschutz gestellt worden. Zuerst wurde noch versprochen, den Gang zu erhalten und zug\u00e4nglich zu machen, aber alles \u00fcberbaut und verschlossen und wieder hat man s\u00e4mtliche Zeitzeugnisse des Lagers versteckt und unter der Erde verschwinden lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Fundamente der Baracken, alle Bunker, Luftschutzg\u00e4nge, Ein- und Ausg\u00e4nge, die man ausgegraben hat, auch Teile der Lagerstra\u00dfe sind wieder verschwunden, \u00fcber der Lagerstra\u00dfe sind Heimg\u00e4rten mit H\u00e4uschen errichtet worden, \u00fcber den alten Baracken-Fundamenten werden st\u00e4dtische Wohnungen gebaut.<\/p>\n<p>Wohnen Graz unter der Leitung von Mag. Ullmann vermeidet tunlichst, Keller in den H\u00e4usern zu bauen, es werden keine Tiefgaragen errichtet, die Fundamente der Neubauten sind nur max. 60cm tief gegraben, um nicht weitere Hinterlassenschaften und \u00a0wom\u00f6gl. Opfer zu finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2020 hat die Stadt Graz ENDLICH nach 9 Jahren Forderungen unsererseits diese GEDENKTAFEL errichtet. <\/strong>Wir wollten eigentl. einen kleinen Gedenkhain mit einem Kunstwerk oder Steinmonument, aber leider,\u2026. Es bleibt einstweilen bei dieser Tafel.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Funde bei der Erinnerungstafel, Sept 2020<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Und wie zum Hohn der Geschichte <\/strong>musste f\u00fcr diese Tafel ein Fundament bis zu gegraben werden.<\/p>\n<p>In einer Tiefe von etwas mehr als 1 m fanden die Arch\u00e4ologen weitere Errungenschaften von ehem. LagerbewohnerInnen &#8211; in einer Schicht, die offensichtlich noch von keinen Umbauten und Grabungen seit 1945 betroffen war:<\/p>\n<p><strong>Mehr als 40 Ledersohlen von Frauen,- M\u00e4nner-und Kinderschuhen, Brillengestelle, Kinderspielzeug, K\u00e4mme in verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen, Ketten aus bunten Glasperlen,\u00a0 Uhren, Zahnb\u00fcrsten, au\u00dferdem Erkennungsmarken von Kriegsgefangenen, Metallsch\u00fcsseln, die SS Geschirr zugeordnet werden, H\u00e4ferl, Medikamentenfl\u00e4schchen, Kleiderfetzen und Sauerkraut-Konservendosen \u2013 <\/strong>deckt sich wieder mit den einem Zeitzeugenbericht eines ungar. Zwangsarbeiters, der \u00fcberlebt hat.<\/p>\n<p>Wieder erlaubt Wohnen Graz nicht, noch einige Meter weiter zu graben, aus Angst, menschliche Knochen zu finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Knochenfunde 2021<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"18\">\n<li><strong> M\u00e4rz 2021:<\/strong> Beim Abriss einer alten Gr\u00fcnangerh\u00fctte gleich neben dem Kindergarten in der Andersengasse hat ein Baggerfahrer <strong>mehrere menschliche Knochen ausgegraben<\/strong>, der zust\u00e4ndige Arch\u00e4ologe war Gott sei Dank vor Ort und hat die Knochen der Polizei \u00fcbergeben und alles dem Innenministerium gemeldet.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wenige Tage sp\u00e4ter hat man auch noch eine <strong>Sch\u00e4deldecke gefunden<\/strong>. Diese Zufallsfunde \u2013 es handelt sich dabei nicht um ein etwaiges Massengrab &#8211;\u00a0 erg\u00e4nzen sich mit <u>den Erz\u00e4hlungen von Gr\u00fcnangerbewohnerinnen, die im Laufe der Jahre immer wieder bei Umbauten und Grabungen im Garten Knochenfunde\u00a0 gemacht haben, auch in Zeitzeugenberichten \u00fcberlebender ungarischer Zwangsarbeiter wird wiederholt von Umbettungen von Toten und Gebeinen gesprochen, um Mordspuren der SS zu verschleiern.<\/u><\/p>\n<p><u>\u00a0<\/u><\/p>\n<p>1991 schon einmal <strong>beim Neubau des Kindergartens 2 Skelette<\/strong> gefunden, wir haben die Akten und Fotos auf der Gerichtsmedizin m\u00fchsam ausheben lassen. Die menschlichen Knochen wiesen Brandspuren auf und sind der Zeit um 1945 zugeordnet. Wissen nicht, wohin die Skelette verbracht wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Knochen von 2021<\/strong> sind forensisch untersucht worden, sie werden mit dem Lager assoziiert, der Sch\u00e4delknochen weist ein <strong>Einschu\u00dfloch<\/strong> auf, der Schu\u00df kam aus n\u00e4chster N\u00e4he von einer Waffe, die SS Offiziere benutzt haben.<\/p>\n<p>Es soll noch weitere Untersuchungen geben, DNA Analysen, viell. besteht sogar die Hoffnung, dass sie einem bestimmten Menschen zugeordnet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weiterer Punkt:<\/strong> vor mehr als 7 Jahren sind <strong>die Melderegister<\/strong> aus dem Lager Liebenau im Stadtarchiv aufgetaucht, sie beinhalten Namen und Daten von Eing\u00e4ngen von ZwangsarbeiterInnen, wo, was \u00a0sie gearbeitet haben und wann sie das Lager wieder verlassen haben.<\/p>\n<p>Diese Melderegister in mehreren Schachteln harren der Aufarbeitung seitens des Ludwig Boltzmann Instituts, wir warten schon mehrerer Jahre auf diese Versprechungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unsere Forderungen nach weiterer Opfersuche und wissenschaftlicher Aufkl\u00e4rung bleiben nat\u00fcrlich aufrecht. <\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mag. Ursula Possert,<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gedenkinitiative Graz-Liebenau<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0Siehe auch:<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.graz.at\/cms\/beitrag\/10355915\/10551550\/Lager_Liebenau_Gedenktafel_digitaler_Rundgang.html\">https:\/\/www.graz.at\/cms\/beitrag\/10355915\/10551550\/Lager_Liebenau_Gedenktafel_digitaler_Rundgang.html<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><!--more--><!--more--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen der Friedenspolitischen Radtour besuchten wir am 2.10.2021 auch das ehemalige Lager Liebenau. Die Erl\u00e4uterungen von Frau Mag. 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