{"id":6855,"date":"2022-09-15T18:56:59","date_gmt":"2022-09-15T18:56:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=6855"},"modified":"2022-09-15T18:56:59","modified_gmt":"2022-09-15T18:56:59","slug":"leserbrief-von-franz-soelkner-steirische-friedensplattform","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=6855","title":{"rendered":"Leserbrief von Franz S\u00f6lkner, Steirische Friedensplattform"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"\" dir=\"auto\">\n<div id=\"jsc_c_9b\" class=\"d2hqwtrz r227ecj6 ez8dtbzv gt60zsk1\" data-ad-comet-preview=\"message\" data-ad-preview=\"message\">\n<div class=\"alzwoclg cqf1kptm siwo0mpr gu5uzgus\">\n<div class=\"jroqu855 nthtkgg5\">\n<div class=\"m8h3af8h l7ghb35v kjdc1dyq kmwttqpk gh25dzvf n3t5jt4f\">\n<div dir=\"auto\"><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"l7ghb35v kjdc1dyq kmwttqpk gh25dzvf jikcssrz n3t5jt4f\">\n<div dir=\"auto\"><strong>Karas verdr\u00e4ngt<\/strong><\/div>\n<div dir=\"auto\"><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"l7ghb35v kjdc1dyq kmwttqpk gh25dzvf jikcssrz n3t5jt4f\">\n<div dir=\"auto\">Als Jung-\u00d6VPler war Othmar Karas in den 1980er-Jahren eine wichtige Stimme der \u00f6sterreichischen Friedensbewegung. Inzwischen haben ihn offensichtlich die Machtstrukturen der EU voll vereinnahmt. Sein Satz &#8222;Die Ursachen der Probleme liegen bei Putin und nicht bei uns&#8220; nimmt eine v\u00f6llig einseitige Ursachenzuweisung vor.<\/div>\n<div dir=\"auto\"><!--more--><\/div>\n<div dir=\"auto\"><\/div>\n<div dir=\"auto\">Er will den vom Westen politisch, wirtschaftlich und niederschwellig-milit\u00e4risch gef\u00fchrten &#8222;Vorkrieg&#8220; v\u00f6llig vergessen machen. Die von Gorbatschow er\u00f6ffnete Chance wurde nicht genutzt. Der Warschauer Pakt wurde aufgel\u00f6st. Anstatt die NATO ebenso auf den M\u00fcllhaufen der Geschichte zu entsorgen, wurde sie auf Expansionskurs gebracht. Nach dem monetaristischen Rezept der Chikago Boys trieb man das russysische Volk unter Jelzin mit einer &#8222;neoliberalen Schockstrategie&#8220; (Naomi Klein) in die Armut. Die Sehnsucht nach einem starken, gro\u00dfrussisch-nationalistischen F\u00fchrer erhielt einen kr\u00e4ftigen Schub, die Demokratie wurde untergraben. Die NATO wurde nach Osten ausgeweitet und Russlands roten Linien \u00fcberschritten. Selbst in den USA gab es namhafte warnende Stimmen: George Kennan, Jack Matlock, John Mearsheimer, Robert H. Black, Henry Kissinger u.a.. Allesamt keineswegs Pazifisten, sondern Vertreter der Schule der &#8222;Realistischen Geopolitik&#8220;, die aus der Einsicht in die eigenen imperialen Interessen der USA solche auch der russischen F\u00f6deration zugestanden. Anstatt Ostmitteleuropa von Estland bis Bulgarien in einer neutralen Br\u00fcckenfunktion zu st\u00e4rken und zu entwickeln wurde es wirtschaftlich der EU und milit\u00e4risch der NATO eingegliedert. Letztere steht seit 2004 direkt an der russischen Grenze, 30 Raketensekunden vor der Millionenstadt St. Petersburg. Beim Bukarester Gipfel 2008 wollten die USA Georgien und die Ukraine in die NATO holen. Merkel und Sarkozy wehrten sich und so stellte man den Ukrainern diesen Schritt nur in Aussicht, legte aber hinfort entsprechende politische Schienen. Die EU stellte die Ukraine mit dem Assoziationsvertrag vor die &#8222;Wir oder Russland!&#8220;-Alternative. Der blutige und verfassungswidrige Regimewechsel am Maidan 2014 folgte einem US-Drehbuch und wurde von Washington finanziert. Kiew wurde unterst\u00fctzt, den Minsk II &#8211; Vertrag nur teilweise einzuhalten. Ein Gro\u00dfteil der 14.000 Toten in der russischsprachigen Ostukraine seit 2014 ist das Opfer ukrainischer Waffen. Seit 2019 steht der NATO-Beitritt sogar als Ziel in der Verfassung der Ukraine. Und knapp vor dem \u00dcberfall Russlands auf die Ukraine stellte Selenskyj in seiner Videoansprache bei der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz sogar das Budapester Memorandum von 1994 in Frage, in dem die Ukraine auf Atomwaffen verzichtete. Was blendet Othmar Karas, wenn er all das nicht sehen kann oder sehen will?<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"l7ghb35v kjdc1dyq kmwttqpk gh25dzvf jikcssrz n3t5jt4f\">\n<div dir=\"auto\">Der diplomatische Ausweg<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"l7ghb35v kjdc1dyq kmwttqpk gh25dzvf jikcssrz n3t5jt4f\">\n<div dir=\"auto\">Sp\u00e4testens seit dem Tschetschenien-Krieg ist klar, dass Putin ein brutaler Machtpolitiker ist und f\u00fcr den Krieg gegen die Ukraine gibt es keine hinreichende Entschuldigung. Auffallend ist aber auch, dass derzeit von Seite des Westens keinerlei kraftvollen diplomatischen Initiativen zugunsten eines Waffenstillstands vorgetragen werden. Dieses Feld \u00fcberl\u00e4sst man dem Autokraten am Bosporus. Putin hat zu Beginn seiner Amtszeit, z.B. bei seiner Rede 2001 im Deutschen Bundestag, noch selbst das alte Angebot Gorbatschows nach einer gemeinsam auszuhandelnden neuen europ\u00e4ischen Sicherheitsarchitektur auf das Tapet gebracht. Er wurde ignoriert. Wenn der Westen diesen Krieg tats\u00e4chlich beenden und nicht nur &#8222;Russland ruinieren&#8220; (so die kriegstreibende gr\u00fcne deutsche Aussenministerin Baerbock) will, so l\u00e4ge ein guter Ansatz darin, anders als Karas, die Fehler des Westens einzugestehen und der russischen F\u00fchrung offensiv ernsthafte Verhandlungen \u00fcber eine neue europ\u00e4ische Sicherheits- und Friedensordnung anzubieten. An dieser Frage wird sich zeigen, ob die Politik den Willen und die Kraft hat, sich gegen die Interessen der Aktion\u00e4re der gro\u00dfen R\u00fcstungskonzerne an explodierenden Aktienkursen durchzusetzen.<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"l7ghb35v kjdc1dyq kmwttqpk gh25dzvf jikcssrz n3t5jt4f\">\n<div dir=\"auto\">&#8212;<\/div>\n<div dir=\"auto\">Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen,<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"l7ghb35v kjdc1dyq kmwttqpk gh25dzvf jikcssrz n3t5jt4f\">\n<div dir=\"auto\">Franz S\u00f6lkner<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karas verdr\u00e4ngt Als Jung-\u00d6VPler war Othmar Karas in den 1980er-Jahren eine wichtige Stimme der \u00f6sterreichischen Friedensbewegung. Inzwischen haben ihn offensichtlich die Machtstrukturen der EU voll vereinnahmt. 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