{"id":7377,"date":"2023-10-13T20:01:44","date_gmt":"2023-10-13T20:01:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=7377"},"modified":"2023-10-13T20:01:44","modified_gmt":"2023-10-13T20:01:44","slug":"das-gebot-der-stunde-ist-pazifismus-das-stiften-von-frieden-dieses-gebot-hat-einen-grossen-gegner-den-kapitalismus-der-von-kriegen-bestens-lebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=7377","title":{"rendered":"Das Gebot der Stunde ist Pazifismus, das Stiften von Frieden. Dieses Gebot hat einen gro\u00dfen Gegner: den Kapitalismus, der von Kriegen bestens lebt."},"content":{"rendered":"<div class=\"td_block_wrap tdb_single_content tdi_115 td-pb-border-top td_block_template_1 td-post-content tagdiv-type\" data-td-block-uid=\"tdi_115\">\n<div class=\"tdb-block-inner td-fix-index\">\n<h3>Only one way<\/h3>\n<p>Es ist Krieg und sie sind wieder da: die Moralisten, Kolumnisten, Zeigefingerjournalisten und Mahner, denen es in der Zeit schlechter Nachrichten am besten geht. Sie verurteilen den Angriff der Hamas auf Israel \u2013 v\u00f6llig zu Recht. Aber was sie verschweigen, sind die Antworten auf jene Fragen, die erst ein Licht darauf werfen, wer die Hamas bewaffnet hat.<\/p>\n<\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<div class=\"tdb-block-inner td-fix-index\">\n<p>Woher bezieht die Hamas ihre Waffen? Dieser Punkt bringt den NATO-Westen und den NATO-freundlichen Westen in die Bredouille. Denn es ist ein Faktum: Mitgliedstaaten der NATO bewaffnen die Hamas, entweder direkt oder indirekt, indem sie mit Monarchien oder Diktaturen sunnitischer Ausrichtung milliardenschwere Waffengesch\u00e4fte abschlie\u00dfen. Der politische F\u00fchrer der Hamas, Khaled Meshal, lebt in Qatar \u2013 ein Staat, mit dem westliche L\u00e4nder und NATO-L\u00e4nder milliardenschwere Gesch\u00e4fte machen und Fu\u00dfballweltmeisterschaften austragen.<\/p>\n<h3>Persilschein f\u00fcr den Krieg<\/h3>\n<p>Wir kennen diese Verlogenheit seit 1991, als unter dem Titel <em>Befreiung Kuwaits<\/em> die Waffen, die westliche Staaten dem Irak geliefert hatten, diesem in einem \u201egerechten Krieg\u201c wieder abgenommen wurden. Dabei hatten dieselben L\u00e4nder den Irak bis dahin hochger\u00fcstet. Und wie eine der besten Nachrichtensendungen der Welt, das \u00d61-Mittagsjournal, damals auch akkurat berichtete, waren auch 20 \u00f6sterreichische Firmen darunter.<\/p>\n<p>Auch damals gab es sie schon: die Krokodilsmoralisten, die Brown-Noser des Kapitals. Sie predigten die Notwendigkeit des Kriegs der USA und ihrer Verb\u00fcndeten \u2013 allen voran der Alt-68er Hans Magnus Enzensberger, der in einem leider zu viel beachteten SPIEGEL-Artikel mit einem von der NATO zertifizierten Vergleich Saddam Husseins mit Adolf Hitler den Persilschein f\u00fcr den Krieg ausstellte.<\/p>\n<h3>Profit in jedem Fall<\/h3>\n<p>Verteidigt hat er nur den Profit des Kapitals in jedem Fall. Es hat sich seither nichts ver\u00e4ndert. \u00d6sterreichische Journalisten, die den Angriff der Hamas auf Israel verurteilen, haben Monate zuvor unsere Neutralit\u00e4t in Frage gestellt und das Ansuchen zum NATO-Beitritt Schwedens gelobt und zum Vorbild f\u00fcr \u00d6sterreich erkl\u00e4rt. Schweden ist nun bei seinen NATO-Beitrittsbestrebungen vom Wohlwollen Recep Tayyip Erdo\u011fans abh\u00e4ngig. So wie Schweden sollte \u00d6sterreich, nach Meinung dieser Kommentatoren, auch agieren. Was sie in diesen Tagen nicht sagen: Die T\u00fcrkei Erdo\u011fans ist einer der wesentlichen Unterst\u00fctzer der Hamas.<\/p>\n<p>Es hat sich seither nichts ver\u00e4ndert, aber der Kapitalismus verteidigt sich heute perfider und selbstsicherer als damals \u2013 er macht sich zum Moralisten. Die systemische Bigotterie der NATO-Staaten, deren Kalk\u00fcl immer aufgegangen ist, bei Waffengesch\u00e4ften in Milliardenh\u00f6he als rein am Gesch\u00e4ft interessierte Kapitalisten und bei milit\u00e4rischen Operationen als Moralisten zu argumentieren, bleibt im Westen unwidersprochen. Wenn man dieses Verhalten durchgehen l\u00e4sst \u2013 und seit 1989 geht es immer durch und findet sogar den Applaus der prowestlichen konservativen und liberalen Presse in Europa \u2013 dann versinken wir (auch \u00d6sterreich) immer tiefer in einem Alptraum, in dem Krieg \u201enur\u201c ein Gesch\u00e4ft ist, an dem man so oder so profitiert. So ist es ja auch im Fall der Kriegs in der Ukraine.<\/p>\n<h3>Blument\u00f6pfe und Pflugscharen<\/h3>\n<p>Angesichts dieser Tatsache und dem Umstand, dass sogar die \u00f6sterreichischen Gr\u00fcnen bis hinauf zum Bundespr\u00e4sidenten Werbung f\u00fcr Skyshield machen \u2013 einem Raketenabwehrsystem, dem auch NATO-Staaten angeh\u00f6ren, die die Bewaffnung sunnitischer Terroristen ungeniert betreiben \u2013 kann man nichts anderes tun, als immer wieder die Fakten in Erinnerung zu rufen und die Welt t\u00e4glich daran zu erinnern, dass nur pazifistische Bem\u00fchungen die schrecklichen Kriege auf unserem Planeten beenden k\u00f6nnen. Pazifismus muss notwendigerweise auch dem weltbeherrschenden kapitalistischen Grundsatz, dass nur die Vermehrung des eigenen Besitzes Ziel der menschlichen Existenz ist, eine Absage erteilen.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df schon, dass man diesen Gedanken leicht verh\u00f6hnen kann und ihn naiv und unrealistisch nennen wird. Ich wei\u00df schon, dass die wahren Realisten jene sind, die sagen: Ja, klar verurteilen wir jegliche Gewalt, aber das Geld der Konfliktparteien f\u00fcr ihre Waffen brauchen wir trotzdem. Es sind ja nur Waffen. Man muss damit nicht auf andere schie\u00dfen. Nat\u00fcrlich, wir sehen ja t\u00e4glich wie im Nahen Osten Blument\u00f6pfe und Pflugscharen aus den Waffenlieferungen der NATO-Staaten gemacht werden.<\/p>\n<h3>A weapon that fires only one way<\/h3>\n<p>Wer f\u00fcr eine friedliche Welt k\u00e4mpft, k\u00e4mpft nicht nur daf\u00fcr, dass es keine Waffenlieferungen mehr gibt, sondern auch daf\u00fcr, dass es keine Waffenproduktion mehr gibt. Das betrifft (und Sie k\u00f6nnen mich jetzt steinigen) auch die Ukraine. Wer eine Waffe produziert und wer jemandem eine Waffe gibt oder verkauft \u2013 beide erm\u00f6glichen damit Bedrohung, Gewalt, Verletzung, T\u00f6tung. Und es gilt, was Indira Gandhi einst gesagt hat: <em>I still have to see that weapon, that only fires one way.<\/em><\/p>\n<p>Die abgekl\u00e4rten Kolumnisten, die heute als Moralisten auftreten, aber die kapitalistische Hegemonie als alternativlos sehen, k\u00f6nnen sich ihre Krokodilstr\u00e4nen in den Arsch stecken. Ohne einen Friedensprozess in Israel und im Nahen Osten wird es nur einen Profiteur geben: Die Waffenproduzenten und ihre Lobby. Die NATO-Beitrittsschreier in \u00d6sterreich und anderswo sind ihre Handlanger \u2013 ob bewusst oder unbewusst.<\/p>\n<h3>Ganz normal<\/h3>\n<p>Die Logik der parteiischen Schreiberlinge ist immer die, die offensichtliche L\u00f6sung unm\u00f6glich zu machen. Wer in \u00d6sterreich eine Regierung ohne die FP\u00d6 Herbert Kickls will, braucht dazu die Sozialdemokratie. Wer der Kriegspolitik, die uns in immer engeren Kreisen umzingelt, etwas entgegenstellen will, braucht Pazifismus. Und Pazifismus ist wie \u00d6kologie und Gleichheit bedingungslos.<\/p>\n<p><em>Wir reden vom Frieden, wenn der Krieg in China ist. <\/em>So schrieb Max Frisch einst in sein Tagebuch. Verdr\u00e4ngung hat viele Formen und sie erbl\u00fcht in tausenden Ausreden. Mit zwei Kriegen in unserer N\u00e4he, die wir Kindern erkl\u00e4ren m\u00fcssen, ist die Ausrede auf r\u00e4umliche Ferne hinf\u00e4llig. Es gilt, eine wirkliche Moral zu entwickeln. Und eine solche Moral setzt Gleichheit voraus: Jedes Leben ist gleich sch\u00fctzenswert. Wer einem Milit\u00e4rb\u00fcndnis der Waffenlieferer das Wort redet, hat sich davon schon verabschiedet. Und er macht damit Platz f\u00fcr ein politisches System, in dem Mord und Krieg <em>ganz normal<\/em> sind.<\/p>\n<p>Titelbild: <em>Miriam Mon\u00e9<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"wpb_wrapper td_block_separator td_block_wrap vc_separator tdi_117  td_separator_solid td_separator_center\"><\/div>\n<div class=\"tdb-author-box td_block_wrap tdb_single_author_box tdi_118 tdb-content-vert-top td-pb-border-top td_block_template_1\" data-td-block-uid=\"tdi_118\">\n<div class=\"tdb-block-inner td-fix-index\"><a class=\"tdb-author-photo\" title=\"Daniel Wisser\" href=\"https:\/\/zackzack.at\/author\/daniel-wisser\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"gravatar avatar avatar-500 um-avatar um-avatar-uploaded td-animation-stack-type0-2\" src=\"https:\/\/zackzack.at\/wp-content\/uploads\/ultimatemember\/4126\/profile_photo-190x190.jpg?1697199892\" alt=\"Daniel Wisser\" width=\"500\" height=\"500\" data-default=\"https:\/\/zackzack.at\/wp-content\/plugins\/ultimate-member\/assets\/img\/default_avatar.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<div class=\"tdb-author-info\"><a class=\"tdb-author-name\" href=\"https:\/\/zackzack.at\/author\/daniel-wisser\">Daniel Wisser<\/a><\/p>\n<div class=\"tdb-author-descr\">Daniel Wisser ist preisgekr\u00f6nter Autor von Romanen und Kurzgeschichten. Scharf und genau beschreibt er, wie ein Land das Gleichgewicht verliert.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Quelle: https:\/\/zackzack.at\/2023\/10\/12\/only-one-way<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Only one way Es ist Krieg und sie sind wieder da: die Moralisten, Kolumnisten, Zeigefingerjournalisten und Mahner, denen es in der Zeit schlechter Nachrichten am besten geht. Sie verurteilen den Angriff der Hamas auf Israel \u2013 v\u00f6llig zu Recht. Aber was sie verschweigen, sind die Antworten auf jene Fragen, die erst ein Licht darauf werfen, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=7377\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Das Gebot der Stunde ist Pazifismus, das Stiften von Frieden. 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