{"id":7517,"date":"2023-12-09T08:38:39","date_gmt":"2023-12-09T08:38:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=7517"},"modified":"2023-12-09T08:58:14","modified_gmt":"2023-12-09T08:58:14","slug":"samstag-9-12-2023-menschen-und-lichterkette-graz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.friedensplattform.at\/?p=7517","title":{"rendered":"Samstag 9.12.2023 Menschen- und Lichterkette Graz"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif;\"><b>Menschen- und Lichterkette am Samstag, den 9. Dezember findet von\u00a0 17:00 bis 18:00 in der Grazer Herrengasse statt<\/b>.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Einladungs-Flyer: <a href=\"http:\/\/www.friedensplattform.at\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/2023_12_09_Flyer_Menschenkette_2023_11_30_final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2023_12_09_Flyer_Menschenkette_2023_11_30_final<\/a><\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Wir wurden dabei zwar wieder einmal ausgegrenzt (wie schon im Dezember des Vorjahres bei der Neutralit\u00e4ts-Tagung) und haben daher lange diskutiert, ob es uns die Selbstachtung nicht gebietet, die Veranstaltung\u00a0 nicht zu bewerben. Weil wir aber im Interesse einer m\u00f6glichst vielf\u00e4ltigen Friedensarbeit nicht mit denselben Methoden arbeiten wollen, schicken wir die\u00a0 Einladung der GIFFUN weiter. Und hoffen, dass sich viele von Euch noch entschlie\u00dfen hinzugehen!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif;\"><b>Wieso und wie wurde die seit 20 Jahren kontinuierlich arbeitende Steirische Friedensplattform ausgegrenzt?\u00a0<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Den Hintergrund bildet unser langj\u00e4hriges solidarisches Engagement f\u00fcr das brutal unterdr\u00fcckte pal\u00e4stinensische Volk. Infolge des hartn\u00e4ckig betriebenen politischen Lobbyings eines Kreises von Israel-Freund:Innen um\u00a0 MMag. Elie Rosen, dem\u00a0 Vorsitzenden der J\u00fcdischen Gemeinde Graz, bekamen wir in den letzten Jahren von der ver\u00f6ffentlichten Meinung das Antisemitismus-Pickerl verpasst. Dahinter wirksam sehen wir das Interesse der auch in \u00d6sterreich einflu\u00dfreichen israelischen Staatspropaganda (&#8222;Hasbara&#8220;)\u00a0 und bei vielen Zeitgenoss:Innen eine mangelnde Bereitschaft zwischen den Begriffen Juden\/Judentum einerseits und der ethnonationalistischen Politik Israels zu unterscheiden.\u00a0 Ob im Einzelfall dar\u00fcber hinaus\u00a0 eine\u00a0 tats\u00e4chlich \u00dcberzeugung oder die vorauseilende Angst, selbst in einen ungerechtfertigten Verdacht des Antisemitismus zu geraten, wirksam ist, sei\u00a0 dahingestellt. Fakt ist, dass die Grazer Politik und auch manche zivilgesellschaftliche Gruppierung in \u00d6sterreich mehr und mehr einem, um seine Freiheit k\u00e4mpfendes indigenes Volk\u00a0 die Solidarit\u00e4t verweigern und sich in das eurozentristisch-transatlantische Machtsystem\u00a0 einpassen. Die Fahne Israels wochenlang am Rathaus Graz war daf\u00fcr symbolhaft. \u00a0\u00a0 <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Der Zionismus als j\u00fcdischer Nationalismus ist eine spezielle Auspr\u00e4gung des Rassismus, d.h. wie jeder Nationalismus, der sich in einem Machtstaat etabliert, eine politisch problematische, ideologische Orientierung. In Zeiten der gesellschaftlichen Krise und wachsender \u00c4ngste, wie wir sie heute haben,\u00a0 nehmen diese Verirrungen stark zu.\u00a0 Das Bed\u00fcrfnis, die eigene Unsicherheit als Mensch und als Gruppe zu entlasten, f\u00fchrt vermehrt zu unreflektierten Entlastungsreaktionen in Form der Suche von S\u00fcndenb\u00f6cken. Die Juden als zun\u00e4chst religi\u00f6s und sp\u00e4ter rassenbiologisch ausgegrenzte Minderheit hatten darunter in der Geschichte Europas h\u00e4ufig schwer zu leiden. Im, von unserer Eltern- und Gro\u00dfeltern-Generation zu verantwortenden barbarischen Versuch, sie im Holocaust v\u00f6llig zu vernichten, fand dieses Schicksal seinen schrecklichen H\u00f6hepunkt. \u00a0Es besteht kein Zweifel, dass judenfeindliche\u00a0 Einstellungen seit einigen Jahren auch in \u00d6sterreich wieder zunehmen. Dies gibt zu berechtigten Sorgen Anlass. Der aktuelle Versuch der Regierung, der Parlamentsparteien und einzelner Mainstreammedien, die Ursache daf\u00fcr einseitig einem migrantisch-importierten Antisemitismus zuzuschreiben, ist ein durchsichtiges Man\u00f6ver, um die eigene Klientel und W\u00e4hlerschaft nicht kritisieren zu m\u00fcssen.\u00a0 Der hier gr\u00f6\u00dfere Elefant im Raum, den man nicht sehen will, ist aber zweifellos Israel und seine jahrzehntelange harte Unterdr\u00fcckung der Pal\u00e4stinenser:Innen. Das zionistische, sprich: j\u00fcdisch-nationalistische Israel hat ein starkes Interesse diese Politik der totalen Dominanz zwischen Mittelmeer und Jordan fortzusetzen. Um sich dabei gegen Kritik von au\u00dfen zu immunisieren, begegnet der Zionismus der Kritik an seinen Staatsverbrechen mit dem Vorwurf des Antisemitismus. Das scheint zwar zun\u00e4chst insoferne eine geschickte Strategie der Diskussionsverschiebung, als der Vorwurf jede vern\u00fcnftige Diskussion \u00fcber den Pal\u00e4stina-Konflikt ins Abseits man\u00f6vriert. Es geht dann n\u00e4mlich nicht mehr um die Frage der sachlichen Berechtigung der Kritik an Israel, sondern darum, ob der\/die Kritikerin selbst eine Antisemit:In ist oder nicht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Aber hier liegt auf Seite der unkritischen Israel-Freund:Innen auch ein Denkfehler vor: Die H\u00e4ufigkeit des Antisemitismus-Vorwurfs bewirkt n\u00e4mlich das Gegenteil, sie f\u00f6rdert dessen Ausbreitung. Man muss ja nicht Psychologie studiert haben, um zu verstehen, was da passiert: Wenn Menschen Scheu haben, durch Wahrnahme ihres Menschenrechts auf Meinungsfreiheit in Form von offen ge\u00e4u\u00dferter Kritik, gesellschaftlich diffamiert zu werden, verstummen sie, schlucken das hinunter und entwickeln aber zugleich\u00a0 einen Groll. Und h\u00e4ufig wird dann das\u00a0 weiterbestehende Gef\u00fchl der sachlichen Berechtigung, ja Notwendigkeit der Kritik an Israel in v\u00f6llig verfehlter Weise pauschal an &#8222;die Juden&#8220; adressiert. \u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Interessant ist, dass unsere politischen und medialen Eliten diesen Zusammenhang nicht sehen wollen. Eine wesentliche Wurzel am zunehmenden Antisemitismus und am Scheitern der Politik in dieser Frage, liegt zweifellos\u00a0 in der verordneten unkritische Schutzmantelpolitik gegen\u00fcber Israel.\u00a0 Immer mehr Menschen schauen nicht mehr weg: Sie sehen Israels\u00a0 brutale Unterdr\u00fcckung des pal\u00e4stinensischen Rechts auf Freiheit, seine zahl- und detailreichen Verletzungen des V\u00f6lkerrechts und der Menschenrechte, seine Apartheid, seinen Raub von Land und Wasser,\u00a0 seine fortgesetzte Siedlungspolitik und den Terror der Siedler, seine Zerst\u00f6rungen pal\u00e4stinensischer H\u00e4user, seine allt\u00e4glichen, tausendfachen Schikanen und Dem\u00fctigungen pal\u00e4stinensischer Menschen und seine unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Anwendung von Gewalt &#8211; so sind laut UNO zwischen 2008 und August 2023 bei gewaltt\u00e4tigen Zusammenst\u00f6\u00dfen zwanzigmal mehr Pal\u00e4stinenser:Innen zu Tode gekommen als Israelis. Einen plastischen Eindruck davon, wie die israelische Politik Pal\u00e4stinenser:Innen im Alltag schikaniert, dem\u00fctigt und auch gewaltt\u00e4tige Gegenwehr provoziert, gab vor Jahren der ehemalige deutsche CDU-Sozialminister Norbert Bl\u00fcm in einer TV-Diskussion: <a style=\"text-decoration: underline; color: blue;\" href=\"https:\/\/fb.watch\/oweCkVIbA2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/fb.watch\/oweCkVIbA2\/<\/a> <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif;\"><b>Wie also lief unsere\u00a0 Ausgrenzung \u00a0ab?<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif;\"><b>\u00a0<\/b>Auf Einladung durch die GIFFUN war Franz S\u00f6lkner f\u00fcr die Steir. Friedensplattform bei der Vorbesprechung am 29. Nov. dabei und hat dabei angeboten: \u20ac 100\u00a0 Organisationsbeitrag, zur Verf\u00fcgungstellung unserer Tonanlage, 10 Ordnerwesten, Mitwirkung als Ordner. Auch hat er sich an 2 Passagen in die Textierung des Aufruftextes eingebracht: 1. Weil im vorgelegten Entwurf der Aspekt &#8222;Vorkrieg&#8220; (Aufr\u00fcstung, Feindbildproduktion, etc.) nicht\u00a0 genannt wurde, hat er\u00a0 vorgeschlagen, diesen Aspekt im Kontext mit einem Zitat von Christa Wolf in den Text aufzunehmen. Das wurde \u00fcbernommen. 2. Da zwar das Massaker der Hamas an ZivilistInnen vom 7. Okt. konkret genannt war, nicht aber der brutale\u00a0 Gegenschlag Israels mit seiner damals (29. Nov.) schon mehr als zehnfachen Zahl an zivilen Opfern, wollte er hier eine ausgewogenere Formulierung. Auch hier hatte er den Eindruck, dass das ber\u00fccksichtigt w\u00fcrde (was dann aber so nicht geschah &#8211; siehe Beilage Flyer). Am n\u00e4chsten Tag teilte Sigrid Binder als GIFFUN-Sprecherin Franz S\u00f6lkner am Telefon mit,<b> dass die beiden B\u00fcrgermeisterInnen Kahr und Schwendtner f\u00fcr die Organisation der Menschenkette nur Geld freigeben und sie auch nur dann eine Rede halten werden, wenn die Friedensplattform nicht dabei ist.<\/b> (Bei Vizeb\u00fcrgermeisterin Schwendtner hat uns das nicht \u00fcberrascht, weil wir sowohl die starke Parteilichkeit der Gr\u00fcnen zugunsten des Apartheids- und Besatzungsstaates Israel, als auch ihre ganz pers\u00f6nliche Pro-Israel Haltung kennen; die Haltung von Frau B\u00fcrgermeisterin\u00a0 Kahr, die fr\u00fcher bisweilen an unseren Sitzungen teilnahm, fanden wir entt\u00e4uschend. Hier war es wohl eher die Angst, durch eine Mitveranstalterschaft der Friedensplattform wieder in die von den Medien transportierte Kritik von Herren Rosen und der politischen Gegner\u00a0 zu geraten).\u00a0 Franz S\u00f6lkner hat die Entscheidung zur Kenntnis genommen. Sehr verwundert waren wir aber dann \u00fcber Christian Stenners Niederschrift der Vorbesprechung: Bei den anwesenden Organisationen wurden wir einfach gecancelt. Und lakonisch wurde vermerkt: &#8222;Die Teilnahme der Friedensplattform wurde nach der Sitzung zur\u00fcckgezogen.&#8220; &#8211; so kann man eine politisch von oben verordnete Ausgrenzung auch sch\u00f6nschreiben!\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Insgesamt ein Lehrst\u00fcck im Rahmen der zunehmenden Verengung des gesellschaftlich akzeptierten Meinungsspektrums und eines neu heraufd\u00e4mmernden McCartyismus. F\u00fcr die Zukunft w\u00fcnschen wir uns von der GIFFUN \u00dcberlegung dahingehend anzustellen, ob eine Abh\u00e4ngigkeit von \u00f6ffentlichen Geldern nicht oft einer effizienten Friedensarbeit im Weg steht.\u00a0 Auch wenn wir derzeit eine Stadtregierung haben, mit der wir in vielen Fragen \u00fcbereinstimmen, so\u00a0 unterliegt sie doch &#8211; wie das Beispiel zeigt &#8211; den gesellschaftlichen und wahlpolitischen Konformit\u00e4tsdruck. Aus genau diesem Grund hat sich die Friedensplattform schon vor vielen Jahren entschieden, sich \u00fcber den Aufbau einer eigenen Spender:Innenbasis von externen Pressionen unabh\u00e4ngig zu machen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Wenn wir in der Friedensbewegung unterschiedliche Zug\u00e4nge zu einzelnen friedenspolitischen Problemfeldern und die daraus erwachsenden Spannungen nicht mehr im wechselseitigen kritischen Diskurs auszutragen bzw. sie gegebenenfalls auch nur mit Toleranz auszuhalten verm\u00f6gen, werden wir angesichts der aktuell gef\u00e4hrlich wachsenden Erfolge der Bellizisten friedenspolitisch wenig Erfolg haben. <\/span><\/p>\n<h2>Leseempfehlung<\/h2>\n<p><span style=\"font-family: 'Calibri',sans-serif;\"><b>Krieg in der Ukraine<\/b>: Eine sehr kompakte gute Information zum von USA\/NATO\/EU gef\u00fchrten langen &#8222;Vorkrieg&#8220; bietet die Spezialausgabe der Weltwoche vom 27. Okt. 2023: Benjamin Abelow, Wie der Westen den Krieg in die Ukraine brachte. Nachzulesen unter\u00a0 <a href=\"https:\/\/weltwoche.ch\/wp-content\/uploads\/wewo2022_43_UKRA-1.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/weltwoche.ch\/wp-content\/uploads\/wewo2022_43_UKRA-1.pdf<\/a> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Menschen- und Lichterkette am Samstag, den 9. Dezember findet von\u00a0 17:00 bis 18:00 in der Grazer Herrengasse statt. 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