Archiv für den Monat: April 2020

Wer denkt, dass die Annexion des Westjordanlandes ruhig verlaufen wird, sollte besser noch einmal nachdenken

Haaretz  23. April 2020 – Zehava Galon

 

„Wir hatten Angst vor dem Sicherheitsdienst des Shin Bet“, sagte MK Ahmad Tibi einmal, „bis wir seine früheren Leiter als MKs trafen“. Es wäre interessant zu wissen, wie viel Angst jetzt von unseren ehemaligen Generalstabschefs erzeugt wird, von denen zwei in dieser Woche demonstrierten, wie sie ihre Soldaten im Stich lassen und sich kampflos ergeben können.

 

Sie kamen überein, die Knesset zu kastrieren, den Obersten Gerichtshof zu umgehen, einem der Bestechung beschuldigten Mann zu erlauben, Richter zu ernennen, und die Gebiete zu annektieren. Sie sind die offiziellen Schönfärber dieses Sommers und nutzen die Stimmzettel der linken Wähler.

 

Palästinensische Bauern zeigen israelischen Soldaten ihre Papiere, während sie versuchen, auf die andere Seite des Trennzauns zu gelangen, um ihr Land, Bil’in, das Westjordanland, zu bearbeiten. Foto: Moti Milrod

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„Natürliche Auslese“

Während Obdachlose eine Parzelle unter freiem Himmel auf dem nackten Asphaltboden von Parkplätzen als „Schutzraum“ zugewiesen bekommen,14 richten sich immer mehr Milliardäre in ihren Luxusvillen eigene Intensivstationen ein, inklusive Ärzten und Pflegepersonal.15 Andere chartern Privatjets, um zu Ferienhäusern in fernen Ländern zu fliegen, wo Covid-19 (noch) nicht hingelangt ist. Wer ganz sicher gehen will, kauft sich bei Unternehmen wie der Vivos Group in Kalifornien, das unterirdische Schutzräume baut, einen Bunker16 – oder eine auf einem Felsen gelegene Burg mit Zugbrücke in Good Old Europe

Die USA als Trendsetter in der globalen Corona-Krise: Das Virus wirkt als Beschleuniger der Verrohung des Kapitalismus und als Wunderwaffe der Eliten im (ökonomischen) Ausscheidungsturnier. Ein Beitrag von HINTERGRUND

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Israel schliesst palästinensische Coronavirus-Testklinik in Ost-Jerusalem

Razzia in der Klinik in Silwan, Aktivisten verhaftet, weil die Palästinensische Autonomiebehörde Kits zur Verfügung gestellt hatte

 

Haaretz – Nir Hasson – 15. April 2020

Original:

https://www.haaretz.com/israel-news/.premium-israeli-police-raid-palestinian-coronavirus-testing-clinic-in-east-jerusalem-1.8767788

Israeliische Polizeirkäfte Jerusalem, 6. April 2020. Foto: Ohad Zwigenberg

 

Die israelische Polizei führte am Dienstagabend eine Razzia in einer Coronavirus-Testklinik im Stadtteil Silwan im palästinensischen Ostjerusalem durch und verhaftete deren Organisatoren, weil die Klinik mit Hilfe der Palästinensischen Autonomiebehörde betrieben wurde.

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Mit Gewehren und Knüppeln

Okkupation im Schatten der Coronakrise: Verstärkte Siedlergewalt im israelisch besetzten Westjordanland,
Von Kaleh Menz in der Jungen Welt vom 14.4.

Hintergrund: Freiwild und ­Straflosigkeit

Es greift zu kurz, die Gewaltexzesse gelangweilter Siedlerkids individualpsychologisch ihrem Extremismus zuzuschreiben. Im gesellschaftlichen Kontext zeugt ihre Gewaltbereitschaft vor allem von einem: Sie werden von ihrem Staat von der Leine gelassen, von ihrer Regierung, ihrer Legislative und Judikative, von ihrer Polizei und ihrem Militär. Die Besatzung, ihre Logik und alltägliche Praxis pflügt, düngt und bewässert den Boden, auf dem das wächst. Denn diese Kids wissen nur zu genau: Selbst wenn die Besatzungsarmee rechtzeitig am Tatort einträfe, und selbst wenn der einzelne Soldat dazu bereit wäre, gegen ihren Vandalismus und ihre blutigen Gewaltexzesse einzuschreiten – er hätte gar nicht das Recht dazu. Es ist ihm von oben verboten, und zwar ganz offiziell, ausdrücklich und per Befehl.
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Deir Yassin, 9. April 1948/2020 Das Recht auf Erinnerung

Dirar Tafeche

  1. April 2020.

Original: https://zeitun.info/2020/04/08/deir-yassin-9-aprile-1948-2020-il-diritto-alla-memoria/

bzw. info@parallelopalestina.it

In Jerusalem gibt es zwei einander gegenüberliegende Hügel, die zwei verschiedene Geschichten erzählen. Der erste ist in der ganzen Welt berühmt, wird auch von einigen Staatsoberhäuptern besucht, auf ihm befindet sich das Yad Vashem, Symbol für die Verurteilung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Auf dem zweiten befindet sich heute die israelische Stadt Kfar Sha’ul, wo sich einmal das Dorf Deir Yassin befand.

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Warum „helfen“ pro-israelische Wohltätigkeitsorganisationen Gaza im Kampf gegen COVID-19?

Electronic Intifada: Gaza braucht eindeutig Hilfe im Kampf gegen COVID-19. Seine medizinische Versorgung ist bereits durch eine anhaltende Blockade und eine Reihe israelischer Angriffe geschwächt worden.Dennoch sollten Fragen zu den Motiven einiger Organisationen gestellt werden, die behaupten, PalästinenserInnen  zu helfen. Dazu gehört Friend Ships, eine christlich-evangelische Wohltätigkeitsorganisation, die im US-Bundesstaat Louisiana registriert ist.

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