Why? Warum? Rede 8. März

Rede einer palästinensischen Frau auf der 8. März-Demo 2018 Graz und Artikel zu Ahed Tamimi

Ich spreche heute über die palästinensische Frau.

Sie ist eine Frau, die immer gegen Schwierigkeiten kämpft.

Gaza ist unter Blockade. Dort muss sie mit wenig Strom, wenig Medikamenten auskommen. Sie kann nicht reisen. Im Westjordanland und in Jerusalem ist sie der Gewalt israelischer Siedler ausgesetzt. Sie wollen sie von Haus und Grund vertreiben. Israelische Soldaten demütigen sie an den Checkpoints. Oft können schwangere Frauen nicht ins Spital gebracht werden, weil die Straßen gesperrt sind. Die Soldaten lassen niemanden durch. Das israelische Apartheidsystem unterdrückt sie als Palästinenserin und als Frau.

Trotz ihrer Lage sucht sie die Bildung und die Arbeit außer Haus. Sie geht zur Schule, zur Uni. Im Vergleich zu anderen arabischen Ländern haben 99% der palästinensischen Frauen mindestens Grundbildung.

Sie gibt das Wissen über die Geschichte Palästinas an ihre Kinder weiter. Jedes Kind in Palästina weiß, was bei der großen Vertreibung 1948 geschah. Die Kinder der Besatzung haben keine Kindheit, wie die Kinder hier in Europa. Wenn das Kind einen Stein in die Hand nimmt, weiß es: Ich werfe ihn für mein Land. Ich werfe ihn gegen den Soldaten und sage ihm damit: Lass meine Familie, lass meine Wohnung in Ruhe!

Kinder kommen deshalb ins Gefängnis.  12 000 palästinensische Minderjährige zwischen 12 und 17 wurden seit dem Jahr 2000 von israelischen Soldaten festgenommen, die meisten wegen Steinwürfen.

Die palästinensische Frau arbeitet als Ärztin, als Journalistin. Als Kleinbäuerin und als Hausfrau macht sie alles selbst: Käse, Joghurt, Brot. Sie versucht aus dem Wenigen was Großartiges zu machen.

Sie sucht das Positive. Sie kämpft mit Freude. Sie sagt: Das ist woqaa, das echte Leben. Wir müssen jetzt so leben, es gibt keine andere Wahl. Es gibt keine schnelle Veränderung. Jeder Schicksalsschlag ist das echte Leben.

Viele Frauen leben alleine. Der Mann ist im Gefängnis. Die Familien unterstützen sich gegenseitig. Die Frauen helfen sich.

Frauen sind im Gefängnis. Innerhalb der letzten 46 Jahre wurden mehr als 10.000 palästinensische Frauen verhaftet. Es gibt Schläge, Beleidigungen, Drohungen, sexuelle Gewalt. Menschenrechtsorganisationen protestieren dagegen.

Frauen in Palästina leisten Widerstand. Sie kämpfen um Würde und Selbstbestimmung. Für sich und für alle Frauen auf der Welt.

Weltweit bekannt wurde Ahed Tamimi, 16 Jahre alt, als sie sich gegen ihre Verhaftung wehrte. Sie hat schon mit 11 Jahren gegen die Verhaftung ihrer Mutter protestiert. Ahed Tamimi und ihre Mutter sind jetzt im Gefängnis. Es gibt viele Frauen wie Ahed Tamimi.

Wir können viel von den palästinensischen Frauen lernen: Mut, Durchhaltekraft, Zuversicht und Lebensfreude.

Wir solidarisieren uns mit den Frauen in Palästina, in Syrien, in Jemen, in Irak und Afghanistan und überall wo Krieg und Unterdrückung herrschen.

Der arabische Frühling lebt!

Freiheit für Palästina!

Hoch die Frauensolidarität!

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Was für ein Staat! – Das Urteil gegen Ahed Tamimi ist ein Symbol für die Hinfälligkeit und Dekadenz des Zionismus

http://www.palaestina-portal.eu/2018%2003%2023.html

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